Freitag! Logbuch

Bewirtschaftet von Vroni und Wolf

Kategorie: Der Mittelstand im wirklichen Leben (Seite 2 von 4)

(Don’t Trust the Girls,) Trust the Mittelstand.

Titanischer Service bei Peter Naguschewski (Kreuzstraße 15, das ist da beim Buchladen ums Eck durch die Passage auf der andern Seite, wer’s kennt):

Film Service München Inh. Peter Naguschewski, Kreuzstraße 15

„Family from Hell“ oder: Kleine Morde unter Freunden

 

"Clients from Hell" kenne ich als Site.

…als Buch als Gute-Nacht-Lektüre (ISBN 978-0-9824739-3-1); darin wird die missverständliche Sicht auf unsere kreative Arbeit in zahlreichen wunderbaren Geschichten nacherzählt. Diese sind wahr, unfassbar und daher brüllwitzig komisch!

kennt es Thilo vom fontblog.

 

Wer aber kennt das Buch "Family from Hell"?

Ich! Ganz alleine!

Die missverständliche Sicht auf kreative Arbeit darf ich im realen Alltag ab und an „genießen“. Zu Besuch gestern bei meinen Lieben auch wieder.

Nicht nur, dass sie kaum verstehen, was ich mache. (Der Klassiker: „Irgendwas mit Computer, aber früher war das doch mit Pinsel …“) Das habe ich langsam kapieren müssen, dass sich das wohl nie ändern wird. Denn eine Erklärung, was ich eigentlich wirklich mache, die länger ist als 2 Sätze, wird nicht gewünscht und ihr wird auch nicht zugehört. Werde eher abrupt unterbrochen, dass es doch besser gewesen wäre, wenn ich Lehrer geworden wäre, weil ich so gerne belehren würde…

Ich gab es also schon vor längerer Zeit auf. Muss ja keine Magengeschwüre kriegen.

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Man gibt mir aber auch regelmäßig ungefragt Ratschläge, dass ich den „Kunden“ halt einfach alles machen solle, was sie wollten. Ihnen beispielsweise Stellenanzeigen gestalten, wo HohlSPIEGEL-reif widersprüchlichster Schwachsinn im Text stehen solle. Nicht beraten! Die wollen das halt und dann machst du das halt so! Denn dann wären diese zufrieden mit dir und das sei Dienstleistung.

Sie halten sich damit jedoch nicht allzu lange auf, lassen mich verdattert stehen und sprechen bei Torte wieder darüber, wie teuer ihr Gärtner geworden sei, ihre neue Nagellackfarbe, und dass sie versuchen wollen, aus ihrem geschlossenen Immobilienfonds herauszukommen, der zu wenig Ertrag abwirft … .

Was steh' ich aus.

Ich weiß manchmal nicht, ob ich über Realsatire im Alltag lachen oder weinen soll. Satire besser im Buch oder im Film! Besser ist das.

DVD-Empfehlung: „Kleine Morde unter Freunden“

 

Händeringend

Na bravo. Solche Anzeigen gibt’s tatsächlich noch (“Keine jahrhundertealte Vergangenheit, sondern innovative Ideen”). Und dann muss man aus biologischen Gründen hingucken und dann heißt’s wieder, Männer sind schwanzgesteuert.

Stellenanzeige Maelu

Ich kann’s nicht mehr hören. Bitte bewerb sich doch endlich jemand, damit das aus dem Verkehr kommt. Theatinerstraße, der Inbegriff von zentral; von außen sieht der Laden sogar ganz begehbar aus:

Wir suchen:

Mitarbeiter für Service/Verkauf (m/w)
Vollzeit oder teilzeit

Café MAELU
Theatinerstraße 32
80333 München

oder

MAELU GbR
-Personalabteilung-

Kleinhaderner Straße 2
D-80689 München

Fachliteratur: Shocking Sexism Vintage Ads. Nein, weder das Bild noch der Link ist Satire. Das meinen die so.

English for Runaways

Update zu Dr. Mouse:

Big Ass Fans, Advertise in New Yorker, February 2011

Big Ass Fans bedeutet natürlich: Freunde des Ventilators mit dem großen Esel. Oder was dachten Sie jetzt?

Bild: Big Ass Fans, in: The New Yorker, Februar 2011.

Big Ass Fan: Betty Page: L’allumeuse du Tennessee.

Hard to be humble

Gänsefüßchen 1: Die Klassikerin.

“Hundert Mark? Dafür krieg ich ja noch nicht mal ein T-Shirt.”

Claudia Schiffer, kolportiert “90er Jahre”, Zuschreibung.

Gänsefüßchen 2: Die Streberin.

“Ich war schnell diejenige, die am weitesten war, und man lernt ja nichts, wenn man immer die Beste ist.”

Sophie Auster, in: Dirk Peitz: Die schöne Streberin, Süddeutsche Zeitung, 23. September 2006.

Gänsefüßchen 3: Die Allrounderin.

“Ich hasse es, wenn man mich ‘Exmodel’ nennt, nur weil ich als Teenager ein paar Schauen gelaufen bin.”

Charlize Theron: Vom Leben gelernt, in: Neon, 1. September 2008.

Gänsefüßchen 4: Die Designerin.

“Man sollte sich nicht bremsen lassen und sagen, ich mache nur das, was gut läuft. Sondern aus seiner Freiheit schöpfen, solange man noch von keinem Konzern aufgekauft wurde. […]

Ich ging nach der Schule davon aus, dass ich in einer großen Firma arbeiten werde. Am College in London hat sich dann herausgestellt, dass ich als One-Man-Show am besten funktioniere. Meine Direktorin hat mir geraten, nicht viel Zeit zu verlieren in anderen Unternehmen.”

Angelika Paschbeck von Paschbeck Fummel+Kram, München-Schwanthalerhöhe, nach: München – der beste Stoff für Mode, in: München erleben 3.2010.

(Dabei ist das sonst eine ganz Liebe.)

Schweinshaxe 5: Mac Davis.

Mac Davis: It’s Hard to Be Humble, in The Muppet Show 110 vom 8. März 1981.

Gründe für die Selbstständigkeit, Folge 495: Teamwork Rag

Der Gruppen-IQ errechnet sich aus dem IQ des dümmsten Gruppenmitglieds geteilt durch die Anzahl der Gruppenmitglieder.

Terry Pratchett

(Talking Blues, Ragtime Turnaround.)

