Bewirtschaftet von Vroni und Wolf

Wir können auch anders


Tatjana hält „Wir brauchen eine Neuausrichtung, bisschen seriös und den Auftritt glätten. Sie machen das schon“ für ein Briefing. Kreuzigung ist doch Firlefanz.


Timo hält „mal schnell drübergehen“ für eine Tätigkeit von zwanzig Minuten. Unsere Abbildung zeigt ihn während einer Unterweisung über Stundensätze.


Reinburga wollte uns „Info´s“ zukommen lassen. An ihr verfeinern wir unsere Therapie gegen Satzzeichen-Tourette.


Richard drückt vor Frage- und Ausrufezeichen zwanghaft auf die Leertaste. Sein Mangel an Unrechtsbewusstsein zeigt sich am schärfsten in seiner Aussage: „Hauptsache, man versteht’s.“ Hauptsache, seine Blessuren könnten auch von einem Unfall stammen.


Martina hat uns eine „pfiffige Schreibe“ unterstellt. Frei nach dem Motto: „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ nehmen wir sie mit spitzer Feder aufs Korn, um sie bis zur Kenntlichkeit zu entstellen.


Günter verbreitet unbelehrbar, man könne jetzt schreiben, wie man wolle. Was wir ihm unter die Zehennägel schieben, erhitzen wir, so lange wir wollen.


Grit unterscheidet nachlässig zwischen Zynismus, Sarkasmus und Ironie. Was wir mit ihr und einem Lexikon der Sprachwissenschaft angestellt haben, wollen Sie gar nicht wissen. Nur so viel: Es war die Erstausgabe. Noch auf holzhaltigem Papier.


Manfred konnte nicht einsehen, dass acht Stunden Telefonberatung acht Stunden Arbeitszeit erfordern. Auf unserer Abbildung entdeckt er gerade den Zusammenhang zwischen Nachtarbeit und Nachttarif.


Simone fragte sieben mal sieben Agenturen an und ließ alle gegeneinander pitchen. Die so entstandene Ideensammlung ließ sie einen wehrlosen Praktikanten in CorelDraw umsetzen. Hier setzen wir (nicht im Bild) unsere Freizeitideensammlung aus frühen Klaus-Kinski-Spagettiwestern mit laienhaften Mitteln um.



Olaf und Sibylle haben sich in der Agentur kennen gelernt und geben sich seit ihrem Rausschmiss auf ihren Websites gegenseitig als Schlagkräftiges-Team-im-Hintergrund aus. Unser letztes Arbeitsessen unter Kollegen ergab, dass wir alle rechnen müssen.




Melanie leitet ein mittelständisches Unternehmen für Produkte des täglichen Bedarfs. Wenn der Laden mal nicht so läuft, lässt sie ihre Freundin Rotraud gegen einen Caipi irgendwas runterhacken, das die beiden Cocktailschnepfen ihre befreundete Redaktöse Elfriede beim Gratis-Wochenblättchen für nix drucken lassen, weil die sich oft freut, wenn sie noch was Redaktionelles reinkriegt. Das nennen sie Networking. Das ist okay. Wir verwechseln auch gelegentlich die Instrumente.


Hildebrand hat von seiner Überweisung eigenmächtig die Mehrwertsteuer abgezogen. Wir haben nicht mehr mit ihm gemacht als das Finanzamt mit uns.


So geht’s doch auch: Sandra denkt nach, bevor sie brieft, vermeidet Smileys, vertraut den Fachleuten, die sie aus guten Gründen beauftragt hat, und lässt schon mal auf die nächsten vollen zehn Euro aufgehen, wenn sie ihre Zeche zahlt. Innere Logik kennzeichnet ihre bildlichen Botschaften, geistesklare Kurzweil ihre verbalen. Ihre Sätze beginnen nicht mit "Bereits während des Studiums", ihre Begründungen lauten nicht "So halt". Telefonate mit ihr enden nach zwei Minuten mit einer messbaren Bereicherung. Darum lebt sie in Frieden und Wohlstand, ist beliebt bei ihren Peer Groups (Alumni, Aufsichtsrat) und kommt häufig zum Orgasmus.

(Die Namen haben sich aus Gründen des Personenschutzes nach einem komplexen Algorithmus selbst erstellt; die Bilder stammen aus Beautiful Agony, einer künstlerisch herausragenden und gänzlich unironischen Seite.)

Happy End

2 Kommentare

  1. Silke Eden

    Klasse!
    Da bekommt das Wort “Aufklärungsarbeit” doch eine völlig neue Bedeutung.
    [An dieser Stelle wollte ich eigentlich einen überflüssigen Grinse-Smiley hinmachen, hab ich aber nicht, wofür ich mich dereinst dann auch nicht schämen werde.]

  2. Knut

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