Freitag! Logbuch

Bewirtschaftet von Vroni und Wolf

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Kapitalisten verstehen etwas von den Genüssen des Lebens (Barks/Fuchs)

Update zu Das nächste große Ding: Pumuckl-Marketing!:

Man kann es ja gar nicht einfach genug erklären. In diesen Tagen, als Der Donaldist 158 verschickt wurde, ist mir auch wieder eingefallen, was ich über BWL weiß. Alles auf einmal. Es passt auf zwei Bilder, dabei kommen die nicht mal im DD 158 vor.

Sie kommen vielmehr vor im Entenhausener Bericht Eine würzige Geschichte, i. e. Carl Barks: A Spicy Tale, 1962, übersetzt von Dr. Erika Fuchs für Micky Maus 28, 1963. Dagobert Duck sucht als Begleiter des Entwicklungshelfers Donald (der sich auf Spinatkochen und Bongotrommeln versteht), die knapp gewordenen Muskatnüsse bei den Muskateller-Indianern am Amazonas (die sich viel eher für die Fertigkeit des Geldverdienens interessieren), um sie nicht zuletzt für seinen eigenen Bedarf an Muskatnusstee direkt aus dem Urwald zu exportieren:

Donald Duck, Eine würzige Geschichte Donald Duck, Eine würzige Geschichte

Der verdiente Donaldist Andreas Platthaus nimmt Dagoberts Auffassung von Vermögensbildung, die in der BWL Schatzbildung heißt, ernst — in: Die Kunst, Geld anzuhäufen, Jungle World, 6. November 2008:

Ein Großteil des Duckschen Geldes arbeitet nicht. Es genießt vielmehr den Ruhestand und dient vor allem sentimentalen Gefühlen seines Besitzers. So findet sich tief im Geldspeicher unter unzähligen anderen Münzen vergraben ein Fass mit der ersten Million Dagobert Ducks, die dieser »noch heute nicht ohne Rührung betrachten kann«. Dass auch der erste selbstverdiente Taler noch in seinem Besitz ist, dürfte sogar oberflächlichen Kennern Entenhausens bekannt sein. Man darf aber vermuten, dass frisch verdientes Geld von Dagobert Duck generell nicht wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt wird. Man rufe sich nur einen Satz in Erinnerung, den er beim Betrachten einer einzelnen Münze aus seinem Ver­mögen äußerte: »Oh, das Geldstück kenn’ ich. Das ist das, was ich damals auf der Weltausstellung 1907 nicht ausgegeben habe.«

Dieses Zitat führt ins Herz der politischen Ökonomie Entenhausens, die sowohl rätselhafte Phänomene wie die kurzfristige Bilanzschwebe als auch mittlerweile leicht nachvollziehbare wie die kreditabwürgende Unabhängigkeitstheorie kennt. Erfreulicherweise ist durch Barks und Fuchs ein Vorlesungszyklus überliefert, den Da­gobert Duck als unfreiwilliger Entwicklungshelfer beim Stamm der südamerikanischen Muskateller-Indianer gehalten hat. Hören wir uns den Milliardär erst einmal an: »Zuerst muss man sich ein paar Taler sparen. Die tut man auf die Bank. Ersparnisse erfreuen das Herz des Bankdirektors. In seiner Freude legt er noch etwas dazu.« So erläutert Duck das Zinsphänomen. Es ist hier also weniger Geld, das Geld heckt, um mit Marx zu reden, als vielmehr eine Ökonomie des Wohlgefallens (man könnte auch sagen: eine Günstlingswirtschaft), die das Vermögenswachstum erst in Gang bringt. Banken fungieren dabei als grundgütige Gläubiger.

Das wirkt etwas weltfremd. Aber weiter in Ducks Vorlesung: »Mit dem geborgten Geld kauft ihr billige Waren ein und verkauft sie so teuer wie möglich.« Spätestens hier werden wir hellhörig, denn wir wissen ja, dass sich der Milliardär selbst nicht mehr verschuldet. Wir folgern daraus, dass kaum jemand so wenig berufen ist, uns den Kapitalismus zu erläutern, wie Dagobert Duck. Es gibt ein berühmtes Diktum aus seinem Munde: »Mir hat auch keiner gesagt, wie man Kapitalist wird.« Der Witz ist: Er ist es nie gewesen, denn Hortung, wie Duck sie betreibt, muss dem Kapitalismus wesensfremd bleiben. Er ist ja gerade angewiesen auf frei flottierende Geldströme, weil nur so Kapital akkumuliert werden kann.

Dagobert Duck wäre mithin gar kein Kapitalist? Platthaus braucht bedeutend länger als Duck, um seinen Standpunkt klar zu machen; normalerweise ein schlechtes Zeichen, aber Platthaus muss auch nicht in zwei Sprechblasen passen, und plötzlich gibt es einen ganz neuen Sinn, dass Dagobert andernorts, in populär gewordenen Fuchs-Zitaten eher als Plutokrat bezeichnet wird. Die Kuriosität, die den Bericht erst buchenswert macht, liegt inzwischen nicht mehr in der Grundgüte von Bankinhabern, sondern in der Grundannahme, Zinsen bedeuteten einen Zuwachs an Barmitteln.

Eine vergleichbar stringente Darstellung der Uneigennützigkeit erscheint in Entenhausen erst 1970, Dagobert kommt nicht im Bilde vor. Was immer das bedeutet.

Bilder: Walt Disney, Ehapa, Erika-Fuchs-Haus, D.O.N.A.L.D..

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Definition von Dichtung
       gleich mit drin
              sind. Nach dem

letzten Versuch hab
       ich online Günter
              Grass bestellt: das,

wo sich über
       zwanzig Dichter in
              Telgte treffen, um

zu überlegen, was
       man richtig machen
              könnte. Das war

1647: gegen Ende
       des Krieges. Zwei
              Tage später war

das Buch im
       Kasten: Irgendwas muss
              doch irgendwann funktionieren.

Soundtrack:

Noch erstaunter — und Schütz ein wenig erschrocken — waren alle im Hof, als Gelnhausen plötzlich und nachdem er sich schon dienstfertig zwischen das Gepäck des späten Gastes gestellt hatte, mit angenehmem Tenor aus den “Cantiones sacrae”, einem eher überkonfessionellen, deshalb bis in katholische Gegend verbreiteten Werk den Anfang der ersten Motette zu singen begann: “O bone, o dulcis, o benigne Jesu…”

Günter Grass: Das Treffen in Telgte, 1979,
Sammlung Luchterhand 1985, Seite 46.

