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Kategorie: Die dunkle Seite (Seite 1 von 2)

Trennscharf

Verschärfungen

Der Kater bloggt.

 

Hinter dem Gitter schmeckt auch der Honig bitter.

Deutsches Sprichwort

 

Die Verschärfung von der Verschärfung der Maßnahmen

Wenn am Schluss jeder allein in seinem Zimmer hockt und sich durch eine Klappe das Essen bringen lässt. Noch mehr Verschärfung geht nicht. Im Frontalkortex macht sich eine seltsame Stimmung breit.

Kater genervt

Gruß

der Kater

 

Die Dinge müssen immer erst einen Namen haben, dann erst sind sie existent: der Mental Load

Wenn Frauen der Hut raucht

Der Kater loadet: Der Hund ist falsch ernährt!
Plädoyer für einen Room Of Her Own

 

Je kaputter die Welt draußen, desto heiler muss sie zu Hause sein.

Reinhard Mey

 

Wenn Frauen der Hut raucht

Für wenige Frauen eine Berufung

Für viele ein Fluch. Historisch so gewachsen. Manch ältere Frau – die alter Schule – liebt das: Die Familie, den Mann, mal grantig, mal lustig herum zu scheuchen, das Kommando für alles Häusliche, für alles Soziale gänzlich an sich zu reißen. Als General Kleinschmidt. Die unbezahlte Sorge-Arbeit gibt ihr das Gefühl, gehörig was zu sagen zu haben. Macht zu haben. Die Kontrolle zu haben.

Ringsgwandl zeichnet hier die Karikatur des sorgenden Kontroll-süchtigen Housewifes, das sich wichtig macht, der “der Hut raucht”:

“Ich mach mir solche Vorwürf’, mein Hund wird falsch ernährt!”

 

Die meisten Frauen wollen das nicht mehr

Das Gros der Frauen heute will sich nicht mehr mit diesem Load wie ein Boss fühlen, der die Dinge unter seiner Fuchtel hat. Sie sind keine optimier-wütigen Housewifes, denen kein Staubkorn und kein fehlernährter Hund entgehen darf. Sondern sie haben gute Berufe, oft welche mit Sinn. Leider oft auch Bullshit-Jobs. Aber das haben Männer auch. Oder sie arbeiten als Selbständige, oft mit einer gewissen Mission.

Sie fühlen sich mit der Last, als Einzige an alles zuhause denken zu müssen, nicht wie ein königlicher Herrscher. Sondern sind körperlich und seelisch erschöpft, mega-genervt.

Obwohl ‘er’ auf Geheiß doch so viel abnehme: “Du musst doch nur was sagen, Schatz!”. Das Problem ist, dass es zwar freundlich und hilfsbereit klingt, er sich aber damit offen weigert, an was zu denken. Ihr allein die mentale Last überlässt, was als nächstes getan werden muss und von wem. Oft dann bewusst nichts macht, oft wohlwissend und gezielt kalkulierend, dass es ihr schwerfällt, ihm zu sagen, was er zu machen hätte. Denn keine echte Frau will einen Mann, der den Pudel gibt.

So war es auf alle Fälle in den spießigen 60ern, so ist es heute noch oft

Diese total dauerangespannte Frau in dieser Satire kommt übel weg. Sie geht auf die Nerven. Ihre Stimme ist übel, ihr Herumgerenne ist nervig. Über sie wird sich zu Recht (!) lustig gemacht. Am Schluss wird sie angeschrien. Ihr Vorschlag, dass er doch stattdessen spazieren gehen solle – ihm eine Arbeit aufzutragen, abtrocknen etwa, das wagt eine der alten Schule nicht, da sie damit ihren Mann tendenziell zum Trottel, zum Pantoffelhelden macht – ist nervig. Das motiviert dort einige Kommentaristen zu hämischen Kommentaren über sie. Das Problem sind jedoch beide.

 

Saint-Exupéry ist auch keine Lösung

Man sucht ja immer den einen schnellen Trick. Damit es wie von Zauberhand aufhört.

Von Saint-Exupéry gibt es diesen Zauber:

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.’

 

Meer ist gut. Und klingt gut, ist aber Mist. Wie lehrt man seine Haushaltsmitglieder die Sehnsucht nach einem gedeihlichen Miteinander, einem gut aufgeräumten behaglichen Zuhause und nach nicht geplatzten Arzt-Terminen? Wer als “Sofa-Alteingesessener” oder Pubertierender lässt sich denn bitte für ‘Meer’-Arbeit begeistern, wenn es vorher mit den kleinen übersichtlichen Aufgaben ‘just-in-time’ und auf Geheiß so flauschig war.

Saint-Exupéry hat auch nur flotte Zaubersprüche geklopft.

 

Kontrolle abgeben, wenn der Load nur Daueranspannung bedeutet

Konsequent. Für immer. Jeden Tag. Nicht nur einzelne Dinge delegieren, sondern ganze Bereiche, ja Königreiche komplett abgeben. Sich entmachten. Mit Ansage. Andere in der Familie können sehr wohl für sich denken. Ausnahme das Baby.

Ohne Widerstand und ohne Ärger wird dieser Neustart mit Ansage nicht gehen.

 

Ursache: wenig Selbstbewusstsein

Das früh anerzogene, leider später ohne Not selbst weiter betriebene, weibliche Schielen auf andere. Wenig selbstbewusst. Nur um mit der alleinigen Verantwortung für einen perfekt laufenden Haushalt, saubere Kinder und für einen nicht wie der letzte Bettler daher laufenden Ehemann genau vor den Leuten gut da zu stehen, die man eh nicht mag: Nachbarn, Schwiegermutter, falsche Freunde. Dieser unsägliche, missgünstige Weiber-Wettbewerb. “Wer ist die beste Powerfrau”. Diese Perfektions- und Optimierungssucht mit diesem “Was sagen denn die Nachbarn?” ist die Falle.

Gut, wenn sie selbstbewusst ist, sich nicht um irgendwelche Nachbarn oder falsche Freundinnen zu scheren. Aus diesem Wettbewerb auszusteigen.

 

Du brauchst um das auszuhalten, einen room of your own

Es ist für eine Ordnung und Behaglichkeit liebende Frau in einer derart ‘lässigen’ Wohnung fortan, zumindest für den Anfang, welcher Monate, ja Jahre dauern kann, schwer, Chaos und Dreck zu ertragen. Das Königreich abgeben bedeutet konkret und real das Ende eines für sie behaglichen Zuhauses, wie es gerade sehr weibliche Frauen schätzen.

O. k. Was hältst du von einem eigenen Bereich für dich, sauber, gepflegt, aufgeräumt, behaglich, ohne Chaos, ohne klebrige Kissen, ohne Hundehaare? Einen room of your own?

Spitzenidee, für viele leider Luxus. In einer Drei-Zimmer-Wohnung klappt es gerade mal so, einen Raum für sich abzuzwacken. Aber nur, wenn man keine Kinder hat. Kein Bügelzimmer, sondern ein feines Boudoir. Ein kleiner, elegant eingerichteten Raum, in den sich die Dame des Hauses zurückziehen, lesen, Tee trinken, schreiben kann, für sich ist.

Eigentlich braucht auch dein Mann einen room of his own. Die Kinder haben ihr Kinderzimmer, euer fehlernährter Hund hat seinen Hunde-Iglu, ihr beide habt: nichts.