Na was hams denn
Hams ka Zeid
Hams ka Zeid für Diemwörg
Kömmers fei aa anders machn

Hams ka Zeid oder
wollns ned oder
könnens ned
oder dudd Ihnen des weh

Wissens was des is a Diemwörg
wie des geht flexibl sei muss ma da und weng auf Zagg
Gas gem durchschdaddn sein Deil beidrang und
horchn was eim xachd wird

Oder hams am End
grad was Wichdigers zum Duhn
Dann willi nix xagt ham
wenns was Wichdigers zum Duhn ham

Oder brichd Ihnen da
a Zaggen aus der Gronen
wenns mid uns a Diemwörg machn
Na des dudd dann freilich weh

Kömmer Ihnen scho Zeid gem
ganz viel Zeid kömmer gem
für alles Wichdigers
was zum Duhn ham

Des könnens dann in Ihrn Zeugnis lesn
wieviel Zeid dass ghabd ham
und sich Ihnen gnommen ham
Aber wenns fei ned können oder wolln oder sich Ihnen weh dennen oder an Zaggen aus der Gronen brechen

Fade-out: Weiß ned von der Zeidarbeid schiggens uns einglich normalerweis immer meisdens a ganz a indelligendes Madderal rei des zumindesdns glei weiß wie da herin bei uns a Diemwörg gschriem wird

[Ca. 2001. Herr S. (Name geändert) müsste den Job noch haben.]

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Bonus Track: Miss Derringer: Better Run Away From Me, from: Lullabies, 2006.

Die west-östlichen Sofata

Nein, das heißt nicht richtig “Sofata”. Aber wenn Sie beim Einkaufen im Bahnhofsviertel Goethe treffen, mögen Sie sich auch nicht mehr mit halbherzigen Hyperkorrektismen wie “Sofae” zufriedengeben. Die Dame aus dem Film war gerade aus, Gemüse war noch da.

Wer sich selbst und Andre kennt,
Wird auch hier erkennen:
Orient und Okzident
Sind nicht mehr zu trennen.

Sinnig zwischen beiden Welten
Sich zu wiegen lass’ ich gelten;
Also zwischen Ost und Westen
Sich bewegen, sei’s zum Besten!

Goethe: West-östlicher Divan, 1819 ff.

Hotel Goethe München

Bild: Hotel Goethe, München; Film: Nil Ausländer, 28. Mai 2010.

PS: Leider muss ich aus juristischen Gründen an dieser Stelle vermerken, dass das Bildmaterial meinem eigenen Copyright unterliegt, weil ich keine 8000 Euro zuviel hab. Die Bilder sind zur Gaudi auf meinem Flickr-Account, die schenk ich Ihnen.

Den Sand in den Kopf stecken

In diesen ruhelosen Tagen werden unsere Kollegen aller Branchen “was zur WM machen” müssen. Das muss the missing link glücklicherweise nicht. Bis zum 11. Juli 2010, an dem dieser betrübliche Auswuchs der afrikanischen Entwicklungshilfe enden wird, verhalten Sie sich uns und allen gefühlsbegabten Menschen gegenüber nach folgenden sehr wenigen, sehr einfachen Regeln:

  1. Meiden Sie Zusammenrottungen vor übergroßen Monitoren. Man erkennt sie von weitem am typischen Ausruf “Schlant!” und am Klang des Rauschens wie von Meeresbrandungen oder Autobahnen, gerne auch von traditionell afrikanischen Musikinstrumenten, die ähnlich heißen wie ein zurückgezogen lebender deutscher Fußballspieler. — Sollten Sie trotzdem unverschuldet in eine solche Zusammenrottung geraten, vergegenwärtigen Sie sich, dass man traditionell afrikanische Musikinstrumente und zurückgezogen lebende deutsche Fußballspieler respektieren sollte. Ebenfalls mit Respekt, nicht etwa Mitleid, sollte man zum eigenen Schutz Menschen mit Verhaltensstörungen begegnen. Deren Selbsthilfegruppen lösen sich am 11. Juli von selbst auf und mit ihnen das Problem, das sie bewältigen.
  2. Vermeiden Sie auch den Erwerb von Merchandising, der im Zusammenhang mit dem Fußball der Herren steht. Sehr wahrscheinlich unterstützen Sie damit niemanden, der Sie nicht dafür verhöhnen würde, allen voran eine undurchschaubare Hierarchie bizarr überbezahlter Hauptschulabbrecher. — Sollten Sie trotzdem unverschuldet solches Merchandising erwerben, etwa weil Entwicklungshilfe schließlich Entwicklungshilfe ist, oder weil Sie glauben, dass der Krempel in fünfzig Jahren was wert wird, verschließen Sie es gut an einem Ort, zu dem niemand außer Ihnen Einsicht gewinnt.
  3. Vor allem aber vermeiden Sie die Sätze “Der Ball ist rund”, “Der nächste Gegner ist immer der schwerste”, “Das Spiel dauert neunzig Minuten” und “Nach dem Spiel ist vor dem Spiel” sowie die Synekdoche “das runde Leder” als Umschreibung für einen Fußball. 1954, das war gerade einmal neun Jahre nach dem bisher verheerendsten Krieg, als man froh sein musste, wenn die Leute nicht noch schlimmere Sachen sagten. Rechnen Sie zum Vergleich nach, wo Sie heute vor neun Jahren standen, und bewahren Sie ein Mindestmaß an Würde in Ihren Äußerungen. — Sollten Sie trotzdem unverschuldet solche Sätze aufsagen müssen, etwa weil Sie sonst von Menschen, die sich unter Drogeneinfluss die Wangen mit Landesflaggen bemalt haben, spontan auf die Lichter kriegen, hören Sie hinterher zuhause ein Viertelstündchen Deutschlandfunk. Das bereichert und reinigt den Geist.

Sollten ungnädige Umstände Sie dennoch in den nächsten Wochen zwingen, ein Fernsehgerät zu verwenden: Nutzen Sie die DJ-Helme, die Sie sonst in Ihren iPod stöpseln! Die passen nämlich auch in die Kopfhöreranschlüsse an Breitwandfernsehern. Danke.

Nächste Woche: Korrektes Verhalten, wenn die Sendung mit der Maus wegen Fußball ausfällt, in behördlich unterstützten Verkehrsstörungen (“Autokorso”) und im Kontakt mit Betroffenen und Angehörigen.

Marketingmixgetränk

Gerade Firmengründer übersehen gern, dass Marketing aus vier Sachen besteht, die mit P anfangen (wenn nicht sogar zehn, was man allerdings bemüht finden kann).

Betrachten wir, was eingeführte Marken richtig machen. Nicht solches Hipster-Zeug, dem von alleine klar ist (oder sein sollte, wenn es eine Neugründung ist), dass es nächstes Jahr um diese Zeit keinen Schnitt mehr macht. Sondern einen Partner von Handel und Gastronomie mit mehr als 1000 Weinen, Champagner, Sekt und Spirituosen der gehobenen Kategorie im Sortiment plus eine breite Palette angeschlossener Dienstleistungen: Schlumberger.

Schlumberger Sekt im V-Markt München

Kennen Sie nicht? Nein, das ist eine Gastronomiemarke. Muss also den kritischen Augen und Zungen von Profis standhalten, nicht die Mitnahmebrühe aus der Quengelzone. Und ich kenn den Stoff auch nur aus dem Münchner V-Markt, der einerseits noch wie Metro die Mengen bereithält, die der Gastronom braucht, andererseits schon aufs Schild vor der Einfahrt schreibt: “Einkaufen für jedermann”. Auch ein Missing Link, gell? Bei V bekommen sie einzelne Brösel Safran genauso wie die gastronomisch relevanten Gebinde wie Zehn-Kilo-Kübel norwegischer Preiselbeeren. Wissen Sie, was die Metro Ihnen hustet, wenn Sie ein Mädchenglas (150 Gramm) Quittengelee verlangen? Kennt also nicht jeder, den Schlumberger, und das soll so.

Gehen wir durch:

1. P wie Produkt: Schlumberger Jahrgangssekt/Vintage Brut, Sparkling ,Methode Traditionelle, Edition Chin Chin, 0,75 Liter, 11,99 Euro. Laut Eigenbeschreibung: “Die Schmuckdose ‘Chin-Chin’ ist das ideale Geschenk für Weihnachten. Dies ist die fünfte Dose der Sammeledition, in der die Schlumberger Elfe als charmantes Motiv in einer limitierten Auflage variiert und zum Sammeln einlädt.” Ein ehrbares Gesöff. Und eins in einer Reihe, von der man mehr brauchen wird. Ein Geschenk, das was darstellt, und möglicherweise nicht das letzte. Toll, da hat man zum Geburtstag schon wieder was. Vor allem aber etwas, das man an einem Point of Decision aussuchen und getrost nach Hause tragen kann, und eben kein abstrakter Gegenwert für meine harte Währung (“Random IT Solutions”). Gesoffen wird immer, die Elfe hat jeder gern zu Hause, und in der Dose kann man hinterher noch herrenlose Dübel aufheben.

2. P wie Placement: Im Direktvertrieb aus 53340 Meckenheim, oder bei ausgewählten Outlets wie dem V-Markt. Und dort für den Jedermannsverbraucher als Einzelflasche, nicht erst palettenweise für Hochzeiten aufwärts (“Busse willkommen”). Und sie haben ihre Einzelhandelsazubine eigens zu Elektro Conrad losgeschickt, um zwei Klemmspotlights fürs Regal anzuschaffen, damit die Sektelfe auf der Verpackung schön zur Geltung kommt. Das macht etwa 10 Euro für die Spotlights plus nochmal so viel für zwei Arbeitsstunden Azubi Eizelhandel (in München wahrscheinlich eher drei, weil der Conrad im Tal gerade neben einer San Francisco Coffee Company liegt, keinem ordinären Starbucks).

3. P wie Preis: Literpreis 15,99 Euro. Gastronomen schauen auf sowas, und ich auch. Die Mitte zwischen Mitnahmeschnäppchen und wertigem Geschenkpreis, mit dem man sich weder ruinieren noch genieren muss.

4. P wie Promotion: Ja, das hätte der Neugründer gern, alles auf diesen geisteswissenschaftlich “ausgebildeten” Schöngeist von Reklamefuzzi abzuwälzen, wenn der Rubel nicht so rollen will. Weder setzt sich Qualität mirum in modum von selber durch, noch wird Werbung aus Müll Gold machen (Sie erinnern sich, wie König Midas endete), auch wenn sie es mit dem nötigen Etat eine Zeitlang behaupten kann. Aber wozu?

Stellenweise verstehe ich Neugründer trotzdem: Warum machen wir nicht einfach alle einen tollen Sekt mit einer hübschen Elfe drauf und alle sind glücklich, bis sie sektselig entschlafen? Das kriegen wir nächste Stunde unter “Marktsättigung”.

Schlumberger Präsentideen

PS: Leider muss ich aus juristischen Gründen an dieser Stelle vermerken, dass das obere Bild meinem eigenen Copyright unterliegt, weil ich keine 8000 Euro zuviel hab. Es liegt sind zur Gaudi auf meinem Flickr-Account, das schenk ich Ihnen.

Facebook-Nutzung Kalenderwoche 05/10

Update zu prekäres Handwerkerbairisch,
So wird das mit dem Web 3.0
und Mutter, du hier?:

1.: Arbeitszeit Inland

“Oiso do schauns her Frau Greizleitner, mir miassn etz amoi do ois durchgreifa do. Sie schreim etz do a Schreim, an den Gsichtsbuach, wo inserne internen Mitarbeiter namentlich aufgführt san. Do schreims, dass des fei a so ned geht. Olle Dog stengat do a andrer Grampf drin, wos mir fir an Blädsinn dreim dadn während inserne bezoite Arbatszeitstundn. Weil nachant gibt des eine Beschwerden, dass der Gsichtsbiachl für einen anständigen Arbeitgeber, respektiven Mittelstand, der was ein Rückgrat ist von inserner Wirtschaft, kein Aushängeschild nicht ist und dass mir sonst fei aa zur Konkurrenz gengen kinna. Hamma uns. Und leengs mas zerscht nomoi vor zum Lesn, wanns mit Ihrn Compjuterzeigl fertig san, bevorses obschicka dan.”

2.: Freizeit Ausland

Everything Terrible!: Intro to Smooching.

We want you to werb

Beherzte Kollegen, ein eindeutiges Versprechen und ein ansprechender Font — wenn ich bloß wüsste, was mich eigentlich noch stört…?

Soundtrack: Ween: Buenos Tardes Amigo, aus: Chocolate and Cheese, 1994.

PS: Leider muss ich aus juristischen Gründen an dieser Stelle vermerken, dass das Bildmaterial meinem eigenen Copyright unterliegt, weil ich keine 8000 Euro zuviel hab. Die Bilder sind zur Gaudi auf meinem Flickr-Account, die schenk ich Ihnen.

Erster!