Ohoho-ho lalala

Das unsägliche, um nicht zu sagen: in den postmodernen Versionen brunzdumme Donaulied hatte ich nicht mal in meiner aktiven Lagerfeuerzeit im Repertoire-Ordner stehen, weil das selbst mir zu flach war. Heute kann man eine Online-Petition namens Bierzeltsexismus Aktion gegen das Donaulied unterzeichnen, damit der Unfug nicht mehr öffentlich aufgeführt werden darf. Wenn es einen durchaus dazu drängt, kann man auch eine Online-Petition namens Rettet das Donaulied unterzeichnen, damit der Unfug aus lauter Tradition doch weiterhin öffentlich aufgeführt werden darf, aber den Link können Sie selber suchen.

Angeblich waren seit “vor 1828” Versionen mit bis zu 24 Strophen in Umlauf, gern aus der Sicht eines Mädchens, das ihren Geliebten sucht. Ursprünge sind begründbar aus einer ähnlich lautenden Singspiel-Arie aus dem Donauweibchen von Ferdinand Kauer 1790; mithin wäre es der Definition nach kein Volkslied, allenfalls ein verderbter Gassenhauer. Die volkstümlicher Weise leichtfertig gut geheißene, ja heldenhaft gesehene Vergewaltigung wurde erst nach 1945 in die Texte getragen, ein virulenter Bierzelthit wurde der Liedtypus aus männlicher Perspektive nach 1970. Eine gängige Einspielung von Mickie Krause verschleiert immerhin die die offene Vergewaltigung, die genannte Petition richtet sich gegen die gedankenlosesten, möglicherweise triggernden Versionen und wahrscheinlich aus rechtlicher Durchsetzbarkeit nur gegen die Aufführung “in Passauer Bierzelten und Kneipen”. Befürworter des traditionellen Sexismus machen geltend, der Schmarrn gehöre als Volkslied “einfach zur Bierzelt- und Kneipenstimmung” dazu.

Bedeutend wirksamer als Aufführungsvorschriften egal von welcher Seite empfinde ich die Version der Frauen-Formation die 7, die den Text nach Jahrhunderten wieder in eine weibliche Sichtweise rückt. Dass sie ausgerechnet am 4. Juni 2020 auf YouTube hochgeladen wurde, deutet auf ihre ideologische Stoßrichtung hin, was in Ordnung geht; dass dabei in der Überschrift flüchtiger Weise das “ich” ausgelassen wurde, deutet auf eine gewisse “weibliche” Verhuschtheit, was noch viel mehr in Ordnung kommen muss. Der Anfang dazu ist durch die Umdeutung und den neuen Text gemacht.

Erschütternd genug war der “Das Lied aus Sicht des Mädchens” online nicht aufzufinden, deshalb erscheint der Text unten, dem Video abgelauscht. Er kommt einem Volkslied erfreulich nahe und klingt glaubwürdig genug wie etwas, das so in Des Knaben Wunderhorn oder dem Deutschen Liederhort stehen könnte. Dabei wurde der Text für diese feministisch gedachte Gegenversion wesentlich komplexer als das vorgefundene Original gebaut: Die Strophen haben vier statt nur zwei Verse, die handlungstragenden Inhalt — also mehr als das berüchtigte “Ohoho-ho lalala” — vermitteln; dazu wurde ein Refrain eingeschaltet, der aus der Strophenmelodie ausbricht und inhaltlich auf einer übergeordneten Ebene spielt. Das hat objektiv sehr viel mehr Substanz als der Bierzeltkracher.

Beim Nachspielen behält die Melodie auch auf Moll heruntertransponiert die üblichen drei Gitarrengriffe, also nur unverzagt zugeklampft; das obligate Solo bietet sich auf Mundharmonika an, gern vom selben Aufführenden mit Bob-Dylan-Ständer. Das offizielle Cello-Solo aus dem Video, vermutlich erfunden und vorgetragen von Lena Kranjc, wird voraussichtlich wieder nicht zur Mutter aller Cello-Soli ausgerufen, sollte es aber.

Auf gegenwärtigem Stand hat die Petition von Corinna Schütz schon gewonnen. Das ist schön, aber für die Praxis gar nicht so erheblich: Keine Bierzeltunterhaltung, die eine gewisse Reststimmung aufrechtzuerhalten strebt, wird das Zeug je wieder spielen können. Das haben, hoch sollen sie leben, Corinna Schütz, Maria Voss und Lena Kranjc geschafft.

——— die 7:

Einst ging ich am Ufer der Donau entlang

Text: Maria Voss; Musik: Lena Kranjc, Maria Voss, 2020:

1.: Einst ging ich am Ufer der Donau entlang,
ohoho-ho lalala.
Der Fluss und sein Rauschen ein kraftvoller Klang,
ohoho-ho lalala.
Die Sonne so freundlich, das Gras satt und dicht,
||: ich legte mich hin, eilig, hatt’ ich es nicht. :||

2.: Ich schloss meine Augen und sanft schlief ich ein,
ohoho-ho lalala.
Versäumend und träumend, so muss Urlaub sein,
ohoho-ho lalala.
Ein Schatten jeoch störte kalt meinen Schlaf,
||: ich regte mich nicht, weil mich sein Blick traf. :||

Refrain: Lass die Gläser klingen, die Burschen singen,
aus voller Brust klingt ein Lied.
Lass die Mädchen sich wiegen, im Takt sich verbiegen,
feuchtfröhlich tönet das Lied.

[Cello-Solo.]

3.: Er lächelte zynisch, erstarrt lag ich dort,
ohoho-ho lalala.
Er strich sich durchs Haar und dann war er fort,
ohoho-ho lalala.
Der Fluss rauscht vorbei, doch ich höre ihn nicht,
es kreischt in mir, meine Seele zerbricht.

Refrain: Lass die Gläser klingen, die Burschen singen,
aus voller Brust klingt ein Lied.
Lass die Mädchen sich wiegen, im Takt sich verbiegen,
feuchtfröhlich tönet das Lied.

Noch ein Wort an die Traditionalisten, die kein traditionelles Volkslied von einer weitertradierten Unsitte unterscheiden können: Bei den rüden, sexistischen Versionen der unbesonnenen 1980er Jahre konnte ich öfters einen kumpelhaften Anerkennungserfolg mit der letzten Strophe einheimsen:

Da hast du fünf Mark und nun scher dich hier raus,
ohoho-ho lalala,
und wasch dir die Klitsche mit Schmierseife aus,
ohoho-ho lalala.

Aber von mir habt ihr das nicht, ihr Anfänger.

