Bewirtschaftet von Vroni und Wolf

Nur wer Schmerzen hat, geht zum Doktor.

Oder auch nicht.

Bildquelle: hostel sadomaso

Ich hab noch mal drüber nachgedacht, was es sein könnte, was viele Firmen so nichtsehend macht, was eine funktionierende übergreifende Strategie betrifft.

Ist es "Das gute Beispiel fehlt":
1. Dass sie nicht vorexerziert krieg(t)en, dass es nur Erfolg bringt, wenn man sich eindeutig aufstellt? Man deutlicher wirbt, mit frechem Ambient, z. B. (Das Unternehmen keine positiven, ertragreichen Beispiele von guter Strategie und frecher Werbung kennt oder erzählt kriegt?)

Oder ist es "Der Schmerz fehlt":
2. Die bisherige Methode des Unternehmens ist noch nicht erfolglos genug, sie geht noch eine Weile "gut".

Wenn es 2. ist, muss die Kundenansprache ausgehend von Leuten wie uns generell nicht nur höflich, sanft und nett über den an sich begreifbaren Benefit = "Nur mit Planung des roten Kommunikationsfadens stimmt deine Kommunikation und nur mit Planung wirst du dein Budget richtig und gewinnbringend einsetzen, ROI, blabla" erfolgen. Das ist dann zu dezente Kinderkacke.

Sondern über das krasse Inszenieren eines Schmerzgefühls. Dem Gefühl, es geht so nicht weiter.
Nur wer Schmerz hat, handelt. Wie Ärzte wissen. Ergreift Maßnahmen, die er vorher liegen gelassen hat.

Bei uns damals in der guten alten Tante McCann waren – von mir "gefühlte" – Schmerzkunden ca. 70% der Kunden, und zwar gut situierte Kunden, keine Krauterer. Sie waren "Schmerz"-Kunden, denn sie kamen, weil es aktuell "gebrannt" hat. Umsatz ging zurück oder so etwas. Der Rest der Kunden kam, weil er die Führung kannte (Vertrauen von Boss zu Boss) oder weil es zum guten Ton gehört, bei McCann zu sein (Image).

Der Boss von Westaflex, der mich kürzlich anrief, hat sofort kapiert, als er hörte, wir seien McCanner gewesen (Pling im Kopf!! McCann kannte er, fand er gut). Den Rest meiner Antworten hat er wohl nicht so recht verstanden (da verwette ich meinen Hintern), da konnte ich reden, was ich wollte. Und ich kann reden, an dem liegt’s doch hoffentlich nicht :-)

Was fehlt also:
1. Das gute Beispiel? (Fehlt tatsächlich oft…, der Kommunikationsfachmensch redet nur über seine tolle Strategie, erzählt aber nicht, was sie pekuniär eingebracht hat, aber nur das zählt. Ich suche gerade erfolgreiche Beispiele.)
2. Oder der Schmerz?

Feedback erwünscht,
(Telefon-Joker gibt es keinen…, hier nix call-in-Fernsäh:-)

2 Kommentare

  1. Silke

    Eindeutig 2., dass tut noch nicht weh genug … okay am 1. des Monats nach abdrücken der lebenserhaltenden Kosten bischen mehr, der Schmerz läßt aber zum 15. hin nach, wenn endlich die Rechnungen vom Vormonat langsam eintrudeln.
    Und zu 1. … meine ganz persönliche Meinung … macht zuviel Arbeit, müsste man sich ja mal mehr Gedanken machen, weiter als bis zum nächsten 1. im Monat, hauptsache die Kohle reicht für die Miete, das Essen und die Kippen.

  2. Vroni

    Die einzig wahre, weise Antwort ist die,
    dass man Schmerz gar nicht künstlich bei Unternehmen und Prospects erzeugen kann.
    __________________________________________________
    Er muss bereits da sein.
    Was wir aber tun können, ist, ihn bewusst machen, von Bewusstheit zum Handeln ermutigen.
    Die gute alte AIDA ist bei vielen Unternehmenskunden in eigener Sache nicht “Attention, Interest, Desire, Action”
    sondern P W PP A D H:
    Pain, Wait, Pain+Pain, search anybodies Advice, search Doctor, Help!!
    Meine eigene Erfahrung bei der McCann hat gezeigt, dass die deutlich angenehmeren Kunden genau nicht die Schmerzkunden waren, sondern die anderen, die aus Gründen von Vertrauen, Beziehungen und Image Kunden waren. Sie waren auch echte Sparringspartner. Die Schmerzkunden waren schwieriger.
    Die späteren eigenen Schmerzkunden von the missing link ebenso: Wenn der Schmerz ein bisschen wegging (durch die Akutbehandlung), tja… das wurden dennoch keine Etatkunden…, sondern die hoppelten nur von Projekt zu Projekt. Wenn’s grad mal wieder weh tat, waren sie da. Sonst nicht. Deren Sachen sahen oft auch recht zusammengestückelt aus, in einen Guß durften wir’s ja nicht bringen. Kundenverhau nenn ich das.
    Also wer als Anbieter keinen Herzklabaster will, schaut, dass er nicht zur reinen Notaufnahme, nicht zum House of Pain wird. Er darf nur notdürftig flicken, nie gestalten.
    Obwohl House of Pain als irische Hip Hop Band aus NY nicht schlecht ist:
    http://www.youtube.com/watch?v=wJZE8DYjAuk

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