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Monat: Februar 2020

COVID-19

Beim ersten zarten Halskratzen mehr Viren im Rachen als bei der Influenza

Der Kater bloggt.

 

 

“So viel Virus sieht man selten, nicht einmal bei der Influenza”

Prof. Dr. Christian Drosten, Viruloge, Charité Berlin

https://www.tagesspiegel.de/wissen/warum-covid-19-ansteckender-ist-als-sars-enorme-mengen-virus-im-oberen-rachenbereich/25588526.html?utm_source=pocket-newtab

 

Was heißt das

Das heißt: 1-2 Meter Abstand halten ist bei COVID-19 nicht ausreichend. Denn allein mit feuchter Aussprache können die Viren geballt den ausgelobten Meter überbieten. Noch schlimmer: Die Mathematik des Niesens

 

Auch die jetzt überfall verkündete Heilige Händewaschregel

Du bist vielleicht schon angesteckt, während du dich noch wäschst. Aber wasch dich weiter, man kann nie wissen ;-).

 

Prof Dr. Drosten sagt sehr klar, was Sache ist: “So viel Virus sieht man selten, nicht einmal bei der Influenza.”

Doch es ist nicht jedem sofort klar, was es im Alltag der Angestellten, Doppelverdiener und Hausfrauen konkret heißt. Das will ich nachholen.

 

Superinfektiös zu sein beim ersten Halskratzen, das heißt konkret:

Man muss sofort zuhause bleiben, sobald man das erste Halskratzen merkt. Nicht zur Arbeit gehen, nicht mehr unter Leute gehen. Weil man mit dieser Menge Virus, andere Menschen allein mit Reden anstecken kann. Es braucht kein Niesen und kein Husten. Die meisten ignorieren das erste Halskratzen, gehen mit braver Angestelltenergebenheit leider immer noch zur Arbeit, erst nach einem oder zwei Tagen zum Arzt. Wenn es halt nachts nicht mehr weggegangen ist.

Diese Zeiten sind vorbei.

Undurchführbar? Diese Frage stellt sich nicht: Wir können uns diese infektiöse Bürokratie gar nicht mehr leisten!

 

Wie soll das funktionieren? Geht doch nicht!

Es wird gehen und es muss. Denn COVID-19 wird jetzt bleiben. Die Durchseuchung ist laut Experten nicht mehr aufzuhalten. Die pragmatische Lösung fürs Zuhausebleiben und dennoch krankschreiben-Lassen ist die IT: Ab sofort zuhause bleiben, direkt ins Home-Office – und dann digitale Krankschreibung per ärztlicher Ordination per Skype. Nur Leute, die nicht nachgedacht haben schleppen sich noch körperlich zum Arzt, gefährden ihn, sein Team unnötig und spielen dort Virenkarussell mit den anderen Patienten.

Denn auch ein Arzt will und muss gesund bleiben. Er darf sich nicht von deiner feuchten Aussprache oder deinem Räuspern in das Intensivbett hinein treiben lassen. Er hat Verantwortung für weitere Patienten. Nicht nur für dich.

 

Gruß
Der Kater

Wir sind seit dieser News endgültig am Arsch, aber es muss ja weitergehen: Nur die Harten kommen in den Garten.

 

Intensives Erlebnis

Der Kater bloggt.

 

“Wir haben es schon alle getan.”

Heiko Breitsohl, Abteilung für Personal, Führung und Organisation an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

https://www.sueddeutsche.de/karriere/arbeit-job-krank-grippe-chef-home-office-1.4797985

 

Als ich einmal jemanden auf die Intensivstation gebracht hab.

Einst bekam ich eine drei Monate lange Anstellung als Werkstudent bei SIEMENS. Werkstudent in diesem Unternehmen sein zu dürfen war damals für uns ein Volltreffer. Da das Gehalt sehr ansehnlich war. Ich war sehr glücklich darüber.

Es hat andere Jobs in den Semesterferien weit hinter sich gelassen. Und vor allem diesen einen verzweifelten Job, vom Arbeitsamt vermittelt. Aus dem ich nach der ersten Woche als Topos ‘Student, komma arbeitsscheu’ rausflog. Mit wehenden Schnurrhaaren. Weil ich krank war.

