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Towel Day – Handtuchtag

An diesem Tag, heute dem 25. Mai, haben Douglas Adams’ Fans den Tag über ein Handtuch an. Als Hommage an sein Buch "Per Anhalter durch die Galaxis". Da hatte das Handtuch als überaus nützlicher und tröstlicher Artikel im kalten Universum eine tragende, wärmende Rolle.

Was im Universum des Wide Wild Web derzeit so tragend ist, weiß ich nicht. Mancherlei da, wie wir erfahrene Internet-Indianer wissen, ist nicht tragend, sondern tragisch. Beispielsweise antiquierte Vorstellungen oder auch Vorurteile wie diese von Herrn Remy (dessen Buch ich übrigens seinerzeit gekauft hatte):

Texter sind da beispielsweise gegenüber Grafikern
im Vorteil. Letztere leiden nämlich darunter, dass sie sich seit
Jahrzehnten nur noch vor Monitoren bewegen, und sich von
Grafik-Programmen konsumieren lassen. Aus dem "Gestalter" wurde ein
(Programm)"Verwalter".


Texter sitzen also nicht dauernd vor dem Monitor. Das halte ich für eine interessante Aussage. Für weniger wilde wide web-Erfahrene: Das war jetzt Ironie.

Es ist noch nicht allzu lange her, da konnte Ihnen
ein Grafiker ein Storyboard illustrieren. Sie hatten Zeichnen gelernt.
Das finden Sie heute nicht mehr. Inzwischen können viele Texter
zeichnen und sind deshalb bei der Kundenfrage "Könnten Sie mir eine
Idee für ein Unternehmensvideo vorstellen?" klar im Vorteil.


Sie finden heutzutage jede Menge Grafiker, die zeichnen können. Denn das ist Teil ihrer Ausbildung. Glauben Sie nicht? Sie müssen halt nur einen Diplom-Designer nehmen und keinen Mediengestalter (Lehrberuf) oder einen ganz ohne Ausbildung, der behauptet, ein Grafker zu sein. Das kann er – leider – behaupten, denn "Grafiker" ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Diplom-Designer sehr wohl. Und der kann in der Regel zeichnen und Storyboards anskizzieren.

Weshalb inzwischen viele Texter zeichnen könnten, verrät uns Herr Remy nicht. Hat diese plötzlich die Zeichen-Muse geküsst? (Denn eine standardisierte Ausbildung wie beim Diplom-Designer gibt es beim Texter nicht). Vermutlich sitzen Texter jedoch vor dem Monitor und haben ein kleines Zeichenprogrämmchen, das sie verwalten. So wird es sein. Für weniger wilde wide web-Erfahrene: Das war jetzt Ironie.

Eine Idee für ein Unternehmensvideo können beide haben: Designer oder Texter.
Wobei mittelständische Unternehmensfilmchen dazu neigen, von einer mittelständischen Filmfirma direkt und ganz ohne Idee gemacht zu werden. Für weniger wide wild web-Erfahrene: Das war jetzt eine böse Attacke gegen die meisten Unternehmensfilmchen wie beispielsweise der Westaflex-Film, da sie in der Regel vollkommen ideenbefreit sind. Ganz ohne Designer und Texter.
Da ein Handtuch drum.

3 Kommentare

  1. Tina

    Ein herrlicher Beitrag, wieder einmal wichtig und wahr. :-)
    Ich hielt viel von Herrn Remy und habe mir auch das Buch mit den Fischen gewünscht und bekommen. Mittlerweile hab ich es erst einmal ungelesen verliehen, nachdem ich meine hohe Meinung nach einigen Xing-Beiträgen teil- und/oder zeitweise revidiert hab.
    Ich gehöre übrigens nicht zu den zeichnenden Texterinnen und kenne auch keine – auch mein viele hundert Textfrauen starkes Netzwerk hat bislang nicht viele hervorgebracht. Und wenn, dann sind es eher arbeitferne Malereien, die da entstehen … Aber man steckt ja einfach nicht drin, in den Textern schlechthin.
    Aber: Ich verbringe viel Zeit vor Monitoren.
    Vielleicht bin ich ja Designerin, ohne es zu ahnen? Werde mal in mich gehen müssen.

  2. Vroni

    Mein Textwolf zeichnet. Comic-hafte Sachen. Mit Wölfen und Bedienungen. Nein, nicht die Fernbedienung, die andere. Aber das hat er schon immer gemacht, seit der Schulzeit. Ob auf Bänken oder Heften. *duck*
    Meine Tochter hat mal ein ganzes selbst gezeichnetes Büchlein von ihm gekriegt: “Der kleine Werbeleiter” (Sie war in Sales & Marketing). Es war quälend: Sie musste dermaßen lachen, aber durfte nicht. Blindarm-OP in der Rekonvaleszens.
    Wünschte mir, er würde hier für den missing Blog mal was zeichnen. Damit ich nicht ewig als das olle Bilderhauserl dasteh :-P

  3. Wolf

    Texter pondern, weak and weary, over many a quaint and curious volume of forgotten lore und zeichnen dann mit Gänsekiel Illuminationen zu petrarcischen Sonetten, wasn sonst…

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