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Schlagwort: Narzissmus

Moderne Gedanken eines Katers zu zwei großen Plagen unserer Zeit

Der Kater bloggt.

Die Katze gibt vor, zu schlafen, um desto klarer sehen zu können …
François-René de Chateaubriand (1768 – 1848), François-René, vicomte de Chateaubriand, französischer Schriftsteller der Frühromantik

 

1. Das ängstliche WIE-WIRKE-ICH-AUF-ANDERE
2. Das narzisstische ICH-ICH-ICH

Die Tiefenentspanntheit der Katze ist sprichwörtlich. Sie kann deswegen entspannt sein, weil sie bereits seit ihrer Geburt ein wunderbares Wesen ist. Und sich nicht ständig noch verbessern muss.

Sie ist gut und gut genug. Sie genügt sich, sie genügt anderen so wie sie ist. Ihre Ausstrahlungskraft kommt davon, dass sie nicht ständig wissen will, wie sie auf andere wirkt. Es ist ihr egal. Das ist ihr Geheimnis.

Kater Murr vor Baum

 

Anders der Mensch.

Ängstlich darauf bedacht, ob er alles richtig macht und wie er auf andere wirkt, damit er endlich geliebt wird, bringt er sich um zahlreiche Vergnügen. Und vergeudet seine Lebenszeit.

 

Die erste große moderne Plage ist daher diese Ich-Ängstlichkeit. Sie ist die verbreiteste Plage.

Einst in der Kindheit akribisch von den Eltern eingebläut bekommen (“Du kriegst erst dann ein Eis = Wir mögen dich erst dann wieder, wenn du tust was wir sagen = keine Kommafehler mehr im Aufsatz hast”).

Später hat sich das verselbständigt. Ängstlich darauf bedacht, ob sie alles richtig gemacht haben, wirken diese innen drin ungeliebten Kinder später im Leben blass, unentspannt, pingelig, besserwisserisch. Zuhause und im Job. Sie glauben, dass sie nur geliebt werden, wenn sie nur noch ein wenig geschickter und fleißiger wirken.

Mit dieser Konditionierung versehen, geraten sie in den Burn-out. Manche geraten in mehrere Burn-outs. Es ist es ihnen unmöglich, ein herrliches Leben wie die Katze zu führen. Die sich genau wie sie jetzt gerade ist geliebt fühlen darf.

Die Katze ist absolut nicht schlampig, sondern sogar perfekt in ihrem Job (Mäusejagd). Sie ist dabei so mühelos perfekt, dass sie es sich leisten kann, zuvor selbstvergessen mit der Maus zu spielen.

Ein Angstler wird vermutlich nie kapieren, wie es geht, selbstvergessen Katze zu sein und Mäuse dennoch das Fürchten zu lehren. Stur, dumpf arbeitet er sich mit seinem Angst-getriebenen WIE-WIRKE-ICH-AUF-ANDERE in den Burn-out.

 

Die zweite große Plage ist der hochmütige Narzissmuss.

Das ist eher die Verformung der Männer. Als Kind wurden sie 30 mal am Tag übertrieben für alles Mögliche gepriesen. Später als Erwachsene sind solche Egozentriker in hochmütigem, selbstverliebtem ICH-ICH-ICH 24 Stunden am Tag von sich super überzeugt. Sehen auf andere herunter und gehen der Welt auf den Keks.

 

Eine Katze ist nie ängstlich auf ihre Wirkung bedacht, sie ist aber auch nicht narzisstisch.

Denn sie sieht nie auf andere herab. Allerdings auch nicht auf andere hinauf. Sie geht seit Geburt ordentlich und ohne großen Lob-Rummel um ihre Person auf ihr Klo und respektiert die Maus. Denn: Eine Maus kann durchaus empfindlich zurückbeißen.

Um großzügig zusammenzufassen, als Kater will man ja keine längliche Doktorarbeit verfassen mit pedantischen Fußnötchen hier und perfektionistischen Einlassungen und Definitionen dort:

 

Die meisten Menschtiere leiden heute entweder unter der um sich selbst kreisenden Angst oder an der hochmütigen ICH-ICH-ICH-Krankheit.

So werden Sie nie Katze.

 

Gruß
der Kater

Im nächsten Beitrag in einer Woche verrate ich Ihnen, wie man dieses ängstliche um sich selbst Kreisen los wird. Denn ich mache jetzt mal Schluss mit Schreiben. Für meine ausgiebige Fellpflege und um danach sehr lange Nickerchen zu machen. Es ist mir egal, ob das jetzt unvollständig oder phlegmatisch oder irgendwie negativ auf Sie wirkt. Es ist mir egal, wie schnell Sie die Auflösung wollen. Wegen Ihnen mache ich mir jetzt keinen Stress, ciaoi. Sie kommen schon, wetten.

 

Für die Perfektionisten, die genauer wissen wollen was neurotischer Perfektionissimus ist. Wie Faust in Auge quasi: der Bonelli

 

 

Die Wahrheit über narzisstische Gründer. Geht pleite! Schnell!

Narzissten als Gründer: eine Katastrophe.

Narzissten als Gründer: eine Katastrophe. (Bild: Caravaggio, WikipediaCommons)

Der gemeine Gründer:

“So haben selbstverliebte Persönlichkeiten eine höhere Neigung Unternehmen zu gründen. Hochwertige Businesspläne stammen dagegen eher aus der Feder von Machiavellisten.”

(Sagt jedenfalls Uni Hohenheim: https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung?&tx_ttnews[tt_news]=11030&cHash=63a29a21c77f34ab2ad21cf99d313e4e )

Und weiter darin:

“Narzissten und subklinische Psychopathen verfolgen wohl eher Geschäftsideen, da sie einerseits stärker nach Geld, Macht und Status streben als andere Menschen, und sie andererseits ihr stark übersteigertes Selbstbewusstsein an eigene, scheinbar überragende Fähigkeiten und Erfolg bei der Unternehmung glauben lässt.

Problematisch ist das deshalb, weil diese Fähigkeiten in der Realität nicht unbedingt immer vorhanden sind, warnen die Wissenschaftler. Vergleicht man die Leistungen von Narzissten und subklinischen Psychopathen etwa bei der Erstellung eines umfassenden Businessplans nämlich mit Machiavellisten, den „manipulativen Machtmenschen“, dann schneiden Narzissten signifikant schlechter ab. Während sich Machiavellisten durch eine eher realistische Weltsicht auszeichnen und sich auf ihr Ziel fokussieren, geben sich Narzissten keine sonderlich große Mühe, denn sie halten sich ohnehin für die Besten und meinen, im Wettbewerb keine großen Anstrengungen aufbringen zu müssen.”

So ist es.

 

80% der Gründer, die bei uns anrufen, sind:

1. SmartPhone-Bürscherl. Alle Geschäfte werden hochwichtig und nervtötend auf diesem Ding nach dem Motto “Don`t call us back, we call you” abgewickelt. Man hebt nie ab, alles geht auf AB. Die Rufnummer ist zu 50% unterdrückt, voll seriös Alter.

2. Businessplan zu 99% nicht vorhanden, wenn vorhanden: schlampig, dünn. Darin Abgeschriebenes aus uralten Sinus Milieues. Die Krönung war mal, dass einer aufschlug, da war nur seine Adresse drin. Sonst nichts. Den Rest sollte ich machen. Alter Schwede!

3. Sie und ihre Produkte sind dermaßen großkotzigartig, dass man sich wundert, warum sie überhaupt Werbung wollen. (“Der “beste Gin der Welt”, der “beste Wodka der Welt” … Keine Erfindung, genauso erlebt.)

4. Ein zusammengebasteltes Logo, Marke Hipsterstyle Neger im Tunnel ähm Schwarz auf schwarzem Grund hat man aber schon. Todalgeil nach der eigenen Bude bei euren Eltern, die ihr stolz voll stylisch in Schwarz-Weiß eingerichtet habt. Ihr habts einfach drauf!

5. Sie schlagen dann bei uns auf, zu versuchen, sich kostenlose Beratung zusammenzuhamstern. Auf die sie dann grundsätzlich nicht hören wollen. Und die sie zum Anlass nehmen, den Auftrag, den sie noch gar nicht erteilt haben, todbeleidigt zu entziehen.

6. Wenn doch nicht, dann versuchen sie, gefängnisreif, kriminell, uns aufzudrängen, ein astreines Duplikat einer bereits existierenden Marke zu herzustellen. Die hat so eine tollen Schmetterling im Kreis, mussmanunbedingtauchsohaben. Das me-too-Produkt ist ein Ding mit vollmundigen, unseriösen Versprechungen, die höflich ausgedrückt, vermutlich nicht recht EU-Healthclaim-gemäß sind und haben den geklauten Namen eines Produkts einer US-Kaffeehaus-Kette. Feudale Zeiten: der Grafiker als euer Domestike. Als Copycat-Ausführ-Schweinchen. Wie war das nochmal mit der Einzigartigkeit eures Produkts?

Leute, ihr seid dermaßen ahnungslose, hirnrissige, dumme, arrogante und selbstverliebte Zeit- und Nervenfresser. Schleichts euch ihr subklinischen Psychopathen mit eurem Gehabe und eurem Made-in-China-Phone-Geraffel. Geht pleite! Schnell!

Ich steh auf Leute, die Festnetznummern haben und in der Lage sind, sich anständig zu benehmen.

 

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