 

Dann die Verantwortung über die restliche Wohnung abgeben

Motto “Ist mir doch egal, wie’s in euren Zimmern aussieht, macht einfach eure TÜR ZU!!.”

Für Gemeinschaftsräume gemeinsame Mindest-Standards vereinbaren. Wer kocht, sorgt auch dafür, dass die Herdplatte hinterher wieder sauber wird. Wer Sprenkel an den Badspiegel macht, macht sie selbst weg. Jeder ab 12 ist einmal dran, den gemeinsamen Flur zu staubsaugen. Undsoweiter.

Wer zum Zahnarzt muss, denkt selbst an seine Termine. Pubertierende drehen selbst ihr Schmutzwäsche auf links und leeren die Taschen von Taschentüchern.

Es ist das fehlende Wissen, dass auch die Frau darauf Anspruch hat, nicht nur immer an die anderen, sondern auch mal an ihr eigenes Wohlgefühl zu denken. Es fehlt das innere Loslassen können.

Eine Freundin von mir mit Haus und eigener GmbH, wusste das alles, sie war schon fast fortgeschritten, doch es fehlte ihr an täglicher Übung, an Praxis. Ihre Söhnchen bestachen auch schon mal heimlich die eingestellte Stunden-Haushaltshilfe, damit sie ihnen ihre Bude aufräumt. Fand sie später raus. Sie selbst weigerte sich schon länger konsequent, deren Chaos zu putzen.

Sie wollte nun den zweiten Schritt, dieses neue “Gut zu sich selbst sein” endlich angehen. Ihr war spontan danach. Sie setzte an einem Samstag Mann und Buben raus an die frische Luft, “Um sich auch mal was Gutes zu tun.”

Kaum war die Bande weg, fehlte der Dauererschöpften jeder Antrieb, sich etwas Gutes zu tun. War sie zu nichts anderem mehr fähig, als in der stillen Wohnung stundenlang im Bad auf dem Wannenrand zu sitzen und die frech zurück linsende Schmutzwäsche anzustarren.
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a0/Goethe_am_Fenster.jpg

Anschließend guckte sie, ähnlich wie dieser hier, nur ohne dessen befruchtende Gedanken zur Klassik, mit nichts als Leere im Kopf aus dem Fenster hinaus. Sehr sehr lange. Bis sie wieder eintrudelten.

 

Finger weg von der neuen Lässigkeit wenn

Wenn ein Nachmieter, Immobiliengutachter oder ein Hauskäufer, den ihr bestellt habt, vorbei kommt.

Oder wenn irgendein Amt auf einen Sprung vorbeikommt. Dann ist es besser, der Bioeimer stinkt nicht wie ein Bauern-Silo, sondern ist sauber und perfekt ausgeleert. Und es ist besser, die Shirts deiner Kinder haben keine Löcher und Flecken und es ist besser, die Hosen und Socken deines Mannes stehen nicht von alleine aufrecht, duftend und unaufgeräumt herum. Es ist auch besser, die Katze hat gerade nicht von der Galerietreppe aus auf den hellen Teppich gekotzt. Es ist besser, die Betten sind gemacht, alte Tüten und alte Zeitungen sind verschwunden, die Küche und der Kühlschrank sind auf der Oberfläche zumindest nicht sofort sichtbar filthy voll Fett und Staub. Und besser der Kühlschrank beherbergt kein unbekanntes Leben. Und besser die Hausspinne war neulich nicht allzu fleißig, neue Fäden überall hin zu pappen. Es ist auch besser, der Kleine ist nicht vergessen worden und wurde tatsächlich vom großen Bruder aus der KiTa abgeholt.

Frau muss gewahr sein, dass dann noch die Regeln der 60er gelten, in denen die Frauen immer daheim waren. Gewahr sein, dass Vermieter, Verwalter, Immobilienfuzzies, Hauskäufer, Polizei, Sozial- und Jugendamt noch nichts vom super angesagten emanzipatorischen Loslass-Prozess der selbstbewussten Frau gehört haben. Welcher dauern kann, die Dauer hängt vom Komittment der restlichen Familie ab. Gewahr sein, dass sie Denkfiguren kriegen auf prekäre oder gar asoziale Verhältnisse …

 

Zum Thema passender Link: https://blog.vroni-graebel.de/logisches/2020/06/maenner-hausarbeit/

Buchempfehlung: https://www.suhrkamp.de/buecher/a_room_of_one_s_own-virginia_woolf_19468.html
Den Raum, den eigentlich jeder Mensch, ob Frau oder Mann, für sich braucht. Nicht nur zum Schreiben oder Malen.

https://www.suhrkamp.de/cover/640/19468.jpg

 

Eine ironische Gesellschaftskritik

Vom Kater

der die 60er Jahre furchtbar findet und die jetzigen spießigen 20er auch.

Life-Hack: Falls die genannten Fremdlinge kommen. In ungefähr 3 Stunden dürfte ein Mitmach-Pseudoputzen – nur die Dinge, die ein Fremdling wirklich sieht – von der ganzen Familie erledigt sein. Müssen alle mithelfen. Staubsaugen wie ein Lambo auf Speed, Shirts runter vom Kronleuchter und zack hinter die Bücher, die Käsesocken gesammelt in die Falltüre geschubst!

 

Den Dolch im Gewande

Gegenseitige Paranoia

Der Kater bloggt.

 

Es liegt im Wesen des Begriffs der Paranoia, dass sie sich auf eine für absolut wahr gehaltene Grundannahme stützt, die, da axiomatisch, den Beweis ihrer Wahrheit nicht erbringen kann und auch nicht zu erbringen braucht. Aus dieser Grundannahme werden dann streng logische Ableitungen gemacht und damit eine Wirklichkeit erschaffen, in der alle Fehlschläge immer nur in den Ableitungen, niemals aber in der Prämisse gesucht werden.
Paul Watzlawick, Die erfundene Wirklichkeit

 

Es gibt Momente

Kommt B. daher und entfernt die Bank, die sie einst selbst hingestellt hat. Warum, das weiß keiner. Sie lässt uns das Entfernen durch Dritte mitteilen. Ist man als direkter Ansprechpartner zu niedigren Standes?

Im weiteren zeitlichen Verlauf stellt sich heraus, dass sie denkt, man wolle den Gemeinschaftsplatz alleine beanspruchen. Das erklärt – zu einem Drittel – ihr Wegnehmen der Bank. Als nächste Aktion will sie in der Sitzung “klären, wie die Besitz- und Nutzungsverhältnisse wären”. In der Versammlung.

Wie werden sie schon sein die Verhältnisse. Die Bänke gehören allen, der Tisch ist gestiftet und gehört allen. Nachdem der alte zusammengebrochen war und keiner sich kümmerte. Die neue Bank ist von der WEG bezahlt und gehört – Surprise! allen.

 

Es gibt so Momente in Zeiten von Corona

https://spruechewelt.com/upload/images/40008b9a5380fcacce3976bf7c08af5b.jpg

 

Gruß

Der Kater

Weiterführende Links: https://blog.vroni-graebel.de/logisches/2020/09/ogsoachte-brunzkachel/

 

 

Ratgeberbuch

Endlich aus der Not der Designer eine Tugend machen

Der Kater bespricht.