Penny Thalkirchner Straße eröffnet die Weihnachtssaison, 8. September 2009

8. September 2009: Penny Thalkirchner Straße eröffnet die Weihnachtssaison von ca. 2011. Klingelingeling! Schön, das ganze Weihnachts-Bashing für heuer schon erledigt zu haben.

PS: Leider muss ich aus juristischen Gründen an dieser Stelle vermerken, dass das Bildmaterial meinem eigenen Copyright unterliegt, weil ich keine 8000 Euro zuviel hab. Die Bilder sind zur Gaudi auf meinem Flickr-Account, die schenk ich Ihnen.

Rettet die Animalexotika

Update zu Ahnungsvoller Mittelstand:

Der Eber ist oft missgestimmt,
weil seine Kinder Ferkel sind.
Nicht nur die Frau, die Sau alleine,
auch die Verwandten: alles Schweine!

Im Frühling 2009 bisher gelernt: Nicht alle Animalexotika stammen von Robert Gernhardt. Genau das angeführte, das der Münchner Mittelstand auf dem Viktualienmarkt verwendet, um geflochtene Pinguine crosszusellen, entstammt allen Recherchen zufolge (vor allem Dagmar Schmauks: Ringelschwanz und rosa Rüssel. Stilisierungen des Schweins in Werbung und Cartoon in: IMAGE, 15. Januar 2006) dem lizenzfreien Volksgut.

Dem Viktualienmarkt scheint’s nicht schlecht zu gehen und man wird nach Jahren mal wieder an die Kunstform des Animalexotikums erinnert, die nicht mal googelbar ist. Mal sehen, was man in vergangenen Lenzen schon aus der Slapstick gelernt hat.

Bild: Selber gemacht, Viktualienmarkt, Frühling 2009.

PS: Leider muss ich aus juristischen Gründen an dieser Stelle vermerken, dass das Bildmaterial meinem eigenen Copyright unterliegt, weil ich keine 8000 Euro zuviel hab. Die Bilder sind zur Gaudi auf meinem Flickr-Account, die schenk ich Ihnen.

Karfreitagshit: Deaf’s a bissal mehra sei?

Hausschlachtung Haensel Ostergedicht

Ostern ist ein schönes Fest,
zu dem es sich gut schenken lässt.
Nicht nur mein Kollege der Weihnachtsmann,
bringt zu seinem Fest Geschenke an.
Nein, auch ich verteil zur Osterzeit,
schöne Geschenke weit und breit.
Besonders begehrt ist die leckere Wurst, allerlei,
verpackt im Präsentkorb von Haensels Hausschlachterei.
Das dickste Osterei in diesem Jahr ist, wenn man bedenkt,
ein Kilo Schweinebraten für 4,50 Euro, also fast geschenkt.
Verschiedene große Wurstgläser für 1,90 Euro sind ein weiterer Knall,
eine Fahrt nach Mehrstedt lohnt sich also in jedem Fall.
Nur als echter Osterhase darf man nicht hin, dazu möchte ich raten,
sonst gibt’s womöglich noch Hasenbraten.
Also Verwandte, Bekannte, Freunde und der ganze menschliche Rest,
ein wunderschönes und gesegnetes Osterfest.

Hausschlachtung Haensel, 99994 Mehrstedt, 2009

Gefunden bei der Pest Krause. Mehrstedt, das ist ein Ortsteil von Schlotheim in Thüringen. Wurst können sie da wirklich gut!

Osterurlaub

Und jetzt: ans Meer oder in die Berge?

Beides: an den Stachus.

Bild: Frauenkirche München mit Segelschiff auf dem Kaufhaus Oberpollinger, 48 ° 8′ nördlicher Breite, 11° 34′ östlicher Länge, 519 Meter (und sechs Stockwerke) über dem Meeresspiegel, 7. April 2009. Selber gemacht, ein bissel was am Kontrast gedreht, keine Montage. Näheres bei Moby-Dick™.

PS: Leider muss ich aus juristischen Gründen an dieser Stelle vermerken, dass das Bildmaterial meinem eigenen Copyright unterliegt, weil ich keine 8000 Euro zuviel hab. Die Bilder sind zur Gaudi auf meinem Flickr-Account, die schenk ich Ihnen.

+++.de (Logos ab 49,00 Euro) und wundersame Versprechungen. UPDATE.

UPDATE:

Ich
wurde dieser Tage vom Geschäftsführer des Unternehmens +++.de angerufen
und bin gebeten worden, den ganzen Artikel (den Komplett-Beitrag) 
über seine Logo-Fabrik rauszunehmen, aka ihn ganz zu löschen*. Wegen insgesamt
geschäftsschädigender Äußerungen. Ihn störte vor allem die Passage, wo
ich davon rede, dass es Betrug wäre, ein Logo in so rascher Zeit und
vermutlich baukastenmäßig als individuell anzubieten. Diese Passage
habe ich jetzt so abgeändert, dass ich jetzt von fachlich nicht in Ordnung
rede, denn Einzigartigkeit ist in der Regel in so schneller
Herstellungszeit nicht erreicht. Normalerweise ist ein Grafiker im
Schnitt mind. eine Woche über einem Logo – und nicht weil er zu langsam
ist, sondern weil ein vernünftiges Logo (das nicht nur technisch in Ordnung ist, sondern auch die restlichen Forderungen an ein Logo in den größten Teilen erfüllt  und wirklich für das Unternehmen einzigartig ist) das nach meiner unmaßgeblichen
Meinung braucht. Die Logos von +++.de sind in den meisten Fällen grafisch überladen. Was für eine Vignette sehr nett sein kann, aber für ein Logo nicht funktioniert. Das hat mit  überforderter Wahrnehmung zu tun auf Märkten, die vor solchen Logos wimmeln. Das hat zur Folge, dass sie derart überladen nicht gut merkfähig und erinnerbar sind, dazu müssten sie wesentlich reduzierter sein UND gleichzeitig auf ihre Art unique. Das Gehirn merkt sich so viele Gestaltungselemente auf einen Schlag nicht.  Dazu aber ein ander Mal.

*Ich
möchte den Komplett-Beitrag nicht löschen, da ich die Meinungsfreiheit
angetastet sehe. Ich habe ihm angeboten, seinerseits ein Dementi zu
schreiben, das ich gern veröffentliche, wenn es da ist. Habe aber dafür
den Originalnamen seines Unternehmens  in +++.de geändert. So wird es
in den Suchergebnissen nicht direkt unter oder gar über  von +++.de auf
Google Seite 1 gelistet (wie derzeit und wie er beklagte).

Memoriert
wiedergegeben: Gleichzeitig wurde von ihm inkriminiert, wie ich denn derart
gegen +++.de argumentieren könne, wenn ich doch gleichzeitig selber ein
Shopmodell plane mit ähnlicher Ausrichtung. Ich möchte dazu sagen, dass
mein geplantes Shopmodell auf alle Fälle anders ist: Ich werde bereits fertige
Produkte
verkaufen, die nicht  billig erst nach Auftrag, sondern frei vorher und ausschließlich von mir hergestellt sind. Ich vertrete die Ansicht, dass eine vernünftige Logo-Auftragsarbeit auf günstigem Massenniveau nicht funktioniert. Für die Logo-Fabrik schon, aber nicht für den Auftraggeber.  Und ich
beschäftige keine Grafiker wie +++.de, die nach Auftragseingang
geschätzt pro Nase ca. 3-5 Logos am Tag herstellen. Insofern sind für
mich diese beiden Geschäftsmodelle nicht vergleichbar. Ich verspreche in meinem Shop keine hohe zugeschnittene Individualität und Einzigartigkeit,  denn das können meine  fertigen Produkte grundsätzlich nicht leisten.

Ich
vermute, dass der feine Unterschied zwischen einer wirklich
unverwechselbaren Logoerstellung (Logo nach Maß), einem Logo von der Stange (ein bereits fertiges) und einem Logo im
Stundentakt  nicht nur potenziellen Kunden schwer vermittelbar ist.
Sondern auch Anwälten oder Richtern, denn ich denke da an die
Empfehlung eines früheren Chefs von mir, der mal eine langwierige
Gerichtsauseinandersetzung hatte wg. eines Auftrags, bzw. einer
Rechnung: Richter wissen wenig über das Fachliche in dieser Branche. Um
sich einen Überblick zu verschaffen sind meist Gutachter notwendig
(Sachen wie Schöpfungshöhe, etc.). Und das wird teuer.

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Der alte Eintrag:


Und die gehen so [edit: Die wundersamen Versprechungen, siehe Headline, d. S.]:

(Auszug):

Sie möchten von Design-Profis Ihr Logo erstellen lassen, ohne dafür ein Vermögen zu bezahlen? 

Interessanter kompetitiver, aber leider unwahrer und sehr unfairer Konkurrenz-Ansatz gegenüber Einzel-Designern und Designbüros, die vernünftige Logos bauen (die eine Aussage und einen Sinn ergeben und nicht nur gefällig sind) und vernünftig kalkulieren müssen, da sie Familie haben, Steuern bezahlen müssen und Leute beschäftigen.

Klartext und die Wahrheit: Ein Vermögen ist relativ, es kann sein
das, was die Erbtante hat, geht für Hungerleider aber schon ab 300,00
Euro los und für Erbschleicher langsam ab dem Preis für einen SUV.
Die Logos dieser normale Stundensätze kalkulierenden und seriös arbeitenden Designer mit Semiotik-Expertise kosten im Gegenteil kein wie auch immer geartetetes Vermögen, sondern Netto vor späterer Verwendung und etwaigen Nutzungsrechten bei kleinen Designbüros etwa zwischen 800,00 und ca. 2000,00 Euro. Wenn das bereits für einen hoffnungsfrohen Gründer, der seinen BMW-Geschäftsführerwagen schon eingepreist hat, aber die Kosten für die Putzfrau vergisst^^ ein Vermögen sein soll, möge er bitte seine komplette Geschäftsidee überprüfen, ob er für sie überhaupt irgendwelche Marketingkosten eingeplant hat und sich leisten kann. Er wird sie sich leisten können müssen, denn sonst wird es hinten am dicken Ende teuer. Ein schöner englischer Claim bringt das gut zum Ausdruck: "Can you afford not to afford it?"

Nur für kluge Rechner und Leute, die wissen, was ROI ist, die anderen sollen sich besser jetzt ein Youtube-Filmchen reinziehen: Logo- und Folgemarketingkosten sind rasch wieder refinanziert und drüber hinaus, wenn die Logos zusammen mit der Geschäftsidee stimmig sind, sitzen, und von der angepeilten Zielgruppe klar erfasst, verstanden und erinnert werden -  also merkfähig und nicht nur gefällig sind.

So gesehen ist +++.de die ideale Geschäftsidee. Für Nachfrager, die in ihrem Marketing (wie muss ich was draußen anbieten, damit es nachgefragt wird) vermutlich nicht nachgedacht haben, sondern augenscheinlich autistisch ihren eigenen Geschmack als Maß aller Dinge wähnen. Auch hier Glückwunsch an +++.de, der Nachfrage-Markt diesbezüglich ist riesig, denn es gibt ihrer viele. www.+++.de hat, was das betrifft, seine BWL-Hausaufgaben sehr wohl gemacht, Hutzieh, seine Kundschaft aber macht meist keine, das ist der Trick, der funktioniert.

                                                   * * *


Ein bisschen Kopfzerbrechen – aber nur ein bisschen -  macht mir nur, was denn die Grafiker kriegen, die von +++.de und ähnlichen Plattformen bezahlt werden. Mehr als ein Hungerlohn kann es nach meiner Einschätzung nicht sein, also auch hier: +++.de hat wohl seinen Lieferantenmarkt gut erkannt: die sich gegenseitig auf die Füße trampelnden Grafiker. Die meisten Grafiker und künstlerischen Berufe können nach meinem Dafürhalten entweder nicht rechnen, buchhalten, kalkulieren und gezielt akqirieren (das konnten sie noch nie, das weiß ich seit dem Studium) oder stecken vermutlich eh schon tief in der Krisen-Defensive – oder meist alles auf einmal.

Weitere werbliche Argumentation von +++.de:
(Auszug)

Dann sind Sie hier richtig, denn wir entwerfen preiswerte Logos für über 1.500 Kunden pro Jahr! Firmenlogos, Produktlogos, Vereinslogos, Schullogos, Bandlogos, Privatlogos u.v.m. Individuell, exklusiv und kreativ – das ist professionelles Logodesign!

Werbeblabla: Ein sauberer Zirkelschluss mit vagen Adjektiven, der nicht stimmt. Professionelles Logodesign ist nicht "individuell" (geschmäcklerisch-eitel, wie ein Armband mit Gravur es sein könnte), sondern es muss sein: wiedererkennbar, merkfähig. Dazu braucht es über die vorhanden sein sollende Kreativität hinaus (Kardinaltugend, muss eh sein) Erfahrung, Expertise vom Designer über bewusste und unbewusste Wahrnehmung von Information, ihre Prinzipien und Expertise über die Semiotik (die Bedeutung von Zeichen, Zeichensprache und Zeichenprozessen).

"Exklusiv" ist es auch nicht bei +++.de. Was bitte an 49,00 €  ist exklusiv. Nach meiner unmaßgeblichen Einschätzung haben die Grafiker, die das machen, im Vorfeld vermutlich zig Raster im Kopf und vielleicht auch Blankomuster in der geistigen oder echten Schublade (wie der Fernsehkoch den ruhen gelassenen Teig, die feingehackten Zwiebeln, die vorgeschnittenen feinen Julienne-Streifen: "Da habe ich ein klein wenig für Sie vorbereitet, …" und schwupps ist sein Menue fertig, das der Hausfrau locker 1 Stunde mehr kostet als geguckt. Ein Menue ist aber das eine, nach fertigem Rezept gekocht, ein Logo aber muss eine Innovation sein). Sonst zeitlich in einer Stunde (im Vergleich: Gesellenpreis im Handwerk: 1 Stunde à 45,00 Euro) unattraktiv und wirtschaftlich kaum zu schaffen. Den Rest der "Individualität" erledigen mit allergrößter Vermutung modifizierte Farbgebung, leicht geänderte Anordnung der Elemente, ein fertiger Katalog von trendigen Schriften, egal ob sie passen oder  nicht und diverse Illustrator-Plugins und Filter. Hauptsache, netter Effekt. Den neuen Firmennamen eingesetzt, einen hübschen Bogen drunter oder drüber, fertig. Wollen wir wetten?


Wenn das so ist, ist das aber nicht exklusiv, sondern oberflächlich, pseudo-exklusiv nach Fertigbaukasten (wird beim Webdesign genauso gemacht, da kann ich aus dem Nähkästchen berichten), billig und austauschbar: Ich kann Ihnen aus dem Stand und ohne jegliches Briefing viele solcher netten Logos machen, sind in einer Stunde fertig. Ich tue es aber nicht, weil ich das für fachlich nicht in Ordnung halte. Gegenüber dem Kunden, denn ich plündere damit nur meine formalen Sammlungen für einen Appel, ein Ei und Beliebigkeit. Geschäftlich geholfen ist dem Kunden leider mit so etwas nicht, meist geschadet, da undurchdacht: Den Dingern fehlt einfach die echte Einzigartigkeit, die inhaltliche Substanz und die Relevanz zum Zielmarkt.

Fazit:
Für ein Privatlogo fürs Blogtagebuch, die Privatkorrespondenz, für den Verein für graue Tauben im Sinkflug e.V., oder ein kleines Standard-Handwerksunternehmen von mir aus. Tun Sie, was Sie nicht lassen können :-).

Meine Empfehlung: Für ein neues Firmenlogo, ein Produktlogo: Hände weg!

Disclosure:
Nein, ich bin nicht futterneidig auf +++.de. Die Firmenauftraggeber/Gründer, die sich für clever halten und solche wie +++.de beauftragen, muss man als kluger Designer dem Mitbewerb (euphemistisch-neudeutsch für Konkurrenz) überlassen. Denn dieser Mitbewerb und diese Kunden, sie werden sich gegenseitig in feinster Schluderarbeit unprofessionell selber erledigen.

Man nennt das exitorientiert.
:-D

Wer nicht exitorientiert ist, sondern aus Fehlern anderer lernen möchte:
Warum Startups scheitern

Die häufigsten Fehler im Businessplan


3 kreative Ideen, E-Shops nicht zum Laufen zu bringen

Einer der besten Ideen, die zum Kaufabbruch führen:

Der Nutzer hat einen Artikel gesehen, will ihn kaufen, muss aber mühsam zurückrobben, um sich einzuloggen und als Mensch auszuweisen; das ganze Procedere nochmal von vorn. Jaa! Und er darf erst dann wieder her, der Knilch. Der Artikel ist natürlich verschwunden auf dem Radar und er muss ihn neu ausgraben. Sehr unterhaltsam.

Professionelle und gut laufende E-Shops machen das anders: Sie bilden den Kaufprozess aus der Sicht des Nutzers nach: Er sieht seine Ware und will die. Jetzt. Er will jetzt nicht gehindert werden. Daher erhält man ihm seine Bestellung im Cache und macht ihm das Einloggen/Registrieren so leicht wie möglich. Und nachdem er seine Bestellung fast vollständig ausgeführt hat. So geht das. Aber ist natürlich voll langweilig.

Gib dem Kaufwilligen unbedingt miese Produktbeschreibungen, auf gar keinen Fall Angaben über die Lieferzeit und zu kleine, unscharfe Fotos.

Dazu brauche ich, glaube ich nichts zu erklären. Funktioniert immer wieder.

Verstecke deinen Shop vor dem Käufer.

Doch, das gibt's. So ein edles, vornehmes Lädchen darf so gut wie keine Verlinkungen haben, die auf es verweisen. (Nennt man Backlinks, wer braucht das schon.) Der E-Shop wird auch anderweitig kaum beworben, istnurpeinlicheWerbung.

So findet man ihn ebenfalls nicht als Nutzer: Der Shop bekommt keine vernünftigen Title-Tags und keinen klaren Kontent, der potenzielle Suchworte enthält. Das Ding muss unbedingt ein cooler Laden in der Wüste sein ohne irgendwelche Zufahrtswege. Pro Tag kommen nur ein Leguan und eine Wüstenrennmaus vorbei, das ist romantisch.

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Es gibt natürlich noch mehr kreative Möglichkeiten in der Krise, den Nutzer nicht kaufen zu lassen. :-) (Stichwort umständliche Bezahlsysteme, z. B. wird PayPal in Deutschland schlechter angenommen als anderswo…, muss man wissen…) Aber das sind erst mal die ersten 3. Wenn die erfolgreich nicht klappen, brauche ich auch über Bezahlsysteme nicht großartig herumschwatzen… :-) Reicht doch schon so.

Bashing und Jammern nix gutt

Ein Beitrag von mir an die Textguerilleros http://textguerilla.wordpress.com

Hallo ihrs,
ihr setzt euch für gute Texte ein. Das ist eine tolle Sache.
Aber wo sind die.

Ich hab da selber genügend Erlebnisse, die einem das Gefühl, in einem Kulturvolk zu leben, ordentlich austreiben. Neulich seltsame Diskussion gehabt mit einem (vorgeblich altgedienten,
sic! = “erfahrenen”) Journalisten, der die Kritik an den Texten des
Scienceblogs als pure Kritik an Kommata abtat.

Entweder war er dumm oder er verstand absichtlich falsch, denn der
Haupteintrag war klar und unmissverständlich gegen die unverständliche,
dürre, dünkelhafte und unlebendige, “unsexy” Schreibe der dortigen
wissenschaftlichen Blogger gerichtet. Schreibe, nicht Kommafehler,
hrrgs. Man hat sogar aufgezeigt, wer und wie es ein recht berühmter
Jemand besser macht/bloggt.

Und wenn die sogenannten Schreibprofis wie dieser auf diese
konstruktive Kritik hin kommentierende Journalist sich da trotzdem auf
sehr ärgerliche Weise dummstellen, wie sieht es dann mit dem
umworbenen KMU-Normalovolk aus. Das ist bitter. Ich verstehe von daher jede
Unmutsregung und jede Heftigkeit.

Auch wenn die textguerilleros sich nicht als Textverkäufer sehen
(Ausrede! Ausrede! Denn sie haben immerhin eine Petition gestartet und
die will “verkauft” sein, also von den Leuten angenommen werden),
möchte ich ihnen dennoch zurufen:

Nur festzuhalten, wieviel und welche schlechte Texte es gibt, ist
eine seltsame Archäologie, wenn man es als Kulturauftrag sieht. Denn
sie zwingt auch euch Textguerilleros selbst allmählich in negative
Denk- und Vorstellungsschleifen hinein. Mir kommt das so vor, wie wenn
ein Kunstsammler anfinge, aus Protest miese Bilder zu sammeln, den
Zigeunerin-Ramsch und die Sonnenuntergänge in den Kaufhäusern.
Irgendwann weiß er nicht mehr vor lauter hämischer Negativität, wie ein
gutes Bild geht. Das Sein bestimmt das Denken, er wird sein Stilgefühl
verlieren.

Viel besser ist es, gute neben schlechte Texte zu stellen. Nur so
sieht der interessierte Leser (bei anderen ist es sowieso sinnlos…),
was man meint. Selbst der mäßigste Grundschullehrer würde nie und im
größten Frust nicht sich über seine Schar lustig machen, sie nur mit Spott
zusammenstauchen und stehenlassen, wenn sie etwas falsch gemacht hat.
Denn so lernen sie es nicht. Er zeigt ihnen, wie es besser wird. Und
warum es besser sein sollte (Motivation aktivieren). Und lässt sie
selber draufkommen.

Leider haben wir eine sehr fehlervermeidende, ängstliche,
autoritative Kultur. In der Familie, im Sport und im Geschäft. Wir
haben keine Kultur, die aus Fehlern erfrischende Erkenntnisse zieht
oder in ihnen im Vergleich neue Dinge entdeckt. Fehler sind negativ,
basta. Und gehören an den Pranger, you idiots! Das ist aber leider
nicht sehr kreativ, Leuts, wenn man denn… etwas mehr ereichen will als
seelisches Trostblog für verärgerte Texter zu sein.

Ein reines Prangerblog wirkt immer selbstreferentiell oder wie ein
verbitterter Lehrer. Es dient vielleicht der Treib- und Frustabfuhr der
Textergemeinde. Das ist sicher notwendige Seelenhygiene und
Seelenmülleimer zur Bestätigung für gestresste Texter oder für Texter
mit zu wenig Aufträgen, die grade wieder am Verzweifeln sind.

Ausschließlich Beiträge aus der Richtung Gruselkammer und
Haftrichter und eine Petition rein GEGEN schlechte Texte führen
nirgendwohin.

Wer wirklich zum Denken anregen will, muss seine Leser zum Vergleichen anregen.
Oder wie Rathenau sagte: Denken heißt vergleichen.

Neue Kunden mit exzellentem Service gewinnen?

Ein Beitrag von mir in einem Business-Forum

Excellentservice-Versprechen als Kundengewinnungsinstrument? Eine Denkfalle.

Funktioniert nicht. Es ist höchstens ein Aufmerksamkeitsgewinnungsinstrument.
Welches in der leider oft verwaschenen Sprache des Marketing pour le
marketing gerne fälschlich und undurchdachterweise als echtes und
schnelles Kundengewinnungsinstrument deklariert wird.

Konkreter: Ich kann mit diesem Soft-USP (der eigentlich kein echter
ist) vielleicht Interesse, tamtam, Traffic und Aufmerksamkeit auslösen
– ob wirklich gleich gekauft wird (conversion), also ob das in die
rasche Tat umgewandelt wird, hängt von allerlei sichtbareren Vorteilen
ab.

 

                                          
Das Ding ist so

Es muss erst bewiesen sein. Dann wird gekauft.

Kann man den versprochenen Topservice beweisen? Doch erst hinterher. Logisch. Topservice ist ein Punkt, den man erst erfahren haben muss, um ihn zu glauben. Bis dahin bleibt er: Behauptung.

Taugt also nicht. Warum? Der Beweis (und die Tat, das
wirklich in Anspruch zu nehmen) und damit das Vertrauen darin ist ja
erst erfolgt, wenn ich als Kunde diesen excellenten Service, der mir
versprochen wird bereits in Anspruch genommen habe

                                            Circulus vitiosus

Prospects sofort zum Kauf bringen und als Kunde zu gewinnen geht nur mit knallharten und einklagbaren Facts, die bereits vor dem Kauf klar und beweisbar da
sind und ansehbar, tastbar sind. Daher funktiort der Verkauf von echten
Produkten auch zigmal besser als der Verkauf von Dienstleistungen, die
erst in der Zukunft erfolgen können.

Was also in die Zukunft hinein versprochen wird als soft fact, der dann
eintreten soll, wenn man gekauft hat, ist ein nicht hinreichendes
Versprechen, das vom Prospect misstrauisch (und mit Grund misstrauisch)
geprüft und hin- und her gewendet wird. Von dem ich als Kunde nie weiß,
ob es nur ein hohles Versprechen und damit Marketingblabla ist oder ob
es wirklich und zuverlässig eintreten wird.

Daher taugt es als echtes Kundengewinnungsinstrument, das sofort in
Kauf wandelt, nicht. Besonders nicht bei Dienstleistungen, die sowieso
in sich, also von ihrer Natur her, bereits und sowieso servicelastig
sind.

Daher haben in die Zukunft gerichtete Grafik- und
Strategiedienstleistungen, aber auch Coachings es hochschwer, sich
gleich zu verkaufen. Ein neues Yamaha-Motorad hat es wesentlich
leichter, denn seine Features (höher PS-/Hubraumzahl, Umdrehungen,
etc.) kann man abfragen, seine Tests kann man in Userberichten lesen,
TÜV-Berichten oder ADAC-Heft entnehmen.

Das Problem also, im Vorfeld nie hinreichend beweisen zu können, ob Sie und ihr Topservice wirklich gut sind.

                               Der Käufer weiß es erst hinterher.

Daher
habe ich mir beispielsweise angewöhnt, vor allem im Internetauftritt
keine Top-Serviceversprechen oder "Wir sind die Besten"-Versprechen zu
verkünden, was erst hinterher erfahrbar sein wird. Es bringt einfach
nichts, außer – wenn man Pech hat – das Misstrauen noch eher zu
schüren, weil zuviel marketinggeblablaht.

                                                   Lösung

Kundenrezensionen von wirklich zufriedenen Kunden über diesen
Topservice reinsetzen in die Marketingbemühungen. Denn dann ist es
bereits erfahren
worden und damit halbwegs glaubhaft. Allerdings, wenn da steht: Frau H.
aus Z. habe das und das lobend gesagt, klingt das leider wie vom
Anbieter erfundene Wundertüte und wenig glaubhaft. Die Menschen, die
etwas sagen über einen, über eine Dienstleistung, müssen nachprüfbar
echte Menschen/Firmen mit echtem Namen und echter Adresse sein. Pech,
wenn man eine Dienstleistung hat, die stark von Diskretion lebt, dann
kann man das nicht machen. Dann besser ganz weglassen und auf
begeisterte Empfehlungen unter der Hand setzen.

                        Immer aus der Sicht des Kunden denken.

Da wir immer auch selber anderswo Kunde sind, müsste uns das ja
leichtfallen. Tut es aber nicht, weil wir, was das eigene Geschäft
betrifft, schnell in der Ichfalle sind. Daher ist das over the
shoulder, und die Sicht von außen so wichtig. Wenn es nur öfter
eingesehen würde… (das war jetzt ein allgemeiner und dezenter
Eigenkunden-Seufzer, den ich mir an dieser Stelle mal erlaube…)

Das kommt dabei raus, wenn man sich den Grafiker und den Fotografen…

… und Beratung spart:

40 000,00 EUR Schulden.

Und mindestens 4 unterschiedliche Versionen der Geschichte aus der lieben Qualitätspresse. Kleine Presseschau mit dem SPIEGEL obenauf. Unklar ist nur, welche Version von wem nun stimmt :-)

Quelle 1: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,552565,00.html

Die Geschichte – zumindest so, wie sie heute am 10. Mai, der SPIEGEL erzählt:
7 tapfere Damen aus dem spanischen Hochland wollten einen Anbau für eine Einrichtung ihres Dorfes finanzieren und hatten dazu die Idee, etwas Verrücktes zu tun: Einen witzigen Kalender zu machen, auf dem sie nackt abgebildet waren. (Die ganze Spiegel-Story hier.)

Die Version des BLICK (und zwar bereits vom 16. April – ähm SPIEGEL, wie aktuell bist du eigentlich sonst so?) geht ganz anders:
http://www.blick.ch/news/kurios/muetter-zuerst-nackt-dann-pleite–88728
Angeblich lag es nur an ihrem zu späten Versand, dass sie einen bösen Gewinneinbruch hatten. Wie man aber an den hoffentlich autorisierten Kalenderfotos des BLICK sieht, waren sie schon sehr peinlich und sehr schlecht. Reif für die Hall of Shame.

Noch ein wenig anders sieht es die Badische Zeitung und zwar immerhin am 19. April (!) 2008: Die Druckerei sei schuld für die Lieferschwierigkeiten. Und außerdem sei die wahre Begebenheit aus England von 1999 gewesen: http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/welt/54,51-21342605.html

Die Süddeutsche Zeitung wusste das grad noch einen Tag eher als die Badische, genau am 18. April 2008, und dazu noch, dass die Druckerei die spanischen Ladies verklagen wolle:
http://www.sueddeutsche.de/,ra8m1/panorama/artikel/502/170007/

Es hätte so oder so besser klappen können, denn es gab bereits vor einigen Jahren eine wahre Begebenheit aus den 50ern (?) und Erfolgsgeschichte von ähnlich couragierten Damen aus der prüden englischen Provinz für eine ähnlich gute Sache. Wurde sogar verfilmt: Kalender Girls. Nur: Die englischen Damen hatten  – mit viel gutem Zureden – dafür einen professionellen Fotografen gechartert. Der es auch ordentlich und begabt konnte.

Die 7 tapferen spanischen Damen nicht. Sie knipsten nach den Angaben von SPIEGEL leider selber. Besser einen Profi suchen und finden (natürlich nicht den schmierigen am Schluss des Clips):

Das Zauberwort, mit dem man einen guten und dann auch teueren Grafiker/Fotografen und PR-Spezialisten für eine gute, unkommerzielle Sache auf Trab bringt, heißt pro bono. Und evtl. auch die Druckerei. Hätten die feurigen Spanierinnen wissen können. Und wäre ein märchenhaft erfolgreiche Kalenderaktion geworden.

Unser deutscher Mittelstand ist leider allzu häufig ähnlich unterwegs wie die spanischen Ladies und sagt, wenn seine halbgaren und selbergemachten Hauruckaktionen nicht erfolgreich waren: Werbung sei zu teuer und bringe eh nix.:-)

So oder so – es werden die 7 tapferen spanischen Ladies mit ihren Weihnachtsgirlanden um den Leib dank des verspäteten Medienzuspruchs seitens des SPIEGEL bis in den Sommer hinein jetzt noch einige Kalender verkaufen können. Ich vermute, die Telefone in den Redaktionen von SPIEGEL laufen gerade heiß mit Nachfragen nach den Kalenderblättern. Die Referals auf diesen Blogeintrag – kaum ist er seit einigen Minuten im Netz  – sprechen ebenfalls bereits Bände…

(Disclosure: Nein, das war nicht beabsichtigt, Traffic mittels des SPIEGEL zu erzeugen. Meine Absicht ist, dass man kapiert: Endlich Profis ordentliche Bilder machen lassen, statt auf die never ending story von absichtlichen oder unbeabsichtigten Peinlichkeiten zu setzen: Die Fotos sind definitiv… schlecht, wertlos und nix anderes. :-) Und nicht immer kommen der SPIEGEL, El País oder der Corriere della Sera helfen.

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