Freitag! Logbuch

Bewirtschaftet von Vroni und Wolf

Autor: Der vortreffliche Kater Mor (Seite 1 von 4)

Für Weihnachten ist alles erledigt.

Hier bloggt der Kater

 

Vergesst im Winter die Tiere nicht
Es ist bald Weihnachten und draußen wirds kalt
Die Tiere suchen Futter im verschneiten Wald
Jetzt sollte man auch an die Vögel denken
Auch denen kann man was leckeres schenken
Ein schneedichtes Vogelhaus wäre da richtig
Das Futter sollte trocken bleiben, das ist wichtig
Weizenkörner und andere Dinge
Für die Meisen gibts leckere Futterringe
Auch im Feld die Rehe und Hasen
finden im Schnee fast nichts zu grasen
Da sollten Heu und leckere Möhren
Zum Futterplan hinzu gehören
Walnüsse braucht man nicht zu zerhacken
Eichhörnchen und Raben können die knacken
Auch das Pferd im Stall in der Boxenecke
Freut sich über eine Rückendecke
noch etwas Hafer und trockenes Stroh
Das braucht ein Pferd und macht es froh
Und die Moral von dem Gedicht
Vergesst im Winter die Tiere nicht

Leo Houben Nohra

Eine Woche vor Weihnachten.

So, die Geschenke sind alle da und harren nur noch des Verpacktwerdens. Der Enkel kriegt das meiste. Wir als Erwachsene schenken einander nichts. Das ist seit Jahren so vereinbart. Jetzt kommt die unerwartete Nachricht, dass uns doch jemand außerhalb der Vereinbarungen beschenken will.  Muss ich halt mal wieder in einen Buchladen und dort nach dem Rechten sehen …

Die Fischlein sind versorgt, das zweite große Becken wartet auf den Bezug, der genau zu Weihnachten sein wird. Netter Termin für Wassertiere. Die Muscheln dürfen anschließend in den leer gewordenen Fischtank einziehen. Ich werde Fischleins und Muscheln wohl ebenfalls ein Mistelzweiglein über ihre neuen Zuhause hängen.

Merlin und Murr gehts gut. Sie haben, da es jetzt rasch dunkel wird am Nachmittag, Halsbänder bekommen die leuchten. Damit wir sie während ihres Hofgangs besser sehen können. Einmal hat der schlaue Murr sein grün leuchtendes Halsband in den Büschen abgestreift. Ist kein Problem,. Da es leuchtet wird es auch sofort vom Herrchen gefunden. Die Meisenködel hängen. Die Christbaumkugeln liegen bereit.

Alles leuchtet. Jetzt muss nur noch der Baum leuchten.

 

 

Weihnachten, der Enkel, Amazon und das Klima – ausgerechnet das Fest der Liebe macht den Planeten kaputt.

Der Kater bloggt nu wieder.

 

Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen. Blaise Pascal

 

Um es als Oma-Kater kurz zu machen: Weihnachten ist alles andere als klimaneutral. Es ist sogar einer der größten Klimatreiber im Jahresverlauf.

Die menschlich und klima-technisch heiklen Problemstellungen:

 

Besuche zu Weihnachten

Ganz arg CO2-heikel. Auch mit der Bahn zigzeug CO2-Fußdapper. Alternativ zu noch entfernterer Verwandtschaft mit dem Auto oder dem Fliegzeug: Will ich jetzt gar nicht ausrechnen. Zu viel jedenfalls.

 

Essen zu Weihnachten

Auch CO2-heikel. Es wird gekocht oder ins Restaurant gegangen, was das Zeug hält. Zu viel, zu gut, zu viel Fleisch. Dazu ehrgeizige Aufwände über die bescheidene selbst erstellte Alltagspizza hinaus. Selbst vegane Ideen wie Begnadigte Ente oder Austernpilze in Rieslingschäumchen oder so was, egal. Was für ein Käse. Warum diesen blödsinnigen Aufwand, wenn man im Januar wieder alles herunterhungern muss.

Und warum überhaupt dieser komische übertriebene, finanzielle Luxus zu Weihnachten.

Weil ein kleiner Bub frischgeboren in einem Stall schlief, weil keiner seine armen fremden Eltern in die Herberge aufnahm? Dann sind zu dieser Zeit die fette, stundenlang gebratene Gans oder das 5-Sterne-Luxusessen im Restaurant enorm peinlich und unangemessern, ja skandalös. Ein Hirten-Gericht wie Stew oder Linsen mit-ohne Würstchen wären angemessener.