 

Wer um Rat bittet, sucht fast immer einen Komplizen.
Joseph-Louis de La Grange (1736-1813), frz. Mathematiker u. Astronom

 

Buchbesprechung Ratgeberbuch

 

In Kurz:

Die Autorin (BWL) klärt in diesem Buch beratende Gestalter auf, dass sie den großen Fehler machen, ihre Auftraggeber für Umme zu beraten. Dass sie die wertvolle Leistung Designthinking, mit der Berater und BWLer ihr an Unternehmen Geld verdienen, nicht berechnen.

Mit der Erfahrung und prinzipiell holistischen Arbeits- und Denkweise, die Gestalter haben! Keine Beratung ohne Mandat, ohne Auftrag! Damit Gestalter endlich reüssieren und endlich Geld für ihre wertvolle Beratung bekommen, empfiehlt sie ihnen gegen Ende des Buchs, nachdem seitenlang beschrieben wurde, was falsch läuft, ihre Seminare. Gegen echtes Geld.

 

In dem Buch scheint alles richtig gesagt, so schaut’s aus in der Grafikdesign-Branche. Man kann vieles bejahen und, falls es zutrifft, anwenden.

Zitat aus der Buchwerbung:

Und sie wundert sich, warum Gestalterinnen und Gestalter mit ihren Kompetenzen nicht viel früher und intensiver in Prozesse eingebunden werden, an deren Ende doch immer die Visualisierung steht, also Design. Sie beobachtet ein Design-Dilemma, in dem mangelnde Wertschätzung und Bezahlung eine wesentliche Rolle spielen. Das muss nicht sein, davon ist sie überzeugt.

 

Ich bin mir aber nicht sicher, ob es nicht doch nur gleichzeitig eine Recyclingidee plus ein feiner Spin ist, einfach mit dem gleichen Wissensvorrat, den sie sich für Unternehmenskunden erarbeitet hat, mit der neuen Zielgruppe Designer neue Seminar-Kunden hinzu zu generieren. Weil die Unternehmenskunden aus dem Mittelstand zu wenige sind?

Eine BWL-Markenberaterin, die länger in ihrem Metier arbeitet, weiß im Grunde genau, welch hartes Brot es ist, explizite Beratung gerade für den nicht allzu Budget-bestückten und daher vorsichtigen Mittelstand anzubieten und zu verkaufen. Jetzt scheint es so, dass sie auch noch den Kollegen Gestalter als Anbieter ihrer Beratungs-Ecke auf diesen Acker führen will. Warum?

 

Blick über den Tellerrand

In einer ähnlichen Branche läuft das schon lange so: “Train the trainer!” ist ein geschicktes one-to-many-Prinzip und ist meist aberhallo! ein standardisiertes und oft sogar patentiertes Produkt (kein mühsamer Einzel-Prozess, liebe Maren!) und durch die Multiplikation lukrativer als sich selbst in einem überlaufenen Markt als one-to-one-Trainer neben viel Konkurrenz verkaufen zu müssen. Mathematik und Psychologie, das kommt hier zusammen.

Ratgeberliteratur funktioniert gern und mit so einem Spin, sich gleichzeitig als Experte zu positionieren und aus Rat suchenden Lesern erfolgreich Seminarkunden oder Coaching-Klienten zu machen. Nicht, dass das schlecht wäre. Es wirkt jedoch mit diesem Spin ein wenig unehrlich. Vielleicht tue ich ihr aber unrecht und sie ist wirklich eine uneigennützige edle Seele. Es stimmt ja alles, was sie sagt: Gestalter sind vertraglich oft gefangen in unreifen oder schlechten Konzepten ihrer Auftraggeber, müssen manchmal richtigen Blödsinn umsetzen, dabei sollten sie mit ihrem wertvollen Wissen vom Auftraggeber früher einbezogen werden.

 

Meine Schlussbewertung:

Für die Gestalter sicher hilfreich, die raus aus ihrer Rolle der immer mickriger bezahlten Ausführmaus wollen. Interessant auch für die Gestalter, die den missionierenden Drang verspüren, dem design-mäßig zauseligen Mittelstand endlich was beizubringen und sich todesmutig in das kühle Gewässer dieser schwierig zu bewirtschaftenden Teiche werfen wollen.

Noch hilfreicher: Eigentlich sollten dieses Buch die Auftraggeber von Gestaltern lesen.

Von wegen:

Die Wirtschaft hat einen neuen Auftrag für Sie: gestaltende Beratung.

“Die Wirtschaft” vergibt keine Aufträge für gestaltende Beratung an euch Gestalter. Sie hat entweder Marketingleiter und weiteres Personal, die glauben, das zu können. Oder “die Wirtschaft” belegt Designthinking-Kurse und glaubt danach sehr kreativ zu sein. An Gestaltern geht das komplett vorbei.

 

Auch das:

ist nur ein freundlicher Wunsch. “Werfen Sie sich ins Getümmel!” das ist eine emotionale neoliberale Einladungsfloskel, die ich hier für leicht unredlich halte.

In Wirklichkeit hilft es in diesem engen und schwierigen Markt eine riesige Menge mehr, einen realen BWL-Abschluss vorweisen zu können.

Stichwort Beglaubigung und Glaubwürdigkeit. Gerade bei Beratungsangeboten beispielsweise für ein einem wichtiges Startup im Internet (Status “eigenes Baby”, also mega-wichtig) geht man immer noch zum Schmied mit BWL und nicht zum Schmiedel, der keine solche Ausbildung hat. Der Schmiedel, der Bader, ist vielleicht günstig, aber bringt möglicherweise mein Baby eher um als der Schmied, der approbierter Arzt oder mindestens ausgebildete Hebamme ist und weiß, wie man Kinder auf die Welt bringt.

Stichwort “Vertrauen”. Stichwort “wer ist der erwiesene Experte”: Der, der sich halt so nennt und einfach loslegt oder der, der es laut Ausbildung zu können hat? Ausbildung hat heutzutage zwar keinen großen Stellenwert mehr, jeder kann heute angeblich alles. Man kann über dieses Mantra aber gerne nachdenken.

 

Paradoxon beachten:

Grafikdesigner, die beklagen, dass heutzutage jeder Design anbietet ohne die Ausbildung dafür zu haben, sollten darüber nachdenken, ob das so passt, wenn sie jetzt aber selbst in fremden Fächern wildern.

Disclaimer:
Der Kater als echtes Mischtier hat 4 Semester Betriebswirtschaft und je 4 Semester Marketing, Politik und Kunstgeschichte auf dem Buckel.

 

Gruß

Der Kater

Berät nicht für Umme, noch nie.
Bloggt bloß für Umme.

 

 

Bairisches Hygge, Seelenhygiene

Brunzkachel

Der Kater kachelt.

 

 

Du Brunzkachl*, du ogsoachte. Du g’hörst ja mit der Scheißbürscht’n nausghaut!

© giphy

Bairische Seelenhygiene: klassischer Gerhard Polt.

Via: https://muenchen.mitvergnuegen.com/2017/11-bayerische-flueche/

 

Wer diesen Satz an der Flaucherbrücke, da wo die Isar donnernd runter rauscht, voller Inbrunst rausbrüllt, spürt ein unvergleichliches Gefühl von Erleichterung, ja Glück.

 

*Brunzkachl, die: Bezeichnung für eine nervtötende, meisterhaft feinziseliert destruktive Person.

 

Gruß
Der Kater

Jetzt geht*s wieder.

 

Der CSU nachträglich zu ihrem fünfundsiebzigsten

Marihuana verdammen und dazu Schnaps ausgeben

Der Kater bloggt.

 

O, wie der Falschheit Außenseite glänzt!

William Shakespeare (Der Kaufmann von Venedig)

 

 

Die Stammtischpartei, die alles darf, was der bayrische Bürger hinter vorgehaltener Hand auch darf: sich gegenseitig reinlegen, Suff-Fahrten, hinterkünftige Vetternwirtschaft, gieriges und scheinheiliges Gekungel um Grundstücke, samstags ab in den Beichtstuhl und am Sonntag gebadet, flauschig gefönt in die Katholische Messe gehen.

 

Glückwunsch!

Der Kater

 

Beiträge zur deutsch-ukrainischen Freundschaft

Update zu L’important, c’est la Dose:

Ich hab ein Problem mit Augenkontakt, deshalb sitze ich von jeher mit den Leuten lieber nicht gegenüber, dass man ständig ihren Blick parieren muss, sondern nebeneinander, und versuche es als “in die gleiche Richtung schauen” auszugeben. So wird das freilich nix mit der Völkerfreundschaft mit dem befreundeten Ausland:

“Also Leute mit zwei Muttersprachen ham doch immer alle irgendwie ein Rad ab.”

“Du findest?”

“Du nicht? Wahrscheinlich macht das schizo oder entwurzelt oder sowas.”

“Bei uns in der Ukraine alle haben die zweite Muttersprache.”

“Weiß schon, ihr tatarischen Reiternomaden kommt viel rum.”

“Nomaden an dem Arsche. Kiever Rus war viel länger als Sowjetunion mit bisschen Moskau.”

“Halt kleiner.”

“Heute noch größte Land von Europa. Außerdem schöner. Russkij Heartland, weißt du.”

“Wozu braucht ihr dann eure zwei angeborenen Sprachen?”

“Moskau zu frech. Russkij Jasyk sowieso bloß degenerierter Dialekt von Ukrajinska Mowa.”

“Parther und Skythen halt.<"

“Weites Land. Viel reiten.”

“Was ist jetzt der korrekte Terminus für die ganzen räuberischen Kosakenstämme: glagolitische Walachei oder moskowitische Mongolei?”

“Bist du selber Arsch.”

Und ich hab immer geglaubt, wenn ich den Augenkontakt mit den Leuten, die noch mit mir reden, halten könnte, hätte ich’s zur Not so weit bringen können, dass mich der eine oder andere für einen funktionalen Erwachsenen hält. Erleichternd zu wissen, dass nicht mal das was gebracht hätte.

Der Vorteil ist: Man kann seine Zigaretten sehr viel souveräner mit seinem Nebeneinander teilen als mit seinem Gegenüber.

Soundtrack: Chip Taylor & The New Ukrainians:
Fuck All The Perfect People, aus: F++K All The Perfect People, 2012.

München Isarvorstadt

Reifenstuelstraße – Spanner filmt und guckt durch Rollos

An ihn: Get a life!

 

 

Seit mindestens 5 Jahren ist er in dieser Straße schon unterwegs. Und späht in Rollos.

Spanner in München Isarvorstadt Reifenstuelstraße - Symbolbild
Spanner mit Corona-Maske. Symbolfoto

UPDATE:
Er schlich letztens bereits um 23:00 Uhr herum. Wenn er das Gefühl hat, bemerkt worden zu sein, bückt er sich und geht gebückt hinter parkenden Autos Richtung Haus Nr. 2.

Filmender Spanner in München - Blick durch Rollo. Symbolbild

Manchmal ist er wieder weg. Aber er kommt. Immer wieder.

 

An warmen Tagen fast jede Nacht im Sommer. Im Winter seltener.

Möglicherweise, ziemlich wahrscheinlich wohnt er sogar ganz in der Nähe. Denn er ist sofort da, wenn der Rollo mal vergessen wurde zu schließen.

 

In Corona-Zeiten hat er nachts in der Straße einen hellen Mundschutz auf. Wo man auf einsamer Straße eigentlich gar keinen braucht. Er trägt ihn zur Tarnung.

Vor den Corona-Zeiten trug er zur Tarnung einen schwarzen Hoodie mit tiefer Kapuze. Versteckte sich hinter den Baucontainern von Haus Nr. 2.

 

Er ist schlank, jung, junges nicht gebräuntes Gesicht, um die 18-20 Jahre alt, maximal 30. Nicht besonders groß. Schwarz angezogen. Keine Brille.

Auf keinen Fall 40+, wie die gefassten Spanner in 2013 oder 2017 in München.

 

Geschlossene Rollos sind für ihn kein Thema. Dann versucht er, durch die Ritzen zu spähen.

 

Sind die schmalen Rollo-Ritzen komplett dicht – ist also der Rollo absolut dunkel – dann stochert er an den geschlossenen Rollo-Ritzen herum oder versucht, den Rollo von unten hoch zu drücken.

Ist der Rollo zu schwer dafür, dann lässt er es und stöhnt vor dem komplett dichten Rollo herum.

 

Er beginnt sein “Handwerk” hauptsächlich um 2 Uhr nachts und wurde bis um etwa 4 Uhr noch gesehen und gehört.

 

Nach 2 Uhr, weil die Kneipen dann endlich zu sind. Weil die Nachtschwärmer nicht mehr auf der Straße sind und ihn nicht mehr bemerken können.

Vor 4 Uhr, weil ab dann Frühschichtler, Zeitungsausträger und Müllabfuhrleute unterwegs sind, die ihn dabei sehen könnten.

 

Neu:

Zuzeiten filmt er und vergrößert dabei. Mit einem recht großen Handy, könnte auch ein kleines Tablet sein.

 

Zuerst von der gegenüberliegenden Straßenseite aus. Man sieht es am blauen Licht, das die Kamera macht und an der permanent voll leuchtenden plan vertikal gehaltenen Fläche. Das ist kein Telefonieren.

Wenn die Menschen angezogen sind und nur fernsehen, spannt er. Wenn ein angezogener Mann mit einer angezogenen Frau zusammen im Zimmer nur fernsieht, spannt er auch. Man fragt sich, was das soll. Denn es ist niemand nackt oder halbnackt, niemand duscht sich, niemand zieht sich aus. Ein Mann im Raum? Ihm auch egal.

Er macht weiter und spannt trotzdem.

 

Anschließend huscht er zwischen den Autos vorbei an “sein” Fenster und versucht, sich einen herunter zu holen.

Dabei stöhnt er.

 

Wohlgemerkt, er stöhnt sogar vor komplett geschlossenen Rollos. Wenn er, falls er ein Voyeur sein will, eigentlich gar nichts sehen kann.

 

Nachtmenschen, die nachts zum frische Luft schnappen ab und an vor die Haustür gehen, sehen ihn.

 

Für einen reinen Voyeur, dem Heimlichkeit total wichtig ist, ist er bereits etwas zu frech, zu respektlos und zu aggressiv (filmen, am Rollo herumraffeln).

Er hat sich sogar schon einmal vor den Augen der Frau, die den Rollo sofort ganz schließen wollte, in aller Ruhe einen runter geholt.

 

Was ist er?

