Bewirtschaftet von Vroni und Wolf

Monat: Juni 2022

Angst als grüne Strategie

Ist Habeck auch nur ein Angstmacher? Oder ist er gar eine Marie-Antoinette?

Der Kater bloggt.

“Ich empfehle etwa, den Medienkonsum aus dem Abend herauszunehmen. Denn aufgrund verschiedener zusammenspielender Hormone nehmen wir die Dinge abends als noch schlimmer wahr. Deshalb ergibt es auch übrigens keinen Sinn, abends zu streiten, weil wir die Dinge überbewerten und nicht dazu in der Lage sind, wirklich rational zu denken. Die Tagesschau um 20 Uhr ist eigentlich gegen einen gesunden Tagesrhythmus.

Psychologin Bianca Fuchs, https://www.pro-medienmagazin.de/mit-angst-umgehen-medien-angst

 

Habeck laut ZEIT.de:

“Die Bürgerinnen und Bürger würden zwar die Appelle der Politik hören, aber nicht reagieren, sondern dann “zum Erdbeerpflücken” gehen.”

Lieber Herr Habeck, die Bürger reagieren sehr wohl. Und sie haben bereits Angst. Man muss ihnen keine mehr machen. Das ist eine sehr verächtliche, arrogante Haltung zu Ihren Bürgern.

Es geht in Tagesschau, Nachrichten und Medien wild zu mit Appellen und Angstmacherei und die Regierung beteiligt sich munter dabei.

Ohne auch nur irgendeine nachhaltige Unterstützungsmaßname anzugehen. Die einmalige 300 EUR Energiepauschale Ihre Koalitionspartners und dabei die Kleinrentner und BaFöG-Studis vergessen, das ist genau die Art von blinder unfähiger Symbolpolitik, die den Bürger besänftigen soll, von der Steuerprogression und der Inflation aufgefressen wird (es landet damit schlau das meiste wieder im Säckel des Fiskus) und ihn faktisch unterm Strich ausblutet.

Es wird in verschiedenen Medien vor einer Verdreifachung der Gaspreise gewarnt, in anderen Medien wieder vor einer Versechsfachung (ZEIT). Selbst eine Verneunfachung habe ich schon in einer Online-Nachrichterei gelesen. Was denn jetzt. Omas sind bereits seit Monaten in Ohnmacht.

Glauben Grüne an die diffuse, esoterische Magie, je mehr man den Bürger mit Appellen bombardiere und ihm surreale Angst mache, desto weniger Gas fürs Klima werde er verbrauchen? Schon etwas von Reaktanz gehört?

Das hingegen ist sehr real :

” …die Gasversorger eine Art Sonderkündigungsrecht: Sie können die Gaspreise außervertraglich anpassen, also die gestiegenen Einkaufspreise an Stadtwerke, Industriekonzerne und Privatleute weiterreichen. Die vereinbarten Tarife im Gasvertrag können aufgekündigt werden – eine Woche Vorwarnzeit reicht dafür aus. Und nach einer weiteren Woche dürfen die Versorger sogar nochmals nachlegen.”

 

Beide Zitate, Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/2022-06/gas-alarmstufe-notfallplan-robert-habeck

 

Der Bürger wird in einem unermüdlichen Stakkato diffus gewarnt. Das einzige, was nicht diffus ist, sondern sonnenklar: Es wird ein Notfallgesetz in Kraft treten, welches ihn gegenüber den Versorgern als Freiwild aussetzt und ausnimmt wie eine Weihnachtsgans.

Während woanders, z. B. in Frankreich die Bürger vor Freiwilderei geschützt und schon länger die Erdgaspreise von der Regierung gedeckelt werden, treibt man den deutschen Bürger bevorzugt nur in den Angstschweiß.

Lieber Herr Habeck, was soll der derart massiv geängstigte und finanziell gefesselte deutsche Bürger denn sonst tun als zum Erdbeerpflücken zu gehen? Er ist es seiner psychischen Gesundheit schuldig angesichts der Menge an unfähigen Politikern der letzten 16 Jahre und der brutalen Gesamtlage.

 

Kleine Rechnung für hoffnungsvolle Wirtschafts- und Energieminister

Ihr “Meine Duschzeit habe ich noch mal deutlich verkürzt” klingt wie Hohn, wenn spätestens 2023 für die Haushalte mindestens 1000 EUR mehr fällig werden, obwohl sie gespart haben. Sie haben definitiv keine Ahnung, wie der Normalbürger lebt. Oder Sie haben sich noch nie Ihre eigene Heizkostenabrechnung anschauen müssen.

 

Ihre Tipps sind für den Ascheimer. Das “Sollen sie doch Kuchen essen” einer gewissen Marie-Antoinette kommt einem in den Sinn.

Denn, wird die Duschzeit halbiert, können nur rund 140 Euro pro Jahr eingespart werden.
Doch 85 % des Gasverbrauchs in deutschen Haushalten gehen auf das Konto der Heizung.

Da kann man nicht beliebig sparen bis 0 Grad runter: In ungeheizten Räumen sollte die Temperatur nicht unter 16 Grad fallen – sonst drohen Feuchtigkeit an den Wänden und Schimmel, falls nicht gleichzeitig ausreichend gelüftet wird.

Pro Grad weniger spart man nur circa 6 Prozent Heizkosten. Wenn ein Haushalt immer 22 Grad hatte und sich dazu entschließt bei 18 Grad zu bibbern, dann hat er tapfer 24 % Heizkosten gespart.

Das klingt erstmal viel, ist es aber nicht: Nachzahlen muss er dann immer noch von den einst 1000 EUR stolze 760 EUR. Und das Jahr drauf verdoppelt sich diese Summe horrend, wenn die Annahme stimmt, dass die Gaspreise sich verdrei- oder vervierfachen sollen. Das treibt den sowieso schon knapp kalkulierenden Normalverdiener (2000,00 EUR Netto) in die Armut. Mietsteigerungen und Inflation gibt es auch noch. Und die ist für Lebensmittel nicht bei 6 % sondern deutlich höher.

 

Der wegen Ihnen enorm reaktante Kater geht jetzt absichtlich geduscht – und zwar bis er fertig ist – zu seinem heißen Morgenkaffee.
Dann absichtlich zum Erdbeerpflücken in den Garten.
Dann absichtlich Tagesschau nicht gucken, aber Finanzcharts der Erdgaspreise lesen.
Dann bewusst Daumen halten für die Ukraine.
Ein unglaubliches, starkes Volk.

 

 

Beiträge zum Konstruktivismus

I never been to the Blue Mountains but I’ve been there in a song.
Never have I loved like this one – it just keeps rolling on.
And I never been hit by lightning but I know that life is long.
I never been to the Blue Mountains but I’ve been there in a song.

And I see the wine and the fire in you,
I see the mountains blue.

And I never killed a man and I never robbed a train,
Never had a deep thought when I’m walking in the rain.
And I never lit a holy candle and wished my life would change,
I never wished for anything outside this mountain range.

Peter Doran & Haley Heynderickx: Blue Mountains, aus: Voices, 2021.

“Die Hoffnung stirbt ja zuletzt”, meint Vroni.

“Ja”, sag ich, “das ist ja das Perfide dran.”

Soundtrack: a. a. O., 2021:

Mein Hobby. Beten hilft

Buidl: Sejwa gmacht, schenk i Eahna, bassd scho.

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