Freitag! Logbuch

Bewirtschaftet von Vroni und Wolf

Kommunika(t)ze

Der Kater erlaubt sich einen kätzischen Nachruf.

Schon seltsam, wie leicht man vergisst, dass alles, was man tut, für immer ist.
Wiglaf Droste, † 15. Mai 2019

 

Für immer ist er jetzt.  Viel zu früh mit seinen 57 Jahren.
Zahlreich die Morde an den jetzt ungegessenen Knödeln.

 

“Gegen die Artikel von Droste sind die meisten aktuellen Kommentare in gedruckter und gesprochener Form so schrecklich bieder, dass man heulen könnte.”

Recht haste, ZEIT ; – )

 

Bildergebnis für zitat wiglaf droste

 

Wieder einer weniger, den man sich doch für immer dachte.

Bombardiert mein Hirn an der Biegung des Flusses, oder so
Gruß, der Mor

 

 

D–A–d–f#–a–d; D–G–d–g–h–d

Nach ungefähr 25 Jahren wieder eine Mundharmonika in Betrieb genommen: Hohner Blues Harp, zum ersten Mal im Leben eine in A-Dur.

Nach einem halben Jahr wieder die Gitarre gestimmt: zum ersten Mal im Leben auf Open D. Angenehm simpel mit 3 von 6 Saiten als D, leider als Begleitung zum A-Hobel erst bei Kapo im 5. Bund verwendbar.

Memo to myself: Open G — noch primitiver, und der Kapo reicht im 2. Bund. Auch mit 3 Saiten als D. Die Physik ist ein schwieriges Fach.

Offene G-Stimmungen im Vergleich:
Beweisstück A: Joni Mitchell
auf Hunter, live 1970:

Beweisstück B: Keith Richards
auf Brown Sugar, live 1972:

The little isle is all inrailed / With a rose-fence, and overtrailed / With roses

Die englische Strauchrose Lady of Shalott ist “sehr winterhart“. Ist das ein Fortschritt oder Zynismus?

She left the web, she left the loom,
She made three paces thro’ the room,
She saw the water-lily bloom,
She saw the helmet and the plume,
       She look’d down to Camelot.
Out flew the web and floated wide;
The mirror crack’d from side to side;
“The curse is come upon me,” cried
       The Lady of Shalott.

Alfred Tennyson, 1832.

Soeben die Einkaufsliste aktualisiert.

Soundtrack: Loreena McKennitt: The Lady of Shalott,
aus: The Visit, 1991.

Ein Solitär in der Literatur des 20. Jahrhunderts (Buche massiv, mit Zierleiste und eisernen Tragegriffen)

Update zu Der nächste Meter bedruckter Seiten:

Vroni zeigt sich besorgt bis entsetzt: “Bestellst du schon wieder Bücher, sag bloß?”

“Nein”, sag ich, “Möbel.”

“Wie oft noch: Wir brauchen nicht noch mehr Bücher. Wir brauchen Stauraum.”

“Deswegen ist ja das Stehpult gleich mit dabei. Das Buch ist praktisch bloß Dreingabe.”

“Um Gottes willen. Zeig.”

Zettels Traum (MIT LESEPULT !) – Buch gebraucht kaufen

MIT LESEPULT: Buche massiv, mit Zierleiste und eisernen Tragegriffen, extra gefertigt für “Zettels Traum” !! FOTOS sind vorhanden ! — Sehr gut erhalten, offensichtlich ungelesen, Schuber mit minimalen Lagerspuren: Faksimile-Wiedergabe (Frankfurt 1986, 4. Aufl.) des einseitig beschriebenen, 1334 Blätter umfassenden Manuskriptes des Werkes “Zettels Traum”, Folio (45 x 32 cm). Grüne OLwd. m. RSchild sowie Transparentumschlag (dieser mit 2 minimalen Läsuren, sonst sehr gut erhalten) mit farb. Deckelillustration “BaumMensch”, in bibliophilem HLn.-Schuber, eines von 1800 Ex., Druck nach der Erstausgabe von 1970. — Schneller versicherter Versand per DHL oder Hermes ! Versand ausserhalb Deutschlands auf Anfrage. (11480) – “Zettels Traum” umfasst 1334 mehrspaltig beschriebene Seiten, die in Form des Original-Typoskripts mit Randglossen und Handskizzen des Autors wiedergegeben sind. Der Titel verweist ironisch auf die 120.000 Notizzettel, auf denen Schmidt seine Einfälle zum Buch notiert hatte, und auf den Weber namens Zettel in Shakespeares “Ein Sommernachtstraum”. Der Roman ist ein Solitär in der Literatur des 20. Jahrhunderts, der seit der ersten Veröffentlichung 1970 großes Aufsehen erregte, wobei der Reichtum an Anspielungen bis heute nicht gänzlich ergründet werden konnte.