Ein Voyeur? Spanner? Exhibitionist? Stalker?

Er ist alles. Und davon nichts richtig. Oder wird er bezahlt? Für kompromittierende Bilder? Von wem? Einzelperson oder Upload-Pay?

 

Passt auf euch auf, damit nicht ein Film von euch in einschlägigen Portalen landet. Link 1:

ARD-Doku – Spannervideos

 

Video von STRNG_F

 

Meine Damen! Euer erster Nachname ist euer Signum überhaupt.

Ich denke ja immer …,

… dass es mir als Katze sehr wohl was sagt, wenn die Dame plötzlich nach Monaten oder Jahren der Heirat…  … ihren angeborenen Nachnamen plötzlich zurück ändert.

 

Es bloggt der Kater.

Im ersten Ehejahr strebt ein Mann die Vorherrschaft an. George Bernard Shaw

 

Habe das persönlich dreimal  – etwas zu viel nach meiner unmaßgeblichen Meinung – erlebt, dass Damen mehr oder weniger kurz nach ihrem erfrischend emanzipatorischen Dazutun, ihren angeborenen Nachnamen zu behalten, plötzlich umkehren. Und wie der Kasper aus der Büx den Nachnamen ihres Mannes annehmen. Sachma.

 

Ehe: gegenseitige Freiheitsberaubung im beiderseitigen Einvernehmen.

Oscar Wilde

 

 

Was soll ich höflich sagen, Ladies: Ihr habt sie einfach nicht mehr alle!

Andersum: Habe noch keinen Ehemann gesehen, der nach wenigen Monaten der Heirat seinen eigenen guten Namen auf den seiner Gattin ändert. Merkt euch das. Finally write that down. Remember this.

 

Im zweiten kämpft er [der Ehemann] um die Gleichberechtigung. George Bernard Shaw

So geht’s dahin.

 

Ab dem dritten ringt er um die nackte Existenz. Ebenfalls George Bernard Shaw

 

 

Gruß
Der Kater#

Ich weiß halt nicht.
Nicht einmal surfen nach euch Mädls aus der früheren Schulklasse gelingt mir, weil ihr alle mit irgendeinem – präpotenten? – Kerl verheiratet seid, den kein Arsch (zum Beispiel ich Arsch) kennt. Oder wart: mit dem ihr mal verheiratet wart (noch schlimmer). Und dessen Nachnamen ihr schlimmerweise against all odds behalten habt.

 

In tiefer Trauer über eure Mis-Emanzipation

Euer euch stalkender Kater

 

 

 

Ohoho-ho lalala

Das unsägliche, um nicht zu sagen: in den postmodernen Versionen brunzdumme Donaulied hatte ich nicht mal in meiner aktiven Lagerfeuerzeit im Repertoire-Ordner stehen, weil das selbst mir zu flach war. Heute kann man eine Online-Petition namens Bierzeltsexismus Aktion gegen das Donaulied unterzeichnen, damit der Unfug nicht mehr öffentlich aufgeführt werden darf. Wenn es einen durchaus dazu drängt, kann man auch eine Online-Petition namens Rettet das Donaulied unterzeichnen, damit der Unfug aus lauter Tradition doch weiterhin öffentlich aufgeführt werden darf, aber den Link können Sie selber suchen.

Angeblich waren seit “vor 1828” Versionen mit bis zu 24 Strophen in Umlauf, gern aus der Sicht eines Mädchens, das ihren Geliebten sucht. Ursprünge sind begründbar aus einer ähnlich lautenden Singspiel-Arie aus dem Donauweibchen von Ferdinand Kauer 1790; mithin wäre es der Definition nach kein Volkslied, allenfalls ein verderbter Gassenhauer. Die volkstümlicher Weise leichtfertig gut geheißene, ja heldenhaft gesehene Vergewaltigung wurde erst nach 1945 in die Texte getragen, ein virulenter Bierzelthit wurde der Liedtypus aus männlicher Perspektive nach 1970. Eine gängige Einspielung von Mickie Krause verschleiert immerhin die die offene Vergewaltigung, die genannte Petition richtet sich gegen die gedankenlosesten, möglicherweise triggernden Versionen und wahrscheinlich aus rechtlicher Durchsetzbarkeit nur gegen die Aufführung “in Passauer Bierzelten und Kneipen”. Befürworter des traditionellen Sexismus machen geltend, der Schmarrn gehöre als Volkslied “einfach zur Bierzelt- und Kneipenstimmung” dazu.

Bedeutend wirksamer als Aufführungsvorschriften egal von welcher Seite empfinde ich die Version der Frauen-Formation die 7, die den Text nach Jahrhunderten wieder in eine weibliche Sichtweise rückt. Dass sie ausgerechnet am 4. Juni 2020 auf YouTube hochgeladen wurde, deutet auf ihre ideologische Stoßrichtung hin, was in Ordnung geht; dass dabei in der Überschrift flüchtiger Weise das “ich” ausgelassen wurde, deutet auf eine gewisse “weibliche” Verhuschtheit, was noch viel mehr in Ordnung kommen muss. Der Anfang dazu ist durch die Umdeutung und den neuen Text gemacht.

Erschütternd genug war der “Das Lied aus Sicht des Mädchens” online nicht aufzufinden, deshalb erscheint der Text unten, dem Video abgelauscht. Er kommt einem Volkslied erfreulich nahe und klingt glaubwürdig genug wie etwas, das so in Des Knaben Wunderhorn oder dem Deutschen Liederhort stehen könnte. Dabei wurde der Text für diese feministisch gedachte Gegenversion wesentlich komplexer als das vorgefundene Original gebaut: Die Strophen haben vier statt nur zwei Verse, die handlungstragenden Inhalt — also mehr als das berüchtigte “Ohoho-ho lalala” — vermitteln; dazu wurde ein Refrain eingeschaltet, der aus der Strophenmelodie ausbricht und inhaltlich auf einer übergeordneten Ebene spielt. Das hat objektiv sehr viel mehr Substanz als der Bierzeltkracher.

Beim Nachspielen behält die Melodie auch auf Moll heruntertransponiert die üblichen drei Gitarrengriffe, also nur unverzagt zugeklampft; das obligate Solo bietet sich auf Mundharmonika an, gern vom selben Aufführenden mit Bob-Dylan-Ständer. Das offizielle Cello-Solo aus dem Video, vermutlich erfunden und vorgetragen von Lena Kranjc, wird voraussichtlich wieder nicht zur Mutter aller Cello-Soli ausgerufen, sollte es aber.

Auf gegenwärtigem Stand hat die Petition von Corinna Schütz schon gewonnen. Das ist schön, aber für die Praxis gar nicht so erheblich: Keine Bierzeltunterhaltung, die eine gewisse Reststimmung aufrechtzuerhalten strebt, wird das Zeug je wieder spielen können. Das haben, hoch sollen sie leben, Corinna Schütz, Maria Voss und Lena Kranjc geschafft.

——— die 7:

Einst ging ich am Ufer der Donau entlang

Text: Maria Voss; Musik: Lena Kranjc, Maria Voss, 2020:

1.: Einst ging ich am Ufer der Donau entlang,
ohoho-ho lalala.
Der Fluss und sein Rauschen ein kraftvoller Klang,
ohoho-ho lalala.
Die Sonne so freundlich, das Gras satt und dicht,
||: ich legte mich hin, eilig, hatt’ ich es nicht. :||

2.: Ich schloss meine Augen und sanft schlief ich ein,
ohoho-ho lalala.
Versäumend und träumend, so muss Urlaub sein,
ohoho-ho lalala.
Ein Schatten jeoch störte kalt meinen Schlaf,
||: ich regte mich nicht, weil mich sein Blick traf. :||

Refrain: Lass die Gläser klingen, die Burschen singen,
aus voller Brust klingt ein Lied.
Lass die Mädchen sich wiegen, im Takt sich verbiegen,
feuchtfröhlich tönet das Lied.

[Cello-Solo.]

3.: Er lächelte zynisch, erstarrt lag ich dort,
ohoho-ho lalala.
Er strich sich durchs Haar und dann war er fort,
ohoho-ho lalala.
Der Fluss rauscht vorbei, doch ich höre ihn nicht,
es kreischt in mir, meine Seele zerbricht.

Refrain: Lass die Gläser klingen, die Burschen singen,
aus voller Brust klingt ein Lied.
Lass die Mädchen sich wiegen, im Takt sich verbiegen,
feuchtfröhlich tönet das Lied.

Noch ein Wort an die Traditionalisten, die kein traditionelles Volkslied von einer weitertradierten Unsitte unterscheiden können: Bei den rüden, sexistischen Versionen der unbesonnenen 1980er Jahre konnte ich öfters einen kumpelhaften Anerkennungserfolg mit der letzten Strophe einheimsen:

Da hast du fünf Mark und nun scher dich hier raus,
ohoho-ho lalala,
und wasch dir die Klitsche mit Schmierseife aus,
ohoho-ho lalala.

Aber von mir habt ihr das nicht, ihr Anfänger.

Ois ned so einfach: die gemeine Wollmaus mus, muris m.

Der Kater, der Männer-Staubsauger und die Ecken

Der Kater bloggt.

 

Haushaltstipp: Fettflecken verschwinden völlig, wenn man sie mit Öl überpinselt.

Kalenderspruch. Nicht überliefert, ob Kalenderspruch in Housekeeping-Magazinen.

 

Große Machosauger saugen gut. Aber die kleinen kennen die Ecken.

Spruch vom Kater

 

‘tagloehner’ (SPON) bekam für diese Aussage lobende Klicks:

“Frauen mögen nicht, wie Männer Haushalt führen. Sie wollen, dass Mann Haushalt wie Frau führt.”

Dazu ein Film, bei dem sich der Kater vor Lachen weggeschmissen hat:

Klar wollen Frauen keine “männliche” Haushaltsführung wie in diesem Video.

a) Denn Socken werden hier zusammen mit Fein- und Kochwäsche unsortiert und gemeinsam in die Riesenmaschine geschüttet.

b) Sein Monsterkraft-Saugtraktor fährt im Film nur verspielt wie im Kinderkarussell in Kreis herum, er wird nie in den Ecken saugen, geschweige denn hinkommen.

Unters Sofa oder Bett schon gar nicht.

;-)

 

Sicher putzen nicht alle Männer so, doch als Kater habe ich es so das eine oder andere Mal schon gesehen ;-)

 

Gruß

Der Kater,

der sich immer noch den Bauch hält vor Lachen.
In den Ecken unterm Bett lauernd, nach den zahlreichen Wollmäusen jagend, die trotz Kleinsauger (der kommt auch nirgendwo recht hin: zu kurzes Saugrohr) und trotz Macho-Technik ‘Kraft mal Weg’ und trotz weiblicher Feinputzungen seit Äonen drunter liegen.

 

Der nahende Hitzesommer - zwischen Müllvermeidung und Klimakrise

Reise ans Ende der Nacht

Unmaßgebliche, nächtliche Reflektionen eines Katers

 

Auf den Impfstoff gegen das neue Coronavirus müssen wir vielleicht noch ein Jahr warten, sagen die Wissenschaftler. Der “Impfstoff” gegen die Klimaerhitzung ist längst bekannt. Wir sollten ihn endlich auch intensiver einsetzen.
Franz Alt, Mai 2020

 

Während …

andere in Zeiten von Corona versuchen, Bars und Nightclubs wieder zu eröffnen und daran verzweifeln (ich fühle mit ihnen, ich liebte in meinen besten Jahren das Club-Remmidemmi, das Eating out & Getting drunk war mein liebstes), scheitere ich als gesetzter Kater am schlichten Online-Kauf eines Sonnenschirms gegen die zunehmende Hitze am Teich. Welche schlimm ist für Wassertier, Pflanze und Wasser. Algenzuwachs, Sauerstoffmangel, umkippen des Biotops, all das.

 

Mission impossible

Leider haben neue Schirme neuerdings 38 mm Stockdurchmesser. Alle. Bis auf einen einzigen Sonnenschirm der famosen Firma DOPPLER, der mir von seinem Schirmdurchmesser her zu klein vorkommt. Um den Teich, um das Teichwasser zu kühlen, abzudecken.

Pfft. Wer schmeißt schon den schweren Schirmständer weg. Und wer kauft neue, wenn er schon welche hat.

 

 


Im Teich: der Bitterling, gefährdet.

 

Ist das Problem nur eins für Kater mit Hang zu Fisch oder kann mans vergessen.

Ich weiß es nicht.

 

Das Klimaproblem ist trotz Corona nun mal da.

Der T. riet mir, wegen des Klimawandels sogar den Teich zu zuschütten  wegzutun.

Und stattdessen doch schöne Blumen dahin zu pflanzen. In Vernachlässigung der Tatsache, dass durch Klimastress auch Blumen und Sträucher mehr Pflege brauchen. Also ‘Aufwand’ sind. Glaubt T., dass Hitzestress bei Blumen keine Mehrarbeit macht im Vergleich zu *normalen’ Jahren?

Ich nicht.

Ich sehe Jahr für Jahr, dass sie mehr Schädlinge bekommen. Die Blumen leiden sehr. Es wird schwieriger, das hinzukriegen, wenn man das bio machen will. Bald gibts beim Dehner nur noch kindsgroße Gartenkakteen für die Frühjahrssaison.

 

Gruß

Der Kater

Bin aber trotzdem froh: Die betonierten Innenhöfe nebenan hat man nicht einmal grün angestrichen.

 

 

 

Wir sind nur die Opfer des Kapitalismus

Muss man auch mal draufkommen: Erst öffnen die Indoor-Spielplätze, danach dann die Waldkindergärten für besserverdienende Waldorf-Aspiranten, dann die Kindertagesstätten, vulgo Kitas, für Kassenpatienten. Versteh ich nicht, aber meine Generation wurde auch noch ohne Kindersitz im Auto transportiert, und wenn einer angemerkt hätte, dass Rauchen von Zigaretten in einem Kraftfahrzeug mit geschlossenen Fenstern eher so mittelgesund ist, hätte er sich eine eingefangen, dass er durch dasselbe geschlossene Autofenster geschossen wäre. Ein Verhalten, für das einen heutigentags das Jugendamt umgehend mit Blaulicht aus dem Verkehr ziehen und mit dem Narkosegewehr unschädlich machen würde, aber mit vergleichbarem Effekt.

Demokratie bedeutet offenkundig in Zeiten des sich aufbäumenden Kapitalismus, dass die Leute möglichst zügig wieder Zugang zu staatlich finanzierten Automobilen erhalten, weil die Autoindustrie sich irgendwie das Image erhalten konnte, wirtschaftlich sinnvoll zu sein. Bisher haben sämtliche Anti-Corona-Maßnahmen ein allenthalben so genanntes “Loch” von 100 Milliarden Unterweltdrachmen, nein: Euro gerissen. Zum Vergleich: Das sind ungefähr 7 Prozent von den Gesamtausgaben des Bundes. Mir kommen die Tränen. Soweit ich beobachten konnte, war zu keinem Zeitpunkt Strom, Wasser oder das, womit sich Deutschland anstatt eines Internets behilft, abgestellt und die Leute greinen nach ihren demokratischen Freiheiten, als hätten sie sich drei Jahre lang in einem Luftschutzkeller von ihren eigenen Zehennägeln ernährt.

Noch weiter zurück in der Zeit: Dafür hat sich mein Urururgroßvater anno 1848 an die Gaslaterne knüpfen lassen.

Soundtrack: Die Ärzte: Opfer, aus: Planet Punk, 1995
live aus: Die Band, die sie Pferd nannten, 2004,
weil die Videoverzerrung in diesem einen Falle recht stylish gespenstisch rüberkommt und man in wenigen Wochen gar zu gern an die alte Weltordnung ohne Abstandsgebot zurückdenken wird:

Es kommt nur auf den Standpunkt an, von dem man sowas sieht:
Denk an die Rendite, denk an den Profit.

Traueranzeige

Käthchen, du dummer kleiner Fisch

Der Kater bloggt.

 

Du musst schnell leben; der Tod kommt früh. James Dean

 

17. April 2020, Todeszeitpunkt 18:00 Uhr. Käthchen, der aus dem Winterteich gerettete kleine Überbleibsel-Fisch des 21 Fisch-starken Schwarms Bitterlinge, ist nicht mehr.

Muss gestern am frühen Abend aus ihrer extra hergerichteten 4-Liter-Bowl Quarantäne gesprungen sein, obwohl die mit einem Gitter bedeckt war.

Hab’ das kleine Fischmädchen nirgendwo mehr gefunden. Die Abdeckung war noch fest drauf. Vermute einen der anderen Kater, der sie dann auf dem Boden zappelnd gefunden und gefressen hat …

 

Armes Käthchen. Hat als eigentliches Gruppentier den ganzen Winter so einsam leben müssen und dann das.

 

Schwimm in Peace, kleines Fischmädchen. Du kleiner Survivor, du hast es verdient!

 

 

 

So schnell geht’s

Vor der Kneipe
gönnt sich der
Home Office Agent,
der eigentlich noch
den Zusammenbruch verwalten
muss, ein Weißbier,
lässt sich die
Atemmaske auf die
Brust baumeln, reibt
sich die Augen
und raucht eine.

Soundtrack: Nachdem Son of the Velvet Rat: I Will Survive, aus:
Reaper, 2013 (am besten live in der Wiener Sargfabrik, 26. April 2018) nicht verfügbar ist:
derselbe featuring Lucinda Williams: White Patch of Canvas,
aus: Red Chamber Music, 2011:

Coronavirus revisited

4 Wochen zu spät. Wir gehen den italienischen Weg, das ist sicher.

Der Kater bloggt.

 

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Michail Gorbatschow, der damals mächtigste Mann jenseits des Eisernen Vorhangs, mit dem politischen Konzept „Glasnost und Perestroika“. Er strebte das gemeinsame Haus Europa” an – mit einer tiefgreifenden Erneuerung der westlichen Strukturen, Institutionen und Denkweisen.

 

 

Was jetzt von den Verantwortlichen als alternativlos und verantwortungsvoll gepriesen wird, dieser Flickerlteppich-Föderal-Lockdown kommt als Aktion genau 4 Wochen zu spät.

Die in einer einzigen Woche dramatisch fünffach gestiegenen  Infektionszahlen sprechen für sich. Wir hätten spätestens am 25. Februar so handeln sollen. Es ist leider vorbei.

Es stört aber auch keinen, dass die Chance vorbei ist. Keiner stürzt sich in die Isar oder läuft mit einem Plakat durch die Straßen “Das Ende ist nah”. Was berechtigt wäre. Das ist es aber. In wiederum 2 Wochen werden eure Turnhallen gefüllt sein mit Betten vor Leuten mit Atemnot, die nicht mehr in die Krankenhäuser passen, weil diese jetzt schon ohne eure Coronafälle voll sind.

Ihr werdet noch an diesen Satz denken.

Und die Hipster des Glockenbachviertels sind jung, halten sich aufgrund ihrer Jugend für unverletzlich, sitzen immer noch dicht an dicht in ihren Kneipen und labern. Denn sie verstehen vor lauter Gnocchi, Penne all’arrabbiata und bella ciao ciao ciao nicht das wirklich wichtige Italienisch “Stare a casa!”: Zuhause bleiben!

Warum macht keiner die Virenschleuder Kneipen zu?

Das P1 kann es doch auch.

 

Countries with largest increase in cases   Stand 13. März 2020

 

“Doktor Schnabel von Rom” (“Doctor Beak from Rome”), engraving, Rome 1656. Physician attire for protection from the Bubonic plague or Black death. I. Columbina (Zeichner), Paul Fürst (Kupferstecher) / Public domain

 

Passt gut auf euch auf!
Der Kater, der 9 Leben hat. 8 mehr als ihr.

 

 

Coronavirus revisited. Oder als der Kater neu über den Kühlschrank nachdachte.

Kaminkehrer-Befall und die Kühlschrank-Chinchillas

Der Kater bloggt.

 

Frühling ist die schöne Jahreszeit, in der der Winterschlaf aufhört und die Frühjahrsmüdigkeit beginnt.

Emanuel Geibel

 

Der Frühblüher Winterling in unserem WEG-Garten unter frischem Schnee-Zylinderhut

Die Katerbrüder Murr und Merlin im Vorfrühling – zwecks der besseren Sichtbarkeit jeder mit seinem in China gefertigten Hunde-Leuchtband

 

Wie jedes Jahr im Frühling kommt bei uns als Frühlingsankünder nicht der schwarze Star mit seiner geperlten Brust – schön wär’s *mit den Zähnchen gierig klapper*. Nein, der Kaminkera. Mit Zylinder (diesmal echt wirklich mit). Der tirilliert gemeinhin neda.

(Transl.: Kaminkehrer). Im sehr frühem Frühjahr.

Wie jedes Jahr mögen wir Kater es nicht, wenn früh um sieben Stiefeltritte von Schwarzgekleideten durch die Wohnung klappern. Könnt sonst was sein, SS oder SEK, KPdSU oder KPCH. Suchen ein sehr! entferntes Körbchen auf.

Um so netter dann der endlich Erschienene. Blutjung und ein hübscher junger Mann, mit Zylinder auf und Handschlag (Corona-Alarm! aber bringt Glück) und aus Straubing aber um Elfe erst. Weil er – im Unterschied zu den vorigen Kamin-Schwarzkünstlern – die Eigenheit pflegte, anders als sie in den oberen Stockwerken anzufangen. Zwengs der Übersichtlichkeit, sagt er. Ein verhinderter Pilot vermutlich. Wir wohnen ganz unten.

Und warteten uns den Wolf. Die Öfen bullerten seit vier Stunden, weil sie zu diesem Behufe an sein müssen. Die Hitze in der Wohnung näherte sich Beduinen-Bedingungen. Die Öfen warteten so seit sieben ihrer Wartung.

Mit Zylinder auf kam er. Um elfe. Mei.

Das Katzvolk, mein Bruder also und ich, hat sich schwer versteckt. Das tut es immer, wenn Schwarzröcke die Wohnung stürmen. Sowas geht gar nicht.

Katz-Normalmodus. Ergebnis: Unser Schwedenkaminofen hat etwas zuviel ppm (Frauchen hat beim Schwedenofen vergessen, auch bei ihm die Druckluftdose ins Brennerbett zu halten, echt blöd). Dafür hatte der Niederländer die perfekten Werte. Bei dem hat sie’s gemacht, das verstehe wer will. Der Franzose steht am besten da, wird auch kaum beheizt. Der tut also eh nix, beißt net amal. Kunststück.

Der altgediente Vaillant-Durchlauferhitzer hatte das Problem, dass ihm seit Jahren der Wasserdurchflussknopf abgebrochen ist. Wolfemann ist verdächtig. Der hat immer zuviel Kraft.

Der abgebrochene Knopf war die Jahre aber nie ein Thema, Wasserdurchfluss so what. Diesmal hatte aber das Folgen in der Gehäuse-Wiederanbring-Physik.

Denn der zweite große Knopf weiter oben zum Flamme Einstellen war diesmal nur schlabberig anzubringen. Vorher hing er bombenfest. Alles, auch das Gehäuse hing nach der Kaminkera-Abhängung schräg und schlabberig herum. Shabby chic. Weil das Wasserdurchflussknöppi das Gehäuse nicht mehr fixierte. Sagte er. Weil er das komplette Gehäuse abgenommen und wieder draufgeknetet hat. Warum die Kaminkera immer das ganze Gehäuse abnehmen und erneut in die Führung reinschurigeln, versteht kein Kater nicht. Denn das Loch zum Messen ist im Ofenrohr weiter oben, hombres. Und genau da rein und nur da rein müssen die ihr teuer CO- und CO2-Messgerät halten.

Aber ich bin nur der Kater.

Jedenfalls hat Frauchen, als sie erfrischt nach des Kaminkeras Verschwinden am Flammenknopf rumdrehte, einen entscheidenden Fehler gemacht: Sie hielt ihn nicht fest. Den Knopf, nicht den Kaminkera.

So hüpfte das Chinateil mit einem dünnen Klirr auf die vermutlich ebenfalls in China gefertigten Villeroy & Boch-Teller und dann mit einem eleganten Schwung verächtlich hinter den China-Kühlschrank. Einfallswinkel istgleich Ausfallswinkel. Alles a bisserl Ding.

Das Billard-erprobte Frauchen konnte nur gelähmt zuschauen, aber nix machen. So schnell ging das.

Etzat ist der Flammenknopf unten hinterm Kühlschrank. Im Wollmaus- naja Chinchill-Staub vermutlich und macht ein sehr langes Sabattical.

 

Gruß
Der Kater

Ich komm auch nicht hintern Kühlschrank.
Bin beschäftigt, vorne die Tür aufzukriegen, hombre.

 

 

Coronavirus revisited

Resta a casa!

Bleibt zuhause!

Der Kater bloggt.

Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen.

Blaise Pascal, französischer Mathematiker, Physiker, Literat und christlicher Philosoph

 

Prof Dr. Kekulé und Prof Dr. Drosten sagen: Wir müssen handeln. Jetzt. https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html

In diesen 2 Wochen. Sonst geht es uns wie Italien.

 

Die Darstellung des Todes in einer französischen Zeitung 1912 in einer Cholera-Epidemie.

 

Wenn die schläfrige Regierung nicht handelt, dann müssen wir es tun: Bleiben wir zuhause! Streichen wir Kneipe, Disco, Bar, Musikevent, Fussball.

Einfach streichen. Für mind. 6 Wochen.

 

Wenn wir das nicht tun, streicht uns jemand anders – aus.

 

Passt auf euch auf. Alles Gute!
Der Kater, Realismus-Experte

 

 

COVID-19

Beim ersten zarten Halskratzen mehr Viren im Rachen als bei der Influenza

Der Kater bloggt.

 

 

“So viel Virus sieht man selten, nicht einmal bei der Influenza”

Prof. Dr. Christian Drosten, Viruloge, Charité Berlin

https://www.tagesspiegel.de/wissen/warum-covid-19-ansteckender-ist-als-sars-enorme-mengen-virus-im-oberen-rachenbereich/25588526.html?utm_source=pocket-newtab

 

Was heißt das

Das heißt: 1-2 Meter Abstand halten ist bei COVID-19 nicht ausreichend. Denn allein mit feuchter Aussprache können die Viren geballt den ausgelobten Meter überbieten. Noch schlimmer: Die Mathematik des Niesens

 

Auch die jetzt überfall verkündete Heilige Händewaschregel

Du bist vielleicht schon angesteckt, während du dich noch wäschst. Aber wasch dich weiter, man kann nie wissen ;-).

 

Prof Dr. Drosten sagt sehr klar, was Sache ist: “So viel Virus sieht man selten, nicht einmal bei der Influenza.”

Doch es ist nicht jedem sofort klar, was es im Alltag der Angestellten, Doppelverdiener und Hausfrauen konkret heißt. Das will ich nachholen.

 

Superinfektiös zu sein beim ersten Halskratzen, das heißt konkret:

Man muss sofort zuhause bleiben, sobald man das erste Halskratzen merkt. Nicht zur Arbeit gehen, nicht mehr unter Leute gehen. Weil man mit dieser Menge Virus, andere Menschen allein mit Reden anstecken kann. Es braucht kein Niesen und kein Husten. Die meisten ignorieren das erste Halskratzen, gehen mit braver Angestelltenergebenheit leider immer noch zur Arbeit, erst nach einem oder zwei Tagen zum Arzt. Wenn es halt nachts nicht mehr weggegangen ist.

Diese Zeiten sind vorbei.

Undurchführbar? Diese Frage stellt sich nicht: Wir können uns diese infektiöse Bürokratie gar nicht mehr leisten!

 

Wie soll das funktionieren? Geht doch nicht!

Es wird gehen und es muss. Denn COVID-19 wird jetzt bleiben. Die Durchseuchung ist laut Experten nicht mehr aufzuhalten. Die pragmatische Lösung fürs Zuhausebleiben und dennoch krankschreiben-Lassen ist die IT: Ab sofort zuhause bleiben, direkt ins Home-Office – und dann digitale Krankschreibung per ärztlicher Ordination per Skype. Nur Leute, die nicht nachgedacht haben schleppen sich noch körperlich zum Arzt, gefährden ihn, sein Team unnötig und spielen dort Virenkarussell mit den anderen Patienten.

Denn auch ein Arzt will und muss gesund bleiben. Er darf sich nicht von deiner feuchten Aussprache oder deinem Räuspern in das Intensivbett hinein treiben lassen. Er hat Verantwortung für weitere Patienten. Nicht nur für dich.

 

Gruß
Der Kater

Wir sind seit dieser News endgültig am Arsch, aber es muss ja weitergehen: Nur die Harten kommen in den Garten.

 

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