FAR TAN

Immer wieder beruhigend, dass es auch Pflanzen gibt, die man nicht jeden Tag von vorne handpäppeln muss. Moos ist ja was Schönes. Unbegreiflich, dass es keiner im Garten will, das innenstädtische Kapuzinerkloster St. Anton duldet es wenigstens davor.

Pfarrei St. Anton, Thalkirchner Straße

Manche Moosarten — meistens Ackermoose — setzen ihre Sporen frei, indem sie verwesen, und wenn unsereins nicht achtmal pro Woche seine Sexualität auslebt, herrscht Beziehungskrise. Das Zeug wohnt am Kloster schon ganz zurecht. Im Bild der malerischste Ausschnitt der Inschrift Pfarrei St. Anton, Eingang Thalkirchner Straße.

Moos sehenden Auges ins Haus zuziehen:

Ois ned so einfach: die gemeine Wollmaus mus, muris m.

Der Kater, der Männer-Staubsauger und die Ecken

Der Kater bloggt.

 

Haushaltstipp: Fettflecken verschwinden völlig, wenn man sie mit Öl überpinselt.

Kalenderspruch. Nicht überliefert, ob Kalenderspruch in Housekeeping-Magazinen.

 

Große Machosauger saugen gut. Aber die kleinen kennen die Ecken.

Spruch vom Kater

 

‘tagloehner’ (SPON) bekam für diese Aussage lobende Klicks:

“Frauen mögen nicht, wie Männer Haushalt führen. Sie wollen, dass Mann Haushalt wie Frau führt.”

Dazu ein Film, bei dem sich der Kater vor Lachen weggeschmissen hat:

Klar wollen Frauen keine “männliche” Haushaltsführung wie in diesem Video.

a) Denn Socken werden hier zusammen mit Fein- und Kochwäsche unsortiert und gemeinsam in die Riesenmaschine geschüttet.

b) Sein Monsterkraft-Saugtraktor fährt im Film nur verspielt wie im Kinderkarussell in Kreis herum, er wird nie in den Ecken saugen, geschweige denn hinkommen.

Unters Sofa oder Bett schon gar nicht.

;-)

 

Sicher putzen nicht alle Männer so, doch als Kater habe ich es so das eine oder andere Mal schon gesehen ;-)

 

Gruß

Der Kater,

der sich immer noch den Bauch hält vor Lachen.
In den Ecken unterm Bett lauernd, nach den zahlreichen Wollmäusen jagend, die trotz Kleinsauger (der kommt auch nirgendwo recht hin: zu kurzes Saugrohr) und trotz Macho-Technik ‘Kraft mal Weg’ und trotz weiblicher Feinputzungen seit Äonen drunter liegen.

 

Tierwohl – follow the money

Der Kater bloggt.

 


Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Menschen zurück.
(Pythagoras)

 

 

Mayer Richard / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0)

 

Genau so. Guter Gedanke (aus einem Online-Zeitungskommentar):

Wenn man wirklich wüsste, dass jeder Cent in eine artgerechte Tierhaltung fließt, würde ich dem glatt zustimmen. Doch mein Vertrauen in die Ehrlichkeit dieser Machtzirkel ist enden wollend. Apropos: Wenn es die Politik sogar schafft, den Menschen 1-2 Meter Abstand auf zu zwingen, warum schafft sie das denn für unsere armen Nutztiere nicht?

 

Gruß

Der Kater

 

 

 

Aber gell, Sie sin doch aus Franken, gell!

Die Irm Hermann (* 4. Oktober 1942; † 26. Mai 2020) hab ich noch kurz kennengelernt. Die hat mal in dem Hotel übernachtet, in dem ich an der Nachtschicht war. Da hat die sich unter Aufbietung ihres Charmes spätnachts in meine Hotelküche gequasselt, um sich unter Aufsicht irgend so einen abseitigen Gesundheitshexentee zu brauen. Die Schauspiel-Legende, mit der ich mal ein gedeihliches halbes Stündchen verbringen durfte; erkannt hab sie erst nachträglich an der immer leicht klagenden, tragfähigen Hörspielstimme, bei der man immer zusammengezuckt ist: Die kenn ich doch, die kenn ich doch?, und als ich in ihrer Reservierung nachgeschaut hab, wie die überhaupt heißt. Ein ganz bezaubernd liebenswertes, gebildetes Ömchen war das nämlich, jawoll. Drum sieht man der auch die ganzen Feelbad-Schmonzetten mit dem seligen Fassbinder nach. Aus der Ferne betrachtet war das menschlich Einnehmede an Frau Hermanns nächtlichem Auftritt der Respekt vor der Arbeit eines Hotelnachtportiers, der selbstverständlich nicht einfach Gäste in die Küche lassen darf, aus dem sie die Erlaubnis dazu mit einer Spanne ihrer zuträglichen Gesellschaft vergelten wollte.

Nach dem Tee hätt ich sie noch fragen sollen.

5letters: Make Reasonable Art

Update zu Staffelknipsen:

Das find ich wichtig. Das Wort hat Carolin Gutt von 5letters aus Berlin. Unterstützet zahlreich ihre Kunst auf society6 und Redbubble. Korrekturen waren unnötig, Hervorhebung im Text von mir:

Let’s do this and try to stay online.

warning: the text might be a trigger as it contains thoughts on nudity and sexuality and it’s really long *eye roll* (posted to u>my Instagram first)

I honestly struggled in my decision to post some of these photographs I’ve been working on last year on Instagram, but have chosen now to simply start with this one but I cannot let it pass without comment, or a personal statement or a rant or whatever you’d like to call it.

Debating with myself whether to share or maybe better not to share them here at all as I am afraid of losing the account (once more) or an image to be the least of my worries.

But then again I think, THIS IS NOT an option how to deal with it.

Always trading off how to present my art in a way I would like it to be looked at (without censorship because it only takes away an artworks essence) against the fact that I also want to promote my own art and make it more accessible for a wider (fan) community and people that share my interests and don’t follow me somewhere else but on Instagram, for instance.

The only place on the internet I know, where I don’t have to fear my art might be taken down against my own will is flickr, because they set up a system which allows you to mark your uploads as safe, moderate or restricted and one doesn’t have to necessarily censor one’s own art. You simply choose yourself to see mature content or not. And you also choose the tags you find appropriate for the content you upload. Please share other platforms with me, that you know with a likewise user-friendly attitude. If there is any. I also might consider to really create an own website one day to simply share my art without restrictions, but then I would also miss out on all the exchange of thoughts with other artists, which I find just as important as making art myself. Hoping there will be more exchange and no ban of the exchange. Otherwise we’ll all just might become whistleblowers.