 

Geschenke zu Weihnachten

Ziemlich Co2-heikel, auf diese Art Liebe zu zeigen. Ratio versus das Zwischenmenschliche: Schenkt man nix und schlägt damit gottseidank auch keine CO2-heikle Geschenkpapierschlacht, weil man das so gegen den nixnutzigen Konsumrausch einvernehmlich vereinbart hat, kommt das sogar bei manchem Klimawandel-Bewussten eigenartig asozial rüber. Die uralte Konditionierung ruft.

In Zeiten, in denen jeder alles hat, in denen die Kinder übervolle Spielzimmer haben, ist es mit dieser Konditionierung trotzdem immer noch komisch, einfach dann “nix !” zu schenken.

Kriegt man selbst nix geschenkt: auch komisch, obwohl man das ausdrücklich so gewollt hat.

 

Einkaufen für Weihnachten

Ziemlich Traffic-heikel. Man hat die Wahl: Entweder ab August so langsam zu den einschlägigen Münchner Geschäften fahren und herumrennen. Oder Amazon, oder Tausendkind etc. samt DHL nehmen: Der zusätzliche extra CO2 Ausstoß ist in allen Fällen nicht von Pappe.

Schenkt man als kluge Menschen einander stattdessen Zeit statt Zoich: Eigentlich löblich. Oft muss man dazu aber wieder herumfahren, um sich zu treffen. CO2-Alert wiederum. Siehe der Punkt Besuche.

 

Basteln für Weihnachten

Ausnahmsweise nicht heikel. Selbst basteln und noch besser basteln mit dem Kind wäre angesagt. Zeit und Zoich.

 

Das Klima

Weigert sich voraussichtlich erneut, ausgerechnet am Fest der Liebe zu schneien. Da seit Jahrzehnten zu warm. Leute, das Klima weigert sich plötzlich, zu euren Vorstellungen zu passen!

Irgendwas läuft schief, finde den Fehler. Tipp: es könnten diese heiklen, ziemlich schräg konditionierten zwischenmenschlichen Dinge sein und auch das konditionierte Missverständnis, was Liebe ist. Das heizt unsre Erde auf. Der Österreicher würde sagen: Is ois a bisserl Ding. Wir können nicht mehr so weitermachen. Ding hin, Ding her. Unser konsumistischer und auseinandergerissener Ding-Lebensstil steht zum ersten Mal wirklich auf dem Prüfstand.

 

 

Zeitverschwendungen. Manchmal reicht es einfach.

Der Kater bloggt mal wieder.

 

Argwöhnisch wacht der Mensch über alles, was ihm gehört. Nur die Zeit lässt er sich stehlen, am meisten vom Fernsehen.

Linus Pauling

 

Mega-üble Zeitverschwendungen: Fernsehen? … Internet!

  1. Ab und zu auf Twitter wirr polarisierende rechte Blogger plus ebenso wirr erscheinende Postings über sie zu lesen. https://taz.de/Blogger-der-Welt-Don-Alphonso/!5641160/ Mannmannmann, da wars Fernsehen mit dem Internationalen Frühschoppen mit 5 Journalisten aus 10 Ländern richtig goldig. Höfer: ‚Mir scheint, daß die Herren befreundet sind? Gut, dann streiten Sie weiter!‘
  2.  Von gleicher fragwürdiger Qualität: Im Internetz bestellte Amazon- und Zalando (iieh!-schrei vor Schmerz)-Päckchen annehmen für Leute, die einen im Hof nicht einmal grüßen.
  3.  Im Internet Erklärungen zu suchen für Dinge, die man gar nicht verbockt hat. Key: Klimawandel. Weder Auto gefahren, noch wie ein Wilder Fleisch gefressen und 20° + geheizt, noch Kreuzfahrten gemacht, noch sich dem Klamottenkaufrausch hingegeben.

 

Mittelüble Zeitverschwendungen, halb-Internet, halb-offline-Alltag: Ächz!