 

Die Abteilung war klein.

Der Chef war ein Vatertyp, dem es sichtbar Freude machte, mir die Dinge beizubringen. Statt mich am Kopierer verhungern zu lassen.

Eines Tages merkte ich in der Früh beim Aufstehen, dass eine fiese Erkältung im Anmarsch ist. Die Nase war rot und ich hatte Temperatur. Ich dachte einige Minuten nach, was ich machen soll. Am liebsten wäre ich im Bett liegen geblieben. Doch dann erinnerte ich mich an den demütigenden Rauswurf und vor allem an den Vermieter und fuhr zu SIEMENS.

Ich fuhr mit Rotz und glühender Rübe auch am darauf folgenden Morgen zu SIEMENS und am nächsten auch.

 

Am übernächsten Tag war mein Chef nicht mehr da.

Ich fragte nach, wo er denn sei und bekam nur die Antwort, er wäre krank.

Ich arbeitete solo vor mich hin, es war fad – es gab keinen mehr, der mich betreute. Es war ohne ihn freudlos und ohne Inspiration. Die Stunden vergingen zäh.

 

Ich bekam ihn nie mehr zu sehen.

Die bestbezahlten Werkstudentenmonate waren fast rum, da sagte man mir im Sekretariat erst, er wäre auf Intensivstation gewesen und danach lange in ReHa. Schwere Komplikationen bei Grippe und Diabetes: Lungenentzündung und das Herz.

 

Ich hatte nie wieder einen solchen Chef.

Ich schämte mich noch Jahre später, dass ich an der Intensivstation schuld war.

 

Ich habe es seither nie mehr getan.

 

 

I want you to panic

Der Kater bloggt.

 

Mut besteht nicht darin, dass man die Gefahr blind übersieht, sondern darin, dass man sie sehend überwindet.

(Jean Paul)

 

Also jetzt an alle Relativierer:

Der Coronavirus ist da. Hier bei uns.

Hört endlich auf zu reisen und rumzugondeln. Storniert eure Hotelbuchungen. Und haltet endlich mal eure Füße still – und eure Klappe auch. Alle älteren Leute und alle Männer werden es euch danken, die ihr damit dereinst nicht anstecken werdet.

Bleibt zuhause am Kamin und schleckt eure Schale Milch. Zefix.

 

HOMERO-EYES

Alle geistig Herausgeforderten, die die Realisten jeden Tag bis jetzt als Hysteriker verlacht haben, 100 mal an die Tafel:

Ich soll Leute, die die Dinge sehen wie sie sind, nicht als Hysteriker verspotten.

Ich soll Leute, die die Dinge sehen wie sie sind, nicht als Hysteriker verspotten.

Ich soll Leute, die die Dinge sehen wie sie sind, nicht als Hysteriker verspotten.

Ich soll Leute, die die Dinge sehen wie sie sind, nicht als Hysteriker verspotten.

Ich soll Leute, die die Dinge sehen wie sie sind, nicht als Hysteriker verspotten.

Ich soll Leute, die die Dinge sehen wie sie sind, nicht als Hysteriker verspotten.

Ich soll Leute, die die Dinge sehen wie sie sind, nicht als Hysteriker verspotten.

Ich soll Leute, die die Dinge sehen wie sie sind, nicht als Hysteriker verspotten.

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Ich soll Leute, die die Dinge sehen wie sie sind, nicht als Hysteriker verspotten.

Ich soll Leute, die die Dinge sehen wie sie sind, nicht als Hysteriker verspotten.

 

Gruß
Der Kater

 

 

Die Welt geht unter, doch man geht einkaufen wie verrückt.

Und trennt Glas bis zum Schluss. Aus unserem Zyklus “Hidden Heroes”

Der Kater bloggt.

 

Und ist die Zeit gekommen, wo die Welt, um sich zu erneuern, sich vertilgt, da wird sich dies alles durch seine eigenen Kräfte zunichte machen; Gestirne werden gegen Gestirne prallen, und alles, was jetzt in bester Ordnung sein Licht ausstrahlt, wird bei dem allgemeinen Weltenbrande eine einzige Feuermasse bilden.

Seneca

 

Wir haben im Februar einen sau-seltsamen Sturm. Der nicht normal ist. Eher apokalyptisch unnormal.

Stürme haben im Februar kalt und nass zu sein. Doch dieser Sturm ist es nicht. Er ist superwarm. Das ist ein Sommersturm. Im kalten Februar.

Trotz Überhitzungs-Apokalypse durch warme Stürme und Meeresspiegelanstieg trotz Deichbruch will der Mensch bis zum Schluss des Hitzetods noch seine feinen Schnäppchen haben. Glaubt mit gezieltem Konsum die Welt zu retten. In Wirklichkeit macht er shopping gone wild wie eine frustrierte alleinstehende Lady inklusive Gewissensberuhigung. Und haut einen druff im Fasching.

So blöd und so komisch, so wahr. Lachend und weinend in den Untergang.*

 

Gruß
Der Kater

*Ich bin die Katze, ich gehe da nicht mit!  (Frei nach einer von Kipplings Geschichten)

 

 

Thüringen et alii –
Farbmischungen unserer Zeit:
RotRotGrün ergibt helles undefinierbares Grau.

Immerhin: Besser als Hellbraun.

Der Kater bloggt. Es bleibt ihm auch nix anneres übrig.

Man kann den einzelnen Menschen betrachten

a) als kleinen Mann,

b) als Helden und

c) als Rädchen einer Maschine.

Der erste Weg führt zur altmodischen Demokratie, der zweite Weg zum Faschismus, der dritte Weg zum Kommunismus.

Bertrand Russell

 

Heute nacht tobt der Sturm.

Ich bin nachts auf, weil ich noch einen Kunden fertig machen will und bin langsam müde. Für eine kleine Pause doch noch mal in den urbanen Hof zum Luftschnappen.

Aaaaahh!

Im diesem Hinterhof sträubt sich die Winterschutzplane des Rittersporn-Topfes ins Nirgendwo. Seine Plastik-Schutzfolie aus Polypropylen PP ist schon lange hinten beim Fischteich. Der Rest ist werweißwo. Die Fische, die ich aus ihrem Designer-Miniteich ins Büro-Winterquartier gerettet habe, sind jedoch wohlauf, da im Zimmer. Sie jagen in meinem Büro die hoffnungsvoll hineingestreuten Artemia-Eier. Hubert, der stämmige aber kurze Vize und Teil-Papa der 20-köpfigen Bitterling-Fischschule wurde vermutlich von einem meiner halbwilden Kater gefressen. Der längliche Staller als der jetzt einzige Große ist still alive.

War grade um 5 Uhr draußen. Die Luft im Hinterhof ist warm wie 70er-Jahre-romantisches Badewetter im Sommer. Die 10 Schneeglöckchen, die mein Enkel draußen gepflanzt hat sind seit Tagen grün und blühen jetzt weiß mit spektakulären Blüten.

Keinen interessierts.

Der Atem des Winters ist auffallend heiß.

 

Es ist der 10. Februar 2020.

 

Kurzer Gedanke, dass das der Vorbote der versprochenen Apokalypse sein könnte.

Womöglich ist das aber ein ganz normaler Sturm.
Womöglich auch nicht.

 

Gruß
Der Kater

Passt gut auf euch auf.

 

Moderne Gedanken eines Katers zu zwei großen Plagen unserer Zeit

Der Kater bloggt.

Die Katze gibt vor, zu schlafen, um desto klarer sehen zu können …
François-René de Chateaubriand (1768 – 1848), François-René, vicomte de Chateaubriand, französischer Schriftsteller der Frühromantik

 

1. Das ängstliche WIE-WIRKE-ICH-AUF-ANDERE
2. Das narzisstische ICH-ICH-ICH

Die Tiefenentspanntheit der Katze ist sprichwörtlich. Sie kann deswegen entspannt sein, weil sie bereits seit ihrer Geburt ein wunderbares Wesen ist. Und sich nicht ständig noch verbessern muss.

Sie ist gut und gut genug. Sie genügt sich, sie genügt anderen so wie sie ist. Ihre Ausstrahlungskraft kommt davon, dass sie nicht ständig wissen will, wie sie auf andere wirkt. Es ist ihr egal. Das ist ihr Geheimnis.

Kater Murr vor Baum

 

Anders der Mensch.

Ängstlich darauf bedacht, ob er alles richtig macht und wie er auf andere wirkt, damit er endlich geliebt wird, bringt er sich um zahlreiche Vergnügen. Und vergeudet seine Lebenszeit.

 

Die erste große moderne Plage ist daher diese Ich-Ängstlichkeit. Sie ist die verbreiteste Plage.

Einst in der Kindheit akribisch von den Eltern eingebläut bekommen (“Du kriegst erst dann ein Eis = Wir mögen dich erst dann wieder, wenn du tust was wir sagen = keine Kommafehler mehr im Aufsatz hast”).

Später hat sich das verselbständigt. Ängstlich darauf bedacht, ob sie alles richtig gemacht haben, wirken diese innen drin ungeliebten Kinder später im Leben blass, unentspannt, pingelig, besserwisserisch. Zuhause und im Job. Sie glauben, dass sie nur geliebt werden, wenn sie nur noch ein wenig geschickter und fleißiger wirken.

Mit dieser Konditionierung versehen, geraten sie in den Burn-out. Manche geraten in mehrere Burn-outs. Es ist es ihnen unmöglich, ein herrliches Leben wie die Katze zu führen. Die sich genau wie sie jetzt gerade ist geliebt fühlen darf.

Die Katze ist absolut nicht schlampig, sondern sogar perfekt in ihrem Job (Mäusejagd). Sie ist dabei so mühelos perfekt, dass sie es sich leisten kann, zuvor selbstvergessen mit der Maus zu spielen.

Ein Angstler wird vermutlich nie kapieren, wie es geht, selbstvergessen Katze zu sein und Mäuse dennoch das Fürchten zu lehren. Stur, dumpf arbeitet er sich mit seinem Angst-getriebenen WIE-WIRKE-ICH-AUF-ANDERE in den Burn-out.

 

Die zweite große Plage ist der hochmütige Narzissmuss.

Das ist eher die Verformung der Männer. Als Kind wurden sie 30 mal am Tag übertrieben für alles Mögliche gepriesen. Später als Erwachsene sind solche Egozentriker in hochmütigem, selbstverliebtem ICH-ICH-ICH 24 Stunden am Tag von sich super überzeugt. Sehen auf andere herunter und gehen der Welt auf den Keks.

 

Eine Katze ist nie ängstlich auf ihre Wirkung bedacht, sie ist aber auch nicht narzisstisch.

Denn sie sieht nie auf andere herab. Allerdings auch nicht auf andere hinauf. Sie geht seit Geburt ordentlich und ohne großen Lob-Rummel um ihre Person auf ihr Klo und respektiert die Maus. Denn: Eine Maus kann durchaus empfindlich zurückbeißen.

Um großzügig zusammenzufassen, als Kater will man ja keine längliche Doktorarbeit verfassen mit pedantischen Fußnötchen hier und perfektionistischen Einlassungen und Definitionen dort:

 

Die meisten Menschtiere leiden heute entweder unter der um sich selbst kreisenden Angst oder an der hochmütigen ICH-ICH-ICH-Krankheit.

So werden Sie nie Katze.

 

Gruß
der Kater

Im nächsten Beitrag in einer Woche verrate ich Ihnen, wie man dieses ängstliche um sich selbst Kreisen los wird. Denn ich mache jetzt mal Schluss mit Schreiben. Für meine ausgiebige Fellpflege und um danach sehr lange Nickerchen zu machen. Es ist mir egal, ob das jetzt unvollständig oder phlegmatisch oder irgendwie negativ auf Sie wirkt. Es ist mir egal, wie schnell Sie die Auflösung wollen. Wegen Ihnen mache ich mir jetzt keinen Stress, ciaoi. Sie kommen schon, wetten.

 

Für die Perfektionisten, die genauer wissen wollen was neurotischer Perfektionissimus ist. Wie Faust in Auge quasi: der Bonelli

 

 

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