“Folio 45 auf 32 Zentimeter, das ist DIN A3, oder? Und davon 1334 Blätter?”

“Aber sowas von.”

“Willst du mal erleben, wie Zettels Traum 2019 gleich nochmal großes Aufsehen erregt?”

“Ist doch ohne Lieferkosten.”

“Wolfwolfwolf.”

Soundtrack: Arno Schmidt: Ultima Thule: aus: Zettel’s Traum, 1969, in: Mein Herz gehört dem Kopf, 2014:

Keinen Bock mehr — vor allem keinen auf Eier und Karotten

Skandal

Die Gründe
https://www.op-marburg.de/Marburg/Kein-Bock-mehr-auf-Karotten

Osterhasi

Der Osterhase hat jetzt life-life balance beantragt.

 

Gute Erholung den Hasen wünscht der Kater.

 

How To Fuck Your Artist

It is common as a business administrator to fuck the artist. Because the artist needs to be fucked. Always.

To be hanged on all blackboards in all BWL faculties. Except in the design faculties.

 

How to:

Just do not answer any more when he asks you smart questions to calculate the project correctly and to do a fine job.

Never give him enough information and never give him a transparent job description.

Always insist it can not be that difficult!

Tell him that he would do better business if he would give this guarantee to you: 100% satisfied or money back.

If the artist succeeded in writing you an offer against all odds and against all red flags given by you, you reject the signing on the basis of his usage agreement in his terms and conditions.

When the artist explains why this usage agreement is important to his work and existence, ask for one more thing in the terms and conditions to be deleted.

If, nevertheless, a contract has actually come about, then suddenly change the project right on half way through. Important!

How? Tell the artist that you want to do some creative steps for yourself within this project now.

Just ignore the artist when he tells you which creative or production stunts do not work.

But hold him responsible when these things won’t work.

Reduce his fee, because you did a lot by yourself and because things didn’t work.

Wait at least three days up to months to give feedback and pull the dead line necessarily forward.

Don not pay his bill.

Do not answer the phone from this point on.

 

Just be a smart ass. You little motherfucker.

 

 

 

Ziemlich beste Freunde

Wer sagt denn, dass man mit seiner Mieze nicht reisen kann:

Hach!

Promihaiku

Wenn ich berühmt bin,
will ich keine Fans, dann will
ich Exegeten!

Bob Dylan, I Shall Be Free No. 10, from, Another Side of Bob Dylan, 1964

Yippee! I’m a poet, and I know it.
Hope I don’t blow it.

Bob Dylan: I Shall Be Free No. 10,
aus: Another Side of Bob Dylan, 1964.

L’important, c’est la Dose

Am 31. März wird in der Ukraine gewählt oder was sie in der Ukraine halt so unter Wählen verstehen. Die Ukraine, das ist das fucking größte Land von Europa. Da liegen Lemberg und Tschernowitz (und -byl), ohne die der deutschen Kultur, als sie noch was getaugt hat, einiges fehlen würde. Sie verschweigen taktvoll, dass Russisch ein reduzierter ukrainischer Dialekt ist, und sie haben Gogol, Bulgakow und Los Colorados. Und Ljuteniza.

“Das wär vvor dreißig Jahren auch noch nicht möglich gewesen”, sag ich, “kolonialistische Sandwichgurken und ukrainisches Ljuteniza im selben Essen zu verwenden.”

“Bin ich mal neugierig”, meint Vroni, “wann es möglich sein wird, das zu essen.”

Sandwichgurken in Scheiben mit Pempo Ljuteniza

Bild: Sandwichgurken in Scheiben + Pempo Ljuteniza. Können Sie haben. Das Bild, mein ich jetzt.

Amerikanisch-ukrainische Allianz: Madonna featuring Gogol Bordello: La Isla Bonita, 2007. Voraussichtlich wird es möglich sein, Madonna mitanzuhören, wenn sie mal ein bissel Gitarre lernt und sich auf die Volksmusik ihres Landes (das wäre das stolze Michigan) besinnt.:

Mein harmlos Haiküchen von der Bescheidenheit

Wie bescheiden man
wird, wenn man immer bloß nimmt,
was einer hergibt.

Vroni meint: “Bist du sicher, dass du’s in diesem Leben noch zu einem bescheidenen Menschen bringen wirst?”

“Nö”, sag ich, “genau das mein ich.”

“Wolfwolfwolf.”

Soundtrack: Mac Davis: It’s Hard to Be Humble,
aus: Hard to Be Humble, 1980,
in: The Muppet Show 514, 22. November 1980:

Weltfrauentag heute am 8. März – Weltmännertag: weitgehend unbekannt

Zum Weltfrauentag ist der Damen zu gedenken, die viel für die Rechte der Frauen und besonders der Arbeiterinnen erreicht haben. Alore, ich gedenke.

Werde diesen Gedenktag ernsthaft und bodenständig begehen. Mit morgendlicher führungspositioneller Konzeptarbeit, gegen Mittag mit dominanter Führungspositions-Gartenarbeit, dann mit dem Spitzenjob “Katzenklo der Kater (Geschäftsführer) reinigen” und abends als Koch-Vorstand den absoluten und führenden Bayrischen Weißkrautsalat machen den Schuhbeck nie hinkriegt. Ganz klassisch. Mir gefällts. Dem Hausherrn gefällts auch.

Gibt es auch einen für Männer?

Klar.

Der Weltmännertag ist für die Männergesundheit. Er findet im Herbst, wenn es das viele Gemüse gibt, konkret am 3. November statt. Soll laut Michail Gorbatschow (Schirmherr) das Bewusstsein der Männer für ihre Gesundheit fördern.

Da ist noch viel zu tun.

 

Bei beiden Tagen.

Die modernen Menschen werden nicht mit der Peitsche, sondern mit Terminen geschlagen.

Telly Savalas

 

 

Lieblich, ach

Wenn man im Frühlingslicht den Garten zwei Stunden lang vom hässlichen Laube befreit.

Und darunter die ersten Knospen von Tulpen und Narzissen herauslugen.

 

 

Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike

 

Was sie wirklich ausmachte

…  setzte sie sich für alle Nachbarn prominent sichtbar aufs Vordach – ziemlich schnell durfte sie wieder rein …

~~~

… von ihren Freunden den Namen Emma und nannten sie nur so. Weil sie in der damaligen Zeit schon sehr emanzipiert war und sich von nichts und niemanden beirren ließ, ihre durchdachten Ansichten beharrlich vertrat.

~~~

Sie fuhr deutlich vorsichtiger als zu früherer Zeit, als sie sich einen Django-Ledermantel leistete, mit offenem Staubmantel auf dem Motorrad ohne Helm aus der Kurve flog.

~~~

… was sie absolut nicht mochte war, wenn man versuchte sie als Single zu verkuppeln oder anderweitige „gut gemeinte“ freundliche Manipulationen.

~~~

Sie hätte gern noch ein paar eckige Runden gedreht.

 

 

 

Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde

 

 

 

 

Nix diese

Was die Botaniker für die Erstbeschreibung einer neuen Spezies alles brauchen. Der Entdecker der Orange (Linné 1783, wetten?) muss sich ganz schön was an taxonomischer Diagnostizierung der Ökologie und Verbreitung bestehender Populationen aufgeladen haben, als er auch noch die Blutorange, Bitterorange, Navel-Orange, Navelina, Apfelsine, Mandarine, Clementine und Satsuma durchsetzen wollte, von Grapefruit gegenüber der Satsuma ganz zu schweigen.