But for the rest I wish we would stop being afraid of human body parts. I wish we would stop to hide bodies in general. I wish we would stop to label them as something illegal and I wish we would stop making use of the excuse “…but there are children that need to be protected” – ahm, yes. Agree. But this is not the way to protect them, by never letting them explore a main part of their own existence – nudity. This is only how you confuse and irritate them and assume that they are too stupid to understand it and make it even worse – they might get the impression there is something wrong in being nude and suddenly they feel uncomfortable in their own bodies. Oops! There we go, many generations full of self-doubts and bodyshaming. You really wanna protect children? Educate them! Take them by the hand and let them know their questions about nudity, their own body, their first encounters with sexuality are okay and nothing to be afraid or ashamed of. It is most likely that so many adults struggle to deal with it openly only because they haven’t had the awareness and resources and sensitivity when they were young. Yet we all grew up and sooner or later there was a first time when we saw a naked body or had a very first sexual experience (wishing it was consensual), and we probably felt confused and shameful and weird as this was something new to us, but we made up our minds and came up with questions, I still do – it never stops actually, and we would be looking for answers, whether it was something with or without support, because we are curious. Curiosity is something good. Knowledge is something good. And to be honest about it is even better. And we choose if there will be more support in the future (for all of us, not only children) or just more hiding and open questions. Art is a wonderful way to educate and playful to begin with in my opinion. It breaks the ice, to say so. I work in a museum where we display a lot of figural art, most of it is nude art, and guess what, children are among the visitors also. We do offer special workshops for them to get in touch with the art they see. I don’t wanna bring a long argument up about the internet being a safe place for children. Definitely. It must be a safe place for everyone. Not only children. So many adults have to face hate speech. And so many (women) have to deal with dick pics – including myself. Doesn’t only happen to teenagers, right?!

And talking about the fine arts particularly, I really wish we will stop giving artists constantly a feeling of being criminals for doing art – or simply humans for owning a nude body, because the body itself is basically all we can ever call our own property and it cannot be taken away by someone else (it shouldn’t be taken away – this is where we enter the real world and the world wide web is just a reflection of it, therefore we need to fix a wide spread common sense in the real world we all live in, while the Internet is a tool to communicate about it – if I would get the same “ban” in real life as online, it would be like someone constantly putting a plaster onto my mouth, metaphorically).

5letters, Carolin Gutt, close, 2019Exploring the female gaze in my own nude photography is a vice versa answer to the still more common male gaze and being able to create a content I would like to see more often on the internet and the world I live in by taking pictures not only of my own body, also of other female and male nudes, made me think of the right way to represent them, but I have to fear a restriction by so called correct guidelines or community standards ever since. Who are you to tell me that your community standards are something to actually agree on and to call them “right” or “entire” or “inclusive”. Actually they discriminate and make a majority believe that this is an ultimate opinion. How can you even dare to make the hashtag “woman” illegal and shadowban all content connected to it. Instagram, Facebook and other social networks with these “standards” only support a world, where half of mankind (even more) still struggles to be accepted and respected as humans. Basically this only means, if not they are the ones to ban or censor my art, than I will have to do it as an artist myself, if I want to keep the art online and wanna share my content and reach out to people to make a change. I discriminate myself and give my permission to allow others to not respect me as an artist and as a woman and as a human. So one way or the other the art gets a big censorship on it and cannot be seen as what I originally had intended it to be (as there will always be an odd side effect of it being something forbidden first of all). I am not a criminal, I am not doing illegal things, there is no need to hide what I am doing and I don’t want it to be understood as if it was. I’d so love to break old standardized gaze habits and get rid of the BIG OLD ONE and ONLY possible way to understand a nude/semi-nude that’s spread via all kinds of media and therefore got the overall agreement to be “valid” – in the very common sexualized way, right?! But how are we supposed to replace it, when all our efforts on presenting the nude in a new light (female, male, non-binary… doesn’t matter after all) is already meant to be sexual by the guidelines itself and -now here comes the point which I find even more devastating- making it a bad thing!!! Why? Two main points here: why does nude-art have to be „sexual art” only and why does sexual have to mean it’s something bad, why does nude have to mean it’s something bad? I think we need to free the body from being sexual only and need to free sexuality/nudity from its old negativity. Not only for women, after decades of struggling to find our own positive aspects of sexuality – men in general would do themselves a big favour to re-think their own understanding of sexuality, too. Is the presented “sex” you see everywhere really the sex you guys wanna look at and do you find yourself represented by it? Seriously?? I am sure it still works for those that never made up their own mind about what sexuality is meant to be or could be as its deadlocked meaning gets copy pasted and worked as a tool of power and prevalence for centuries, but many men (luckily) are just disgusted by it nowadays and what it does to them or the women/people in their lives. Btw, I rarely see plain sexual content in my own artworks or in a lot of other artists‘ work that focus on the nude subject in fine arts. My nudes rather address the topic of how the body itself represents beauty in different ways and of all kinds and is a vessel to express the mind and how a digital or analog camera gives you different options and possibilities to explore and play around with it. A nude can be funny, can be hilarious, can be soft, can be attracting, can be broken, can be damaged, can be protective, can be vulnerable, can be a limit to our mind, can be lots of things, because we are lots of things, and it can be sexual – yes – but isn’t sexual first of all. A sexual component can be a part of a nude but it doesn’t have to be and it only happens when the subject and I agree on it to make it visible. This leads me straight back to the uploaded content I wanted to share and hopefully will be sharing some more of this series soon, in case they won’t take this one down and it remains online. Congratulations to all of you who made it so far scrolling down, means the image is still here. Some of you also were lucky to see the whole series on my flickr already (flickr.com/photos/orangeshakejuice) and I can only draw your attention to my stream for uncensored versions of my art – the original content to say so. My shops are censorship free as well, but as I am not selling all my nude artworks you will also not catch up on my full body of work. Anyway, those who follow me here and on my flickr were kind to let me know how they find this series to be one of the most explicit work I’ve done so far and I agree on it. Didn’t think to capture the topic of physical selflove and selfcare on camera really much in the past. And even this time I was looking for private portraits, nude portraits but because the whole atmosphere made both of us feel safe and comfortable we ended up with some really delicate, explicit and intimate nude portraits, which are far away from porn but close to an artistic, aesthetic and respectful interaction. And I am grateful for the experience. It’s been actually rather easy, more than what one would maybe think and really not stressing at all. And I say it shows in the images. There is something that influences the output, the result of a session. If you stress about it or look for something to happen desperately, it’s going to be shite quite likely and will dissatisfy probably. In the worst case it will hurt someone. I’d even dare to say, because the photographs don’t include any provocative purpose they are not provoking and I have to ask myself, can you un-sexualise a sexual content? In a world where non-sexual things must become something sexual on purpose I wonder if a clear sexuality-connected thing like an erect penis doesn’t have to be sexual at first sight, but is possibly more a thing of beauty and of something that’s just greater or just human and therefore natural, but maybe that’s one step too far for the already-brainwashed-brains and narrow-minded-minds out there I lost when starting to talk about how to rather protect children by telling them the uncovered truth. Right, it’s late. I’ll leave it here with you. And I gotta work tomorrow, which literally is in a couple of hours. I will see if the image (my account?) will still be here when I wake up and hopefully some of you will get the chance to follow my thoughts. Respectful comments and opinions are most welcome. Thanks very much. Have a good day and good night. Speak to you soon. Take care of your vulnerability, please.

#makereasonableart

Bild: 5letters: ‘close‘ © 2019, bearbeitet.

Soundtrack: Fiona Apple: Criminal, aus: Tidal, 1996:

Der nahende Hitzesommer - zwischen Müllvermeidung und Klimakrise

Reise ans Ende der Nacht

Unmaßgebliche, nächtliche Reflektionen eines Katers

 

Auf den Impfstoff gegen das neue Coronavirus müssen wir vielleicht noch ein Jahr warten, sagen die Wissenschaftler. Der “Impfstoff” gegen die Klimaerhitzung ist längst bekannt. Wir sollten ihn endlich auch intensiver einsetzen.
Franz Alt, Mai 2020

 

Während …

andere in Zeiten von Corona versuchen, Bars und Nightclubs wieder zu eröffnen und daran verzweifeln (ich fühle mit ihnen, ich liebte in meinen besten Jahren das Club-Remmidemmi, das Eating out & Getting drunk war mein liebstes), scheitere ich als gesetzter Kater am schlichten Online-Kauf eines Sonnenschirms gegen die zunehmende Hitze am Teich. Welche schlimm ist für Wassertier, Pflanze und Wasser. Algenzuwachs, Sauerstoffmangel, umkippen des Biotops, all das.

 

Mission impossible

Leider haben neue Schirme neuerdings 38 mm Stockdurchmesser. Alle. Bis auf einen einzigen Sonnenschirm der famosen Firma DOPPLER, der mir von seinem Schirmdurchmesser her zu klein vorkommt. Um den Teich, um das Teichwasser zu kühlen, abzudecken.

Pfft. Wer schmeißt schon den schweren Schirmständer weg. Und wer kauft neue, wenn er schon welche hat.

 

 


Im Teich: der Bitterling, gefährdet.

 

Ist das Problem nur eins für Kater mit Hang zu Fisch oder kann mans vergessen.

Ich weiß es nicht.

 

Das Klimaproblem ist trotz Corona nun mal da.

Der T. riet mir, wegen des Klimawandels sogar den Teich zu zuschütten  wegzutun.

Und stattdessen doch schöne Blumen dahin zu pflanzen. In Vernachlässigung der Tatsache, dass durch Klimastress auch Blumen und Sträucher mehr Pflege brauchen. Also ‘Aufwand’ sind. Glaubt T., dass Hitzestress bei Blumen keine Mehrarbeit macht im Vergleich zu *normalen’ Jahren?

Ich nicht.

Ich sehe Jahr für Jahr, dass sie mehr Schädlinge bekommen. Die Blumen leiden sehr. Es wird schwieriger, das hinzukriegen, wenn man das bio machen will. Bald gibts beim Dehner nur noch kindsgroße Gartenkakteen für die Frühjahrssaison.

 

Gruß

Der Kater

Bin aber trotzdem froh: Die betonierten Innenhöfe nebenan hat man nicht einmal grün angestrichen.

 

 

 

Wir sind nur die Opfer des Kapitalismus

Muss man auch mal draufkommen: Erst öffnen die Indoor-Spielplätze, danach dann die Waldkindergärten für besserverdienende Waldorf-Aspiranten, dann die Kindertagesstätten, vulgo Kitas, für Kassenpatienten. Versteh ich nicht, aber meine Generation wurde auch noch ohne Kindersitz im Auto transportiert, und wenn einer angemerkt hätte, dass Rauchen von Zigaretten in einem Kraftfahrzeug mit geschlossenen Fenstern eher so mittelgesund ist, hätte er sich eine eingefangen, dass er durch dasselbe geschlossene Autofenster geschossen wäre. Ein Verhalten, für das einen heutigentags das Jugendamt umgehend mit Blaulicht aus dem Verkehr ziehen und mit dem Narkosegewehr unschädlich machen würde, aber mit vergleichbarem Effekt.

Demokratie bedeutet offenkundig in Zeiten des sich aufbäumenden Kapitalismus, dass die Leute möglichst zügig wieder Zugang zu staatlich finanzierten Automobilen erhalten, weil die Autoindustrie sich irgendwie das Image erhalten konnte, wirtschaftlich sinnvoll zu sein. Bisher haben sämtliche Anti-Corona-Maßnahmen ein allenthalben so genanntes “Loch” von 100 Milliarden Unterweltdrachmen, nein: Euro gerissen. Zum Vergleich: Das sind ungefähr 7 Prozent von den Gesamtausgaben des Bundes. Mir kommen die Tränen. Soweit ich beobachten konnte, war zu keinem Zeitpunkt Strom, Wasser oder das, womit sich Deutschland anstatt eines Internets behilft, abgestellt und die Leute greinen nach ihren demokratischen Freiheiten, als hätten sie sich drei Jahre lang in einem Luftschutzkeller von ihren eigenen Zehennägeln ernährt.

Noch weiter zurück in der Zeit: Dafür hat sich mein Urururgroßvater anno 1848 an die Gaslaterne knüpfen lassen.

Soundtrack: Die Ärzte: Opfer, aus: Planet Punk, 1995
live aus: Die Band, die sie Pferd nannten, 2004,
weil die Videoverzerrung in diesem einen Falle recht stylish gespenstisch rüberkommt und man in wenigen Wochen gar zu gern an die alte Weltordnung ohne Abstandsgebot zurückdenken wird:

Es kommt nur auf den Standpunkt an, von dem man sowas sieht:
Denk an die Rendite, denk an den Profit.

