Freitag! Logbuch

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“Constant Multitasking Craziness”

Dies Formulierung kommt in mein Glossar. Und nicht alle englischen Begriffe sind bäh!, nur weil sie englisch sind. Ich übersetze dennoch: "eine Meise kriegen wegen ständig nebeneinander her laufender Aufgaben." Oder auch: "die stetige Angst, etwas zu verpassen." Da ist Englisch schön kurz dagegen (sonst droht constant translation craziness, known as lost in translation).

Gefallen ist der Begriff in dem nicht minder interessanten Artikel

Der Feind in meinem Postfach

des gedruckten TAGESSPIEGEL (Auch online hier lesbar, learn more…) Wo es schlicht um das Problem der Flut der E-Mails in den Postfächern der Büroangestellten geht und um die verheerenden Ablenkungen von den anderen Arbeitstätigkeiten – und ein Manager deswegen versucht (keine reine christliche Nächstenliebe, aber verstehbar, weil am casual Freitag wohl die meisten Spaßmails kursieren), bei seinen Angestellten den E-Mail-freien Freitag einzuführen:

"„Hiermit verkünde ich ein E-Mailverbot für Freitage“, hieß es in dem
Schreiben, das Jay Ellison, Vizepräsident der amerikanischen Firma US
Cellular, an 5500 Mitarbeiter schickte.
„Ich freue mich darauf, nicht
von euch zu hören.“
Zu jener Zeit bekam Ellison selbst an die 300
E-Mails am Tag. Er habe, sagt er, gar nicht mehr Schritt halten können
mit diesem Nachrichtenwust."

Dazu kommt noch die Angst, bei der Rückkehr von einem Urlaub von einem E-Mail-Tsunami der Sonderklasse hinweggespült zu werden.

Zügiges Arbeiten am Rechner?

"Für genau das bleibt meist wenig Zeit, wie Gloria Mark von der
University of California herausfand, nicht mehr als elf Minuten. […] Büroarbeiter
befassen sich also in jeder hypothetischen Arbeitsstunde 22 Minuten mit
dem, was sie sich vorgenommen haben, die restlichen 38 Minuten gehen
für die Unterbrechungsbewältigung drauf.

Doch ist er [der Büromensch, Anm. d. S.] auch ein
begabter Selbstablenker: Nach spätestens zwölf Minuten unterbricht er
seine Arbeit von alleine. Fast scheint es, als sei die
Konzentrationsspanne, zu der man fähig ist, durch die ständige
Reizüberflutung gesunken, als werde man unruhig, wenn in der
Elf-Minuten-Frist keine E-Mail eintrifft. „Constant Multitasking
Craziness
“ nennt Gloria Mark das Phänomen, dass Berufstätige eine
ständige Jonglage mit verschiedenen Aufgaben betreiben. Das gilt vor
allem für Führungskräfte, die am Tag durchschnittlich 200 E-Mails im
Postfach haben.

Gegen das alles soll jetzt ein Tool entwickelt werden, Benachrichtungen über ankommende E-Mails bekommt der Büromensch dann nur noch in Situationen geringer Konzentration. Ganz kann ich mir das noch nicht vorstellen, denn dann müsste man seinen Schädel doch verkabeln lassen, oder?

Bis es soweit ist: Casual E-Mail Friday please! Nur noch persönliche Gespräche. Und in lustigen Hemden & Bermudahosen führen! (Zicken Sie nicht rum, am Telefon sieht das doch keiner…).
Oder auch so:

Ein IBM-Manager, so heißt es, hat inzwischen eine
Unterzeile an seine E-Mails angefügt: „Lies deine Mails nur zweimal am
Tag. Hol dir deine Lebenszeit zurück und lerne, wieder zu träumen.“


1 Kommentar

  1. Multi-Tasking bringt nichts, wie auch eine neue Studie im CASHdaily zeigt: http://www.cash.ch/news/story/448/152961/40/40

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