Und dann raschelt einem der Kassierer beim Gemüse-Cavusoglu in der Landwehrstraße mit der Tüte “Orange Herkunft Land Spanien KG 1,99” rum, zottelt eine einzelne raus und sagt zielsicher: “Diese nix eins neunundneunzig. Diese drei neunundneunzig.”

“War aber in derselben Wanne”, wende ich ein.

“Nix diese. Andere.” Wiegt die einzelne separat ab und berechnet souverän hundert Prozent Aufschlag.

“Steht das nach dem ICN in einer gültigen Publikation?” frag ich.

“Nix diese”, sagt er.

Das sieht der durch die Plastiktüte. Schon klasse.

Soundtrack: Johnny Cash: Orange Blossom Special, was sonst?
Live in San Quentin am 24. Februar 1969. Auch schon wieder vor fuchzig Jahren.

Tine ist tot.

Wenn du nur etwas gesagt hättest meine Liebe.

Wenn du nur nochmal mir gesprochen hättest meine Kleine.

Du hast dich überraschend lieb für das Buch bedankt.

Das ist das letzte was ich von dir habe.

 

 

 

Freiheit

Wer anderen die Freiheit verweigert, verdient sie nicht für sich selbst.

 

Gegen Bevormundung und gegen dieses “gut gemeint”.

Für meine Nachteule Tine!

von Andy Morffew [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)]

So jagt ein Life-Hack den nächsten

(Wenn ich tot bin, mir soll mal Einer mit Auferstehung oder so kommen : ich hau ihm Eine rein !)

Arno Schmidt: Brand’s Haide, 1951.

Diese Woche gelernt: Die Bargfelder Ausgabe von Arno Schmidt ist seit seinem 105. Geburtstag um 14.00 Uhr endlich im Volltext durchsuchbar, und wenn man Krebs hat, soll man sorgfältig auf seine Eisen- und Kaliumwerte achten — nach aufsteigender Wichtigkeit oder absteigendem Gaudifaktor, je nach verbleibender Lebenszeit.

Amazon Prime killed the Bibliothekarinnenmuttchen

Das war ja auch Zeit, dass die Münchner Stadtbüchereien am Samstag geöffnet haben. Jetzt neu seit 2019! — Wie lange eigentlich? Mal nachschauen:

Montag geschlossen;
Dienstag 10:00 Uhr–19:00 Uhr;
Mittwoch 10:00 Uhr–19:00 Uhr;
Donnerstag 10:00 Uhr–19:00 Uhr;
Freitag 10:00 Uhr–19:00 Uhr;
Samstag 10:00 Uhr–15:00 Uhr;
Sonntag geschlossen.

Wie man nur zweifeln konnte: Die haben jetzt tatsächlich am Samstag offen. Und was man den Friseuren im Lauf der Siebziger abgewöhnen konnte: neuerdings am Montag zu.

Damit wir nur ja kein halbtagsstelliges Bibliothekarinnenmuttchen zusätzlich finanzieren müssen, versauen wir halt denen, die sich sowieso schon unter der Woche die Blümchenschürze aufreißen, das Wochenend, gell? Müssen ja eh bloß zwei da sein. Zwei pro Fililale. Und pro Woche. Hauptsache, die Welt wird mit allem, was seit Jahrzehnten von der Kund- und Belegschaft einhellig gefordert wird und sich so kostenneutral wie möglich ändern lässt, ein klitzekleines bisschen beschissener.

Ja, mach nur einen Plan:
Das Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens,
aus: Die Dreigroschenoper, 1928:

Deutschland. Ein Wintermärchen

Die weiße Luft des malerisch eingeschneiten Gartens wehet in manche Strophe mild hinein.

Gelbjacke im fatalen Geschäfte der Jagd.

Der hier ist Spitze einer wohlorganisierten Bande von zwei pelzigen Strauchdieben, die ihr Wesen treiben, hinter jedem Busch, hinter jedem Blatt versteckt liegen und dem leisesten Pfiff ihres würdigen Hauptmanns gehorchen.

Die ganze Welt wird weiß werden!