Musikalische Merkhilfe

Normalerweise ist Musik selber eine Merkhilfe, bloß wie merkt man sich die Musik? Jetzt kann man sich natürlich jahrzehntelang in so genannte klassische Musik einhören und aus den Wikipedia-Artikeln das herauslesen, was einem zur Einordnung der Unterschiede weiterhilft. Man kann sich’s aber auch so merken:

 

Bach ist das, was er ist: Bach. Händel ist so wie Bach, bloß christlicher. Haydn ist so wie Händel, bloß jünger. Mozart ist so wie Haydn, sieht bloß besser aus. Beethoven ist so wie Mozart, bloß verspannter. Chopin ist so wie Beethoven, bloß nicht so verspannt. Tschaikowski ist so wie Chopin, bloß mit Orchester. Satie ist so wie Tschaikowski, bloß alberner. Ravel ist so wie Satie, bloß mit mehr Jazz. Gershwin ist wie Ravel, bloß mit noch mehr Jazz. Scott Joplin ist so wie Gershwin, bloß noch amerikanischer. Strawinsky ist so wie Scott Joplin, bloß atonal. Charles Ives ist wie Strawinsky, bloß derangierter. John Cage ist wie Charles Ives, bloß abzüglich der Musik.

 

Weil Bach nicht der Anfang aller Dinge ist, nicht mal der musikalischen, merkt man sich die Alte Musik parallel, bloß mit anderen Namen.

 

Soundtrack von dem Österreicher, der überhaupt gar nirgends reinpasst: Heinrich Ignaz Franz von Biber: die Rosenkranzsonaten von zwischen 1678 und 1687 — auf einer sechzehnmal verschieden verstimmten (“skordierten”) Geige und in sparsamer Instrumentierung, bloß noch mit zusätzlichem Continuo — nicht wie in dem Manga-Video angegeben auf Cembalo, sondern eher einer Truhenorgel oder was immer das sein soll, 1991:

 

Enten nicht füttern

Das hat man, wenn man in Seuchenzeiten die Wohnung verlässt, um den halbwilden Hausmuscheln im Hektoliterbottich eine neue Wohnung auszusuchen:

 

Wittelsbacher Brücke von oben auf den Flaucher

Einen Stoß Fotos vom Fluss ohne den Fluss drauf.

 

Wittelsbacher Brücke

Dafür bleiben die Muscheln, wo sie waren, weil Enten Muscheln fressen.

 

Wittelsbacher Brücke

 

Soundtrack Отава Ё: На речке, на речке, aus: Что за песни, 2013:

 

На речке, на речке, на том бережочке,
Мыла Марусенька белые ноги.

 

Die russischen Pogues machen aber schon auch die besten Videos. Auch vom Fluss, mit dem Fluss drauf.

 

 

Traueranzeige

Käthchen, du dummer kleiner Fisch

Der Kater bloggt.

 

Du musst schnell leben; der Tod kommt früh. James Dean

 

17. April 2020, Todeszeitpunkt 18:00 Uhr. Käthchen, der aus dem Winterteich gerettete kleine Überbleibsel-Fisch des 21 Fisch-starken Schwarms Bitterlinge, ist nicht mehr.

Muss gestern am frühen Abend aus ihrer extra hergerichteten 4-Liter-Bowl Quarantäne gesprungen sein, obwohl die mit einem Gitter bedeckt war.

Hab’ das kleine Fischmädchen nirgendwo mehr gefunden. Die Abdeckung war noch fest drauf. Vermute einen der anderen Kater, der sie dann auf dem Boden zappelnd gefunden und gefressen hat …

 

Armes Käthchen. Hat als eigentliches Gruppentier den ganzen Winter so einsam leben müssen und dann das.

 

Schwimm in Peace, kleines Fischmädchen. Du kleiner Survivor, du hast es verdient!

 

 

 

Ponyhof

Das One-Trick-Pony im Ponyhof der Verdammten

Der Kater heint’ mit Chuzpe.

Was das ist?

Chuzpe: gesundes Mittelmaß aus Vorsicht und Angriffslust: ein ganzer Kerl mit Manieren, der weiß, wie man einen Volltrottel stilvoll zusammenfaltet. (Egert)

 

 

Das Tegernsee-One-Trick-Pony.

Mei, was haben wir es lieb.

Immer die gleichen Provo-Tricks: Ich: reich – ihr: nix!
Das regt sie alle auf.  (Hofft er.)

Orthografie kann er auch immer noch nicht, und Leistungsloses kriegt er schon sein Leben lang, der Häuptling ‘Silberner Löffel’.

 

Gruß
Der Kater,

der sich tierisch freut, immer noch kein WeLT-Abo zu haben. Dafür halt neda.

 

 

Wenn das Hamstern vorüber ist

“Ich tät ja was essen, wenn ich nicht so gestopft wär.”

“Das ist jetzt wieder ein Satz. Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.”

“Borps. Bloß nicht.”

Soundtrack aus dem womöglich unterschätztesten
aller Youtube-Kanäle BEK:
Как во славном городе, live im August 2019:

Да тошно-горько с таким мужем жить,
Да тошней-горчей да как нету никакого.

Dies irae - Tag des Zorns

A-B——–S-T-A-N-D !°

Der Kater bloggt.

 

Auch Besiegte faßt Wut bisweilen und Tapferkeit.
Tacitus

 

In the end, we will remember not the words of our enemies, but the silence of our friends.
Martin Luther King, Jr.

 

In politischen Kungel-Hinterzimmern wird jetzt schon überlegt, wann man den Seuchenpfuhl wieder aufmacht zwecks rechtzeitiger Sklaven-Bespargelung für die Besseren, die sich die frühen dicken deutschen Dinger leisten können (die andern müssen warten bis Mitte Mai auf die dürren schwer zu schälenden griechischen Dinger) – und österlicher Wiederauferstehung der Industrie. Halleluja. Die Lobbyisten schlafen nicht.

Die angeblich guten Zahlen, die eine Abflachung der Ansteckungsrate  suggerieren, sind erstens leider sowieso Makulatur. Und zweitens wird im Moment weniger getestet als noch vor Wochen. Also sind auch die getesteten Infektionen weniger. Was für Mathe-Genies überall.

 

Weil das noch nicht übel genug ist, wird die Bevölkerung leichtsinniger.

UND HÄLT DEN ABSTAND NICHT EIN.

Morbus Spahn. Oder was sind 2 Meter.

 

Die einen Paketboten klingeln und haben entweder Mundschutz (wow!), aber lassen ihn runterbaumeln – auf die Frage, warum sie ihn nicht hochziehen, sagen sie, sie könnten damit durch ihre Brille nix sehen.

Hä.

Die anderen Paketboten klingeln dich wegen eines ganz anderen Nachbarn raus und stellen sich viel zu dicht vor dich hin beim Tür öffnen.

Der Nachbar, der das Paket dann von dir holt, stellt sich ebenfalls zu dicht vor deine Tür und damit vor dich hin. Du öffnest dann und atmest dem seine ganzen Reden ein.

Der nächste Hausbewohner will nett zu dir sein und macht dir die schmale Hoftür auf. Um dem Folge leisten zu können, müsste man notgedrungen an ihm vorbei: mit 50 cm Distanz!

Leute, das geht so nicht.

Währenddessen kontrolliert die Polizei an diesem vorösterlichen Wochenende mit herrlichstem Wetter jeden Verstoß verzweifelter Erholungssuchender gegen den Abstand draußen am Flaucher. Scheucht sogar alte Herren auf, die sich nur kurz auf der Parkbank ausruhen wollten – und hier im Haus ist Gaga und Dada und Lustig, egal, is wurscht, mañana.

 

Masken könnten gehen.

Und die Zahl der Ansteckungen mildern allein durch Verringern der Virus Load. Aber nein, man sträubt sich und redet sie schlecht. Weil es nicht genug gibt. Warum gibt es nicht genug? Weil gepennt wurde, als es schon offensichtlich war (Spahn), weil das RKI gepennt hat und auch Drosten schlecht von Masken redete.

Das alles kann man sich gar nicht mehr ausdenken.

 

Es geht eh überhaupt nicht das alles:

Wegen einer kriminellen Vertuschung chinesischer Behörden im November und wegen fortgesetztem Ego eines Möchtegern-Kanzlers Bankkaufmanns, der einfach nur brutal gepennt hat, sitzen wir jetzt alle im häuslichen Gefängnis und sind genervt oder fürchten uns. Und müssen uns das Alles antun, diese Kabbeleien, diese hirnrissigen Krawall wollenden Talkshows mit 3 Virologen aus 6 Ländern, was an den Circus Maximus des Colosseums erinnert; dieses bekloppte Händewaschen, bis man keine Haut mehr hat, inklusive den bedauernswert wurstigen Paketboten anbellen müssen und den bedauernswert trotteligen Nachbarn blöd anreden müssen. Inklusive drohender Jobverlust inklusive Ansteckungsgefahr und großer Sorge um die Älteren in der Familie.

 

Wir haben das Alle gar nicht verdient.

Ich bin sehr wütend.

 

Wir sollten, sobald diese dampfende verreckte Granatenkacke vorbei ist, die Toten zählen, sie würdig beerdigen. Die Konsequenzen ziehen und unser oberstes Personal zur Rechenschaft ziehen und feuern. So wie jetzt zig Menschen hier oder in den USA gefeuert werden wegen nix und wieder nix ohne eigenes Verschulden.

Aber was passiert: Laut obskurer neuer Umfragen sei die Bevölkerung mit der Union wieder sehr zufrieden.

PR können sie. Wenn sie schon sonst nix können, das können sie. Leider kenne ich keinen, der mit der Regierung und ihrem unsäglichen Verhalten bezüglich Corona zufrieden ist. Warum spielt die Presse mit. Jede druckt die lobhudelnden Umfragen, keine hinterfragt sie.

 

Ein Requiem für die Demokratie.

Bild: “Mord im Haus” von Jakub Schikaneder

 

Gruß

Der Kater

Mir ist schwer nach ‘Dies irae’, Tag des Zorns in Mozarts Requiem in D Minor, K. 626 – 3. Sequentia: Dies irae

aber heute einmal Dies irae by

Dvořák

 

Dies irae (Thomas von Celano zugeschrieben)

Tag des Zornes, Tag der Sünden,
Wird das Weltall sich entzünden,
Wie Sibyll und David künden.

Welch ein Graus wird sein und Zagen,
Wenn der Richter kommt, mit Fragen
Streng zu prüfen alle Klagen!

Laut wird die Posaune klingen,
Durch der Erde Gräber dringen,
Alle hin zum Throne zwingen.

Schaudernd sehen Tod und Leben
Sich die Kreatur erheben,–
Rechenschaft dem Herrn zu geben.

Und ein Buch wird aufgeschlagen,
Treu darin ist eingetragen
Jede Schuld aus Erdentagen.

Sitzt der Richter dann zu richten,
Wird sich das Verborgne lichten;
Nichts kann vor der Strafe flüchten.

Weh! Was werd ich Armer sagen?
Welchen Anwalt mir erfragen,
Wenn Gerechte selbst verzagen?

König schrecklicher Gewalten,
Frei ist Deiner Gnade Schalten:
Gnadenquell, lass Gnade walten!

Milder Jesus, wollst erwägen,
Dass Du kamest meinetwegen,
Schleudre mir nicht Fluch entgegen.

Bist mich suchend müd gegangen,
Mir zum Heil am Kreuz gehangen,
Mög dies Mühn zum Ziel gelangen.

Richter Du gerechter Rache,
Nachsicht üb in meiner Sache
Eh ich zum Gericht erwache.

Seufzend steh ich schuldbefangen,
Schamrot glühen meine Wangen,
Lass mein Bitten Gnad erlangen.

Hast vergeben einst Marien,
Hast dem Schächer dann verziehen,
Hast auch Hoffnung mir verliehen.

Wenig gilt vor Dir mein Flehen;
Doch aus Gnade lass geschehen,
Dass ich mög der Höll entgehen.

Bei den Schafen gib mir Weide,
Von der Böcke Schar mich scheide,
Stell mich auf die rechte Seite.

Wird die Hölle ohne Schonung
Den Verdammten zur Belohnung,
Ruf mich zu der Sel’gen Wohnung.

Schuldgebeugt zu Dir ich schreie,
Tief zerknirscht in Herzensreue,
Sel’ges Ende mir verleihe.

Tag der Tränen, Tag der Wehen,
Da vom Grabe wird erstehen

Zum Gericht der Mensch voll Sünden;
Lass ihn, Gott, Erbarmen finden.

Milder Jesus, Herrscher Du,
Schenk den Toten ew’ge Ruh. Amen.

 

 

Stay the fuck home!

Das Virus, das uns den Atem raubt

Der Kater bloggt.

 

Solange ich atme, hoffe ich.

Marcus Tullius Cicero

 

Es gibt immerhin die kleine Hoffnung, dass eins der Medikamente, die sie gerade testen, der Sache Einhalt gebietet.

 

Es müsste, sobald die ersten Symptome kommen, zeitnah gegeben werden können.

 

Medikamente, die von ihrer Pharmakokinetik darauf abzielen, den Virus am Andocken zu hindern, müssen dann gegeben werden können, wenn der Virus sich anzudocken versucht.

Ich glaube nicht daran, dass man solche Medikamente erst dann zu geben hat, wenn sich schwere Symptome mehren. Dann sind die Chancen geringer. Aber das tun sie im Moment. Puh.

 

Wir müssten besser alle diese Medikamente zur Einnahme nach Hause bekommen.

 

Bereits dann, wenn wir gerade husten und soeben positiv getestet wurden. Nicht, wenn wir bereits schwere Atemnot weniger als 30 Atemzüge in der Minute haben und keine 3 Meter mehr in die Küche laufen können, ohne dabei das Gefühl zu haben, einen Marathon zu laufen. Dann kann es zu spät sein und ein schwieriger, qualvoller Krankheitsverlauf startet.

 

Das setzt voraus für die Schulmedizin:

Es müssen genug Testkits vorhanden sein.

 

Sind sie leider nicht.

Ein bis zwei Hersteller versuchen jetzt, eines auf den Markt zu bringen, das superschnell ist und mehr Menschen pro Tag testen kann. Hope.

 

Das setzt voraus:

Diese Medikamente müssen sicher in der Anwendung sein. Für zuhause. Nur dann klappts.

 

Sind sie leider nicht.

 

Für zuhause gibt es gar nichts.

 

Außer man versucht die Alternativmedizin Zistrose mit erstaunlichen seriösen Studienergebnissen CYSTUS 052 Sud, Tee, Halspastillen https://www.pandalis.de/de/pflanzen/detail/pflanze/cistus-incanus/

 

Wir haben den Sud zuhause. Und er wird eingesetzt werden, sobald einer die ersten Symptome hat.

 

Ein bisschen Hoffnung darf man wohl haben.

 

Die schulmedizinischen Medikamente für zuhause dürfen keine prekären Nebenwirkungen haben, wie entweder den Blutharnwert massiv nach oben treiben (Avigan) oder bei massiver oder versehentlicher Fehldosierung Herzstillstand verursachen können (den Kaliumkanal blockieren: Chloroquin, Hydroxychloroquin). Oder wie Remdesivir, dass man nur intravenös gibt.

 

Dieses Medikament für alle.

 

Ein bisschen Hoffnung darf man wohl noch haben.

 

All I Need is The Air That I Breathe

 

Der Arzt starb, der das Eingeständnis, dass ein neues böses Virus kommt, ins Rollen brachte.

R.I.P.  Er war einer der Guten.

 

 

Gruß

Der Kater

Dieses Virus ist ein tückisches Aas.

 

 

Coronavirus revisited

Gebet für meinen Ex

Der Kater bloggt.

 

Hätte ich nie gedacht, dass ich das mal machen werde. (Der Kater, notgedrungener Lebensphilosoph)

 

Lieber Haupt-Ex,

der du gerade in Reha wegen einer OP eingesperrt bist (ha ;-) ).
Liebe weitere Exen und Reptilien, die ihr in meinem Leben mal eine Rolle gespielt habt.

Ich mag euch zwar ziemlich arg persönlich nicht mehr aus Gründen (viele und besonders dich sogar deutlich mehr als nicht mehr), aber schließe euch aus aktuellem Anlass in meine Katzen-Gebete mit ein. Ne, nicht scheinheilig, wie es sonst meine kätzische Art ist, sondern echt. Fangt euch keinen Virus ein. Bitte.

Das medizinische Personal hat auch meine Gebete, denn es hat bald keinen ordentlichen Schutz mehr und wird in Bälde als Superspreader da stehen. Das Krankenhaus an sich wird bald der Ventilator für all diesen merde sein, der alles feinflächig verteilt.

 

Leseempfehlung: Die Pest (Camus). Siehe auch Bardamu https://ostblog.wordpress.com/2020/03/26/seuchenliteratur/

Rätselhafte Vorkommnisse häufen sich. Die Ratten kommen aus ihren Verstecken und sterben auf der Straße. Ein heimtückisches Fieber greift um sich, bald sterben die ersten Menschen. Die Stadt wird hermetisch abgeriegelt … Die Pest – von Albert Camus ist die perfekte Lektüre in dieser Zeit.

 

Gruß
Der Kater

Meine Gedanken sind auch und gerade bei denen, die nicht genug  Masken und Schutzkleidung haben, danke Herr Spahn, also ihre Patienten und sich selbst nicht ausreichend schützen können. Aber ihre Berufe ausüben müssen. Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger und Reha-Leute. Gott schütze euch. Falls es ihn gibt.  https://de.wikipedia.org/wiki/Pascalsche_Wette

    • Man glaubt an Gott, und Gott existiert – in diesem Fall wird man belohnt (Himmel – Man hat gewonnen).
    • Man glaubt an Gott, und Gott existiert nicht – in diesem Fall gewinnt man nichts (verliert aber auch nichts).
    • Man glaubt nicht an Gott, und Gott existiert nicht – in diesem Fall gewinnt man ebenfalls nichts (verliert aber auch nichts).
    • Man glaubt nicht an Gott, und Gott existiert – in diesem Fall wird man bestraft (Hölle – Man hat verloren).

 

 

Coronavirus revisited

Morbus Spahn. Oder was sind 2 Meter.

Der Kater bloggt

 

am 28.01.2020 – “…Gefahr gering!
am 28.01.2020 – …gut vorbereitet!
am 30.01.2020 – …verstehe die Hektik nicht!
am 12.02.2020 – …alles unter Kontrolle!
am 02.03.2020 – …Grenzschließung unangemessen!
am 07.03.2020 – …Grenze hält Virus nicht mehr auf!
am 15.03.2020 – …ab morgen ist die Grenze dicht!
am 24.03.2020 – …bei Lanz:  Wer hätte gedacht, dass ein Pfennigartikel (Schutzmasken) knapp werden könnte!”

Jens Spahn

Klartext:

Selten zuvor hat die Regierung so versagt: durch Wegducken, durch Weggucken, durch eine unfassbare Ignoranz. So geht das Desaster ganz zu deren Lasten. Mit unabsehbaren Folgen. Die Rechnung bezahlen wir. Die unschuldig Leidenden, Sterbenden, Trauernden rauben mir den Schlaf. Die Toten verdienen es, nicht vergessen zu werden. Nie.

 

Besser könnt’ ich es gar nicht schreiben.

Beides, Zitat und Text sind Kommentare zu https://www.welt.de/vermischtes/article206831091/Maybrit-Illner-Wir-haben-Jens-Spahn-vergeblich-gewarnt.html

 

 

Passt gut auf euch auf.

Und haltet mindestens 2 Meter Abstand. Viele Leute wissen nicht, was 2 Meter sind und schnaufen euch ins Genick.

Der Kater

 

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