Freitag! Logbuch

Bewirtschaftet von Vroni und Wolf

Feuerzangenbowle

Bis heute gibt es an jeder Schule, jedenfalls an jedem Gymnasium, einen Lehrer, der Struppi heißt, einen, der mal die Transsibirische Eisenbahn bis Wladiwostok gefahren ist, und einen, der mal mit dem VW-Bus durch Südamerika gefahren ist. Der mit dem VW-Bus schüttelt den Kopf darüber, wie ein Mensch acht Tage in einem Zugabteil stillsitzen kann, während er einen halben Erdkreis lang kurz unter Nordpol entlangschrammt, der mit der Transsib ist stolz, dass niemand sich je getraut hat, ihm einen kauzigen Spitznamen anzuhängen, und Struppi ist froh, dass er daheim bleiben kann.

Vroni meint: “Wolf. Es sind Ferien.”

“Ha”, sag ich, “nicht mehr lang.”

Guten Rutsch.

Soundtrack: Element of Crime: Immer da wo du bist bin ich nie, 2009:

3 Kommentare

  1. Hallo,

    an dem von mir besuchten Gymnasium gab es solcherlei Persönlichkeiten nicht. (Kann natürlich an der mittel-ostdeutschen Region liegen ;-) )
    Wir hatten nur für ein Jahr einen Physiklehrer, der wohl in einige Jahre in Afghanistan (oder in der Gegend) unterrichtete und seinen Namen auf Nachfrage in – wahrscheinlich – Dari an die Tafel schrieb. Das ist alles zu lange her, als das ich es genau erinnern kann.
    Ich erinnere mich nur noch sehr gut daran, wie er behauptete, es gebe keine Autobatterien. Das wären Autoakkus.
    Schon damals – das muss in der sechsten oder siebenten Klasse gewesen sein – habe ich ihm das nicht geglaubt. Denn eine Batterie ist eine Zusammenstellung aus mehreren gleichen Elementen, in dem Fall sechs gleiche Bleiakkumulatoren.
    Umgangssprachlich (oder einfach technisch nicht korrekt) ist hingegen der Begriff “Batterie” für ein einzelnes Primärelement z.B. der Größe AA (Mignonzelle).

    Ich wünsche ebenfalls einen guten Rutsch.

    • Das war mir gar nicht klar, dass Verteilen von Spitznamen für Lehrer so eine Wessi-Sitte ist; Heinrich Spoerl spielt ja im Oberrheinischen und steckt im kollektiven Bewusstsein meines — bundesrepublikanisch — bewussten Kollektivs.

      Mit dergleichen spitzfindigen Verbesserungen, so korrekt sie sind, macht man sich leider keine Freunde. Das war die Gelegenheit, zu der ich ausgerechnet ich ausgerechnet einen Mathelehrer korrigieren zu müssen vermeinte: Nein, man teilt keine “Ziffern”, wenn man einen Bruch aus sechzehn Zweiunddreißigstel kürzt. Ziffern sind nämlich einstellig, darum gibt’s weder eine Arbeitslosen- noch eine Dunkelziffer, und allein sein durchschaubarer Bruch aus Zähler und Nenner hat schon insgesamt vier Ziffern. Sowas würdigt einem nicht mal der Deutschlehrer. Aber der Struppi war ganz in Ordnung.

      Wir lesen uns dann auf der anderen Seite.

      • Guten Abend,

        nun, mir ist aus verschiedenen Erzählungen die Vergabe von Spitznamen an Lehrer zu Zeiten, als die neuen Bundesländer noch keine waren, bekannt.
        Das ist wohl eine gesellschaftssystemunabhängige Erscheinung.
        Nur habe ich keinen dieser Exemplare erleben dürfen ;-)

        Die spitzfindige Wortwahl wird wohl nur in der Juristerei gewürdigt.
        Ich wurde bisher ein Mal von der Polizei vernommen – da habe ich das an mir selbst erfahren können.

        Passt mir beim Rutschen auf – auch wenn es eher feucht als glatt ist.

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