Und viele Bücher trag ich im Kopf!
Ich darf es euch versichern,
Mein Kopf ist ein zwitscherndes Vogelnest
Von konfiszierlichen Büchern.*

*Grad mal nicht Heines Bücher, sondern Celines Reise ans Ende der Nacht.

Cordelia und der besoffene Waldbär

Love’s not love
When it is mingled with regards that stands
Aloof from th’ entire point.

Lieb ist nicht Liebe,
Wenn sie vermengt mit Rücksicht, die seitab
Vom wahren Ziel sich wendet.

König von Frankreich, a. a. O., I,1,259 ff..

“Eigentlich”, sag ich, “eigentlich will ich mich gar nicht mit tagesaktuellen Ereignissen beschäftigen. Die haben noch nicht bewiesen, dass sie es wert sind, sich mit ihnen abzugeben.

“Wann denn auch?” sagt Vroni.

“Eben.”

“Mit was”, fragt sie vorsichtig, “würdest du dich denn gern beschäftigen — ‘eigentlich‘?”

“Och. King Lear zum Beispiel.”

“Dem vom Shakespeare? Dein Ernst jetzt.”

“Logisch. King Lear ist ungefähr von 1603, die Real-Life-Vorlage aus dem achten Jahrhundert — und zwar vor Christus — und die erste Literaturfassung von anno 1136. Die hat schon mal jemandem was gegeben.”

“Aber wem halt.”

“Naja, Shakespeare zum Beispiel …”

“Also, bevor du dich in meinem Bett mit Shakespeare zu vergleichen anfängst …”

“… red ich mich darauf hinaus, dass der sagenhafte König Lear drei heiratsfähige Töchter hat, einer schöner als die andere, und spinnt wie der besoffene Waldbär mit dem Zigarrenkistenbanjo.”

“So eifert jeder seinen Vorbildern nach, wie er kann.”

“Die Lebensweise des Waldbären ist eine der erstrebenswertesten.”

“Du weißt aber schon, wie King Lear ausgeht?”

“Schlimmer als Hamlet. Aber wenn ein fünfhundert Jahre alter Stoff für Shakespeare gut genug war, reicht für mich ein vierhundert Jahre alter allemal.”

“Wie gesagt, bevor du dich in meinem Bett mit Shakespeare zu vergleichen anfängst …”

“Wieso eigentlich nicht?”

“Eigentlich, eigentlich. Eigentlich will ich keinen stockschwulen Fremdgänger in meinem Bett.”

“Jawoll. Und eigentlich will ich 1800 verdienen.”

“1800 was? Euro?”

“Nein, heiratsfähige Töchter.”

“Hauptsache, es sind nicht deine Töchter, gell.”

“Und zwar 1800 netto.”

“Jawoll. Und vor lauter Verliebtheit bläst dir die zweitausendachthundertjährige Cordelia einen.”

“Jeden Tag.”

“Und sie schluckt sogar.”

“Vor allem stellt sie nicht in Frage, dass ich ab 2019 von keinen tagesaktuellen Ereignissen behelligt sein will.”

“Kann die überhaupt den redaktionellen vom Werbeteil unterscheiden? Die ist doch bestimmt nicht mal volljährig, oder?”

“Irgendwas zwischen 14 und 26. Jedenfalls keine zweitausendachthundert.”

“Pff. Hat noch nicht mal Haare unterm Arm.”

“Haben heute nicht mal mehr die volljährigen bis tief in die Wechseljahre.”

“Ach? So tagesaktuell sind wir dann doch informiert?”

“Was ich wissen muss, erfahr ich dann schon ab Ende November in den ganzen ungerufenen Jahresrückblicken.”

“Ächz. Na, lies schon deinen Dreieinhalbtausendseiter.”

“Na bitte, geht doch.”

The Norton Shakespeare in 2nd edition, 2008, via WorthPoint

Bild: Der Norton Shakespeare in 2. Auflage 2008 via WorthPoint, aber meiner sieht praktisch genauso aus. Eigentlich.

Soundtrack: Brush Up Your Shakespeare, aus: Kiss Me Kate, 1953:

« Ältere Beiträge

© 2019 Freitag! Logbuch

Theme von Anders NorénHoch ↑