  1.  Die armen drei Orchideen fauler Zeitgenossen gießen, die sie an die Hofgemeinschaft “gespendet” haben, weil sie nur noch Zeit für ihren Online-Shop haben. Jetzt blühen sie. Die Orchideen. Ähm, eine.
  2.  Im Netz nach Lösungen suchen fürs Outlook 2016, das sich neuerdings weigert, seine Daten nicht mehr zu komprimieren. Ouh.
  3.  Windows 10 Pro gleich 2 mal hintereinander verschieden neu aufsetzen, wenn es dazu hochliberale Anweisungen nach dem Motto gibt “sie können sich auch einen Knopf an die Backe nähen”. Schweiß von der Stirn wisch. Aber man mussja.
  4.  Täglich 4 x drei Katzenklos wegen 2 Katern machen. Aber man machts ja gern.
  5.  Alle 2-3 Tage einen 30%igen fünf-Eimer-Wasserwechsel für die 18 Fischlein, die einem als Teichgärtner und Winterquartier-Inhaber zugeflogen sind. Als fühlende Wesen kann man sie halt auch nicht erfrieren lassen im zu seichten “Design”-Teich. Je nach Ansicht sind diese in ihrem Verhalten ziemlich verschrobenen Zwergkarpfen mit quietschbuntem Hochzeitskleid sogar ziemlich hübsch (Bitterlinge).

 

Absolut angenehme Zeitverschwendungen: Moi!

  1. Einen Rotwein trinken, weil der als Muskelrelaxans so schön und besser als die Schmerzsalbe die Kreuzbein-Zerrung vom Hochheben des Kleinerben mildert. Haaah. Hicks.
  2.  Den Rechner genussvoll zumachen, weil es einem mal einfach langt und sich lieber ein kreatives Rezept entweder mit Austernpilzen oder mit Makkaroni ausdenken. Aber hallo.
  3.  Dem Wahnsinns-Sommer nachsinnieren:

 

Gruß

Der Genuss-Kater,
dem es manchmal halt einfach langt.

 

Aus Kostengründen zugeschüttet

Es bloggt der Kater

 

Zäune und Gitter für alle. Denn immer weniger Kinder können schwimmen.
Der Kater

 

Bitterlinge gründeln in meinem Winterbassin. Sicht von oben auf die Fische.

 

Ab und zu google ich nach dem ehemals schönen – und mittlerweile leider nicht mehr so schönen – dereinst mit gigantischen Umgehungsbrücken verschandelten Blick auf die Berg-Skyline meines Heimatorts S.

Die Wasserschlucht und die Berge, das Einzige was sie touristisch haben, werden 2022 prominent und unübersehbar zugekachelt sein. Damit Tschechenlaster auf der B 303 schneller und wohlfeil nach Kronach und zurück nach Eger kacheln können. Weil ihre Speditionen sich die Maut ersparen wollen. Wirtschaft, Wachstum aber hey.

S., ehemals Luftkurort, will damit immer noch im Fremdenverkehr mitmischen. Das kann man sich nicht mehr selber ausdenken. Im mittlerweile nicht mehr so ganz schönen Oberfranken. https://www.infranken.de/regional/kulmbach/ortsumgehung-stadtsteinach-baubeginn-schon-im-kommenden-jahr;art312,3533663

Was muss ich nach der Hiobsbotschaft, dass wegen des Baus der monströsen, unsäglich mondlandschaftlichen Umgehung u. a. ein Feucht-Biotop plus Bächlein meiner Kindheit zugeschüttet werden wird, erfahren?

Das Lehrschwimmbecken, in dem der einst 9jährige super-wasserscheue Kater tapfer das sozialverträgliche Ersaufen bzw. das Halbwegs-Schwimmen (Dog-Style) gelernt, soll ebenfalls zugeschüttet werden. “Die Kosten kann die Stadt nicht stemmen.”
https://www.frankenpost.de/region/kulmbach/Lehrschwimmbecken-bleibt-ein-Dauerbrenner;art83417,6989073

Muttern weiß das mit der Umgehung und den Zuschüttungen. Das Ersäufnis nicht.

Blick von oben auf die Wasseroberfläche des Winterbeckens.

Die Schwimmleitung des damaligen Schwimmleiters hat`s bei der Überzahl von 30 rumpaddelnden Kindern einfach nicht mitgekriegt. Kommt vor. Hab’s überlebt. Punkt. Sonst schrübe ich hier nicht, wenn ich ersoffen wär. Mittlerweile kann ich schwimmen.

Was ist mit all den jetzigen jungen Grundschülern dort?
Wo, in welchen Lehrschwimmbecken lernen sie denn überhaupt schwimmen, wenn aus Kostengründen zugeschüttet wird?

Will`s gar nicht wissen.

 

Der wasserscheue Kater

Der jetzt im Winter wie die Jungfrau zum Kind zu Fischen gekommen ist.

Die Kerlchen paddeln im Büro in ihrem von mir eingerichteten plätschernden Winterquartier vor sich hin, weil sie im Winter in ihrem 20 cm tiefen Becken draußen kaum überleben werden.

Warum baut jemand so einen niedrigen Teich in den WEG-Garten? Kleine Kinder bis 9 Jahre, die nicht schwimmen können, können auch in sehr niedrigen Gewässern ertrinken sagt das Baureferat, darum. Und warum setzt da jemand Fische rein? Keine Ahnung, hey. Aber nu sind sie da punkt.

Fazit: Diese Art Design-“Schilfteich” ist zu niedrig für jegliche Arten von Fischen, wenn man sie dort überwintert haben will. Es gab Vorschläge, dieses Garten-Biotop zuzuschütten. Aus Kostengründen.

Zugeschüttet wird nicht. Zweimal meine Kindheit zuschütten reicht.
Im Sommer dürfen sie wieder raus.

 

 

Entschleunigung … ist nur ein Wort. Urbanes Stimmungsbild.

Die Welt kann man nicht verändern. Aber gewisse Sauereien kann man abstellen.

Johannes Mario Simmel (*1924), östr. Schriftsteller

 

Eine ganz große Sauerei unserer Zeit ist die Hektik und fast roboterhafte Taktung, der fast niemand entkommt.

Die Mutter mit ihrem Söhnchen entkommt dem nicht, die mit ihm frisch von der Kita kommt. Sie hat noch ihr festes Abendprogramm vor sich mit Mann, Abendbrot und Kind ins Bett bringen. Der Kleine will aber im Hof noch ein wenig im Sandkasten spielen, aber er muss schnell machen … Ich hab noch nie ein Kind so schnell spielen sehen, in 10 Minuten war er fertig.

Der Mann mit dem kräftig an der Leine ziehenden Hund entkommt dem nicht. Er wird von ihm aus der Wohnung und aus dem Treppenhaus quasi waagrecht rausgezogen und eine Stunde später wieder hinein, diesmal rechts mit einem Kasten Wasser und links eingeklemmt einem Pack Klopapier.

Das schwule Paar entkommt dem nicht. Sie haben dem Vernehmen nach entweder viel zu tun oder sind grad hastig auf dem Weg in den dritten Urlaub im Jahr. Und durchpflügen den Weg zu ihrer Wohnung entweder mit Rollkoffer oder, falls wieder im Lande, mit ihrem scheppernden LIDL-Einkaufswagen.

Einzig das Ehepaar aus Kroatien wirkt nicht so gehetzt und gondelt fast gemütlich auf die Straße. Zusammen mit dem freundlichen DHL-Mann aus Vietnam (leider aus bekannten Gründen sehr fremdgesteuert gehetzt) sind sie die einzigen, die öfter mal ein Lächeln auf den Lippen haben.

 

https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51jAFf0MCoL._SX399_BO1,204,203,200_.jpg

 

 

Der Nachbar, das Zeitbömbchen

Als ich klein war, hatten wir eine Nachbarsfamilie, die mit einem sehr niedrigen Zaun direkt neben unserem Haus gebaut hatte. Sie hatten eine ältere Tochter. Und einen Sohn, der ungefähr drei Jahre jünger war als ich.

Von dem später das Gerücht ging, er wäre von einem anderen Mann. Welcher etwas seltsam gewesen sei.

Dieser Sohn schlich, als er noch klein war, altersgemäß mit seinem kleinen Kumpel um die vier Ecken seines Familienhauses mit Holzschwert oder Cowboy-Pistole. Als ich mal bei ihm auf Besuch war, malten wir zusammen Ufos und Aliens. Etwas anderes konnte man mit ihm nicht anstellen. Nicht Fangen spielen und auch keine Ballspiele. Die hatten sich in seinem Garten sowieso erledigt, weil seine Mama sämtliche Bälle, die auf ihren englischen Rasen flogen, stets mit der Gartenschere und mit rotem wutverzerrtem Gesicht kaputtzuhacken pflegte. Es waren einige von unserem Taschengeld bezahlte Bälle, die wir drei Geschwister nie mehr wiedersahen.

Er konnte sich mit Aliens, und auch sonst, richtig reinsteigern. Er malte nichts anderes.

Er sagte nie viel, hatte mal den gerade eben frisch angesäten Rasen meines Vaters in einem nicht enden wollenden Wutrausch mit seinen Stiefelhacken kaputt getreten. Und danach – oder davor?, ich erinnere mich nicht mehr – den drei Birken, die uns unsere Oma pflanzte, komplett das Laub abgerissen bis sie kompett nackt waren.

Jahre später erzählte man mir, dass dieser inzwischen große Sohn weiterhin herum schlich. Diesmal mitten im kalten Winter mit kurzen Bermudas, also nackten Beinen. Statt wie früher nur um die vier Ecken seines Elternhauses. In den Straßen der nicht mehr ganz so kleinen Kleinstadt mit ihren inwischen zu 3.200 Einwohnern geschrumpften Seelen. Er würde immer die Hände ballen und dabei ein wutverzerrtes Gesicht machen und garstig dabei ausschauen, obwohl er eigentlich ein Hübscher sei.

Kaum Freunde – und die Lehre als Holzschnitzer und ein paar Jahre Arbeit bei der einzigen Möbelfabrik am Ort lange her. Seitdem sei er arbeitslos. Seine Mutter habe ihm eine Eigentumswohnung gekauft, weil es zuhause mit ihm kompliziert geworden sei. Er hätte auch seine eigene Oma, die mit im Haus lebte, mal mit dem Messer bedroht.

 

Moderne Kommunikation

Fünf Mal nachts in kurzen Abständen geht’s Telefon. Klingelt jedes Mal lange.

Das Display zeigt jedes Mal “Anrufer unbekannt”. Gehe bei so etwas nicht ran. Dann aber doch. Damit es aufhört.

 

Ich: räusper: “Ja?!!”

Telefon bellt: “Wer isn do?”

Ich:Zuerst sagen SIE doch BITTE wer SIE sind! Hier steht ‘Anrufer unbekannt’ auf dem Display!”

Telefon nuschelt: “Grmbpfl!” – – –  dann Pause – – –  “Hom ghört, dass dem nuschel: Gmarbpfl wos passiert is! Is er do?”

Ich: “Wos soll ihm denn passiert sei?”  [Der genuschelte Gmarbpfl liegt im Bett, kriegt von all dem nichts mit und schläft.]

Telefon:  – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – !! (Festentschlossenes Schweigen)

Ich:Dann konn ich aber nix ausrichten, verstehns?”

Telefon bellt: “Richtens na aus, dasser sich sofort möldn soll!”

Ich: “Ähm …”

Telefon: Knöcks, tuut tuut tuut.

 

Finde den Fehler was fehlt.

Grüßgott, entschuldigen Sie die Störung, bitte, danke, hat mich gfreut.

 

Murr und Merlin wundern sich. Katzen muss man so etwas nicht sagen, sie sind von Natur aus höflich, zuvorkommend und rücksichtsvoll.

 

 

“Schön, dass Sie hergefunden haben!”

Aus aktuellem Anlass diese lustige Geschichte nochmal. Denn der öffentliche Nahverkehr hat sich immer noch nicht geändert. Er ist eher noch schlechter geworden: Man kommt jetzt garantiert nimmer am gleichen Tag heim …

Ein Beitrag zur aktuellen Diskussion “Öffentlicher Nahverkehr im ländlichen Raum” im verstörenden Lichte des Klimawandels.

 

Ein Grafikdesigner und das Zahlen mit richtigem Geld.
Du hältst deinen Platz an der Bar wie ein richtiger Held.
Die ganze Welt gegen einen, das ist nicht fair.
Die rettende Kavallerie, die kommt heut nicht mehr.

Element of Crime, 1999.

“Haben Sie gut hergefunden?” fragt mich der Kunde als Ice-Breaker, wie er es aus “Smalltalk für Manager” gelernt hat.

“Aber ja, sofort! Der einzige Taxifahrer am Bahnhof hat sich geweigert, aber hinterm Sägewerk kommt ja nicht mehr viel”, verkneife ich mir. Laut antworte ich ein klares, uneingeschränktes: “Ja”, wie ich es aus “Leitfaden für Beziehungsgespräche” gelernt habe.

In der ersten Stunde verfehle ich mein Gesprächsziel, dem Kunden von seinem angedachten Firmennamen “Wurstberaterei” abzuraten. Nach zwei weiteren Stunden, die ich nicht mehr berechnen kann, ist deshalb schon Sense; über den Rest senkt sich der Mantel der Diskretion über einige unerfreuliche Betriebsgeheimnisse. Die des Kunden.

Mein Exkunde in spe arbeitet, wo andere Urlaub machen: in einem Handy-Funkloch. Ein Telefongespräch wollte ich ihm nicht mehr aufhalsen. Die Bushaltestelle belehrt mich, dass wir uns hier in der Rufbus-Region Mangfalltal oder Leitzachtal oder Murnau-Land oder irgend sowas befinden. Das heißt, dass man den Bus persönlich anrufen muss, mit dem man fahren will.

Die für den Landkreis zuständige Gaststätte hab ich schon mal gesehen: in einer frühen Kurzgeschichte von Heinrich Böll. Am Stammtisch schweigt sich eine Runde glasäugiger Austragsbauern an, weil man so früh am Tag noch nicht schafkopfen kann und bis dahin saufen muss. Wenn sie geredet hätten, wären sie bei meinem Eintritt verstummt. Beim Hinsetzen versuche ich die Stille so wenig wie möglich zu stören. Sollte ich hier jemals lebendig wieder rauskommen, werde ich das Thema des Abends sein: “Wos wor denn des heint fir oana?” Die Bedienung mistet hinten den Kuhstall aus und kommt hoffentlich zur vollen Stunde den Bauern Bier und Birngeist nachfüllen.

Praktischerweise war es gerade kurz nach halb. Die Bedienung stutzt, hat aber in ihrer Weltläufigkeit schon mal jemanden gesehen, der ein Vorstellungsgespräch bei meinem Kunden hatte. Und sie war so ziemlich die einzige, die ihn je gesehen hat.

“A Hoibe und telefoniern?” fragt sie.

Ich nicke beeindruckt.

“Telefon is do hint”, sagt sie, hat schon mit Bierzapfen angefangen und zeigt mit dem Kinn in den Flur hinaus, wo ein handgeschnitzter und -gemalter Wegweiser “Pissoir/Scheißhäusl” grüßt.

Es gibt tatsächlich noch Telefone mit Wählscheibe. Und sie funktionieren! Die Nummer vom Rufbus klebt am Telefontischchen, seit der mit dem Vorstellungsgespräch hier eingekehrt ist. Muss doch schon länger her sein.

“???!” meldet sich der Rufbus.

“Grüß Gott”, versuche ich, “fahren Sie heut noch?”

“Freilich!!” bellt jemand (ich versuche hier eine grobe Simultanübersetzung), “wann wollen Sie denn fahren!!”

“Wär’s Ihnen recht um…” – ein Blick zu dem Bierfassdeckel mit Uhrzeigern über der Pissoir/Scheißhäusltür – “um sechse?”

“Wird schon wie gehen”, mault der andere und legt auf. Woher ich anrufe, schien ihm keine Frage zu sein, woher soll man in Funklöchern schon anrufen, gell.

Vor lauter Empathie in die Bedürfnisse eines Rufbusunternehmers habe ich dessen Zeitfenster zur Anreise spontan etwas großzügig berechnet, denn als die Bedienung ihre Fünf-Uhr-Runde macht, kassiert sie nacheinander ihre Bauern ab.

“Jaaaaaaa…”, will einer von ihnen zahnlos widersprechen.

“Nix ja, Wiggerl!” streichelt sie ihm über die Steppe seines Gelöcks, “woaßt eh, dass heint Samstag is. I wui aa no ind’Stoodt eine nachant!”

“Nacha brauch ma nimma hockableim bis aufs Kartn?”

Offenbar ist das eine Gehirnregion, die bei Wiggerl noch anspricht. “Nein neinzge kriagidi na von dir”, nutzt die Bedienung seinen lichten Moment aus. Nachdem er quälende Minuten lang in seinem Ledergeldbeutel herumgekratscht hat, lässt er’s auf zehn Euro aufgehen. Zu mir kommt sie zuletzt. Auch bei mir kommt sie auf neun Euro neunzig, das ortsübliche Trinkgeldgebaren habe ich schon verinnerlicht.

Das gibt mir eine Stunde Zeit, mich ohne Verzehrzwang dort umzutun, wo andere Urlaub machen. Ganz hinten auf der Wiese gegenüber dem Gasthaus, schon fast im dichten Tann, scheißt eine alleinstehende Kuh einen neuen Fladen für ihre Sammlung. Damit sind die Freizeitmöglichkeiten erschöpft. So wie ich.

Fast pünktlich höre ich an der Rufbushaltestelle ein fernes Röcheln. Ein gut erhaltener VW-Bus keucht um den Hügel. Gerade als die Bedienung geschminkt und aufgedirndlt aus der Gasthaustür stöckelt, ohne ihren fremden Gast (mich) noch einmal zu grüßen, die Haustür mit einem gusseisernen Schlüssel zusperrt, in einen rostigen Ascona steigt und davonröhrt, hält der VW-Bus vor meinen Schuhkappen.

“Was ist jetzt?” kläfft der Fahrer duch die geöffnete Tür, ich steige ein. “Zum Bahnhof”, sage ich. “Bitte.”

“Ja, eh.”

Das Dorf, das hinter den schlammverspritzten Scheiben vorbeizuckelt, hat es schon lange nicht mehr nötig, sich an “Unser Dorf hat Zukunft” zu beteiligen. Eine Kirche mit Zwiebelturm, modernisierte Bauernhöfe, zu Eigenheimen ausgebaute Bauernhöfe, stillgelegte Bauernhöfe, der maßgebliche Arbeitgeber: das Sägewerk. Die Volkshochschule versucht seit Jahren, Bert Hellinger für einen Vortrag zu gewinnen, doch nicht einmal er nutzt die Chance für eine Familienaufstellung. Zum ersten Mal verstehe ich ihn, denn wir hatten einen Grund, die Agentur innerhalb einer Postleitzahl zu eröffnen, die mit 80 anfängt.

Dahinter Wiesen, dahinter Wald. Da, wo andere Urlaub machen, weil hier noch keine Stadt und keine Alpen mehr sind. Die Züge fahren hoffentlich bis nach 20 Uhr – die in Richtung München. Der Fahrer versieht seinen Job nur unter Protest und erkennt deshalb keine Not, Fahrgeld von mir zu verlangen. Auf einer Lichtung, aber ich kann mich täuschen in der Dämmerung, äst ein Hase. Wäre nicht das Geweih, ich hätte geschworen, er hat Reißzähne.

Soundtrack: Element of Crime: Kavallerie, aus: Psycho, 1999.

Sand im Hof

Endlich ist er da, der neue gelbe Sand.

Der Hausmeister hat ihn bestellt und reingeschaufelt, die Plane ersetzt die alte, gefährlich gewordene Holzabdeckung.

Fast jedesmal kommt in der  jährlichen WEG-Versammlung ein Antrag irgendwelcher kinderloser Eigentümer, dass der Sandkasten weg soll. Ich werde immer dagegen stimmen! Sonst stelle ich mal den Antrag, dass sie endlich ihre hässlichen Rostschüsseln vorm Haus entfernen sollen wegen Beeinträchtigung des urbanen Fußgängererlebnisses, yep.

 

Modernes Raumverständnis

Blick auf die Sammeltüte, schon nach 2 Tagen wieder bis oben voll mit Katzenfutterbeuteln, Joghurt-, Salatbechern und Gemüseplastikverpackungen. Ich in der Küche:

“Ach du liebe Zeit, wir müssen ab jetzt dringend weniger Plastik verbrauchen!”

 

Aus dem Flur mit fester Stimme:

“Schmarrn, wir brauchen größere Sammeltüten!”

 

Unsere beiden Kater so:

Suchbuidl: Merlin oben – Murr unten

 

 

Hätt’ net sein müssen

Heut war mein Herrchen auf der Beerdigung seines guten Freundes G. Es war eine schöne bayerische Leich an den ländlichen Gestaden von München. Mit Querflöte, Orgel und einem Lied von einem Schweinsbraten mit Betonung auf 2 verschiedene Knödel. 1x Kartoffelknödel, 1x Semmelknödel. Mein Herrchen blies am Grab ‘Orphan Girl’.

Hach. Schee.

Als alter, ekelhaft unromantischer Katzer möchte ich jedoch anmerken, dass mir persönlich ein lebendiger Freund lieber wäre als eine schöne Leich mit Brodn und Mucke. Nach meinem unromantischen Dafürhalten hätte der Gutdste nicht mit jungen 51 Jahren an einer zu spät entdeckten Hämochromatose sterben müssen. Rechtzeitig entdeckte Hämochromatose ist gut behandelbar und sterben muss man an ihr eigentlich nicht.

Für die Diagnose der Hämochromatose sind zwei Laborwerte wichtig: Der Ferritinspiegel im Serum (Ferritin ist ein Eisenspeicherprotein) ist ein Maß für die Menge des gespeicherten Körpereisens; er ist bei der Mehrzahl der symptomatischen Patienten deutlich erhöht (über 500 µg/l).

So schwer kann es doch für einen Arzt nicht sein, nach Jahren ständig wieder auftauchender Gelenksprobleme mit langen Krankschreibungen, für den fast blutjungen Patienten doch mal an eine Differentialdiagnose zu denken und ein schönes großes fettes blühendes Blutbild anzufertigen. Erspart die schöne Leich.

 

Lieber G., mögen an deinem Grab die Bienen summen und der Hollunder brummen. Es lebe das Leben!

 

Gruß
Der Kater

Ich möchte eigentlich jetzt net einen neuen traurigen Zyklus “Von Ärzten ins Grab gebracht” einführen müssen. Denn der ruhige und stille G. ist leider nicht der einzige, an den ich dabei denken muss.

Für die Freunde der Differentialdiagnostik ein Link zu Hämochromatose, der Eisenspeicherkrankheit: https://www.paracelsus.de/magazin/ausgabe/201806/haemochromatose-stoffwechselerkrankung

Was die ansonsten kompetent wirkende Ärztin darin jedoch über den Mars und über die angeblich energiereichen Eisentypen eso-blubbert, schwächt ihre klugen Mediziner-Worte erheblich ab. G. war ein ganz ruhiger. Ein typisches Hämochromatose-Frühzeichen ist Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Sagt sie zuvor selber.

 

Brombienen

Es bloggt mal wieder der Kater:

 

Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht.

Albert Einstein

Bienen sehen ihren Erfolg nicht sofort, das Pollensammeln ist bei ihnen jedoch mindestens genauso beliebt.

Heuer war zumindest in unserem Garten ein gutes Bienenjahr. Sie brummten an den Bombeerblüten herum wie verrückt. Jetzt im August hängen dicke Brombeeren dran. Ich spüre den Bienen gegenüber aufrichtige Dankbarkeit.

 

Schwarz und süß wie eine Sommernacht

Es bloggt mal wieder der Kater.

 

Ein Fuchs aus der Gascogne oder Normandie,

Verhungernd fast, hat Trauben am Spalier erschaut.

Sie hingen hoch – doch ach, wie köstlich lockten sie

Mit ihrer reifen zartbehauchten Haut!

Das wär ein Mahl, wie’s unserm Burschen wohl behagte.

Doch unerreichbar hing die süße Traubenglut.

Drum rief er: „Pfui, wie grün! Die sind für Lumpen gut!”

Und war’s nicht besser so, als dass er sich beklagte?

Jean de la Fontaine (1621-1695)

 

Letztes Jahr waren die Bienen nicht da und es gab trotz vieler Blüten keine Beeren. Heuer haben wir endlich Beerenglück mit unserer kleinen dornenlosen Brombeerhecke. Wir hoffen, insgesamt mindestens 3 Töpfchen zu ernten.

Bestes Terroir: Reifenstuel Südhang, zwischen Portlandrosen und Kindersandkasten, neben 1 Baldrianpflanze, diversen Brennesseln, 1 einsame rote Lichtnelke und 1 fette römische Wegkamille überragend.

 

Erste Pflückung am Abend:

Teller voller schwarzer Brombeeren aus eigenem Garten

Brombeerpfannkuchen an Vanilleeiskugeln mit Sahne wäre eine feine Idee.

 

 

An die Klimawandelleugner: Ihr seid so bekloppt wie die Impfgegner. So bekloppt wie die Anhänger der Neuen Germanischen Medizin. So bekloppt wie die die SPD. Und mindestens so bekloppt wie die CDU-Anzugträger:

Ein Pamphlet des Katers

 

1. Ihr habt den Schuss noch nicht gehört

2. Ihr habt bereits mehrere Schüsse noch nicht gehört.

3. Ihr findet es toll und cool, so weiter zu machen wie bisher.

4. Ihr wollt unbedingt so weitermachen wie bisher.

5. Ihr habt ein maximales finales Talent.

6. Ihr seid wie viele ältere mittelständische KMU-Chefs, wie Impfgegner, wie Homöopathie-Freaks, wie die Anhänger der Neuen Germanischen Medizin, wie die SPD beratungsresistent bis unter euren zubetonierten Schädeldeckel:

  • bockig
  • dickköpfig
  • eigensinnig
  • halsstarrig
  • hartnäckig
  • rechthaberisch
  • renitent
  • starrsinnig
  • störrisch
  • stur
  • unbelehrbar
  • uneinsichtig
  • unnachgiebig
  • widerspenstig
  • stubborn
  • blockheaded
  • dogmatisch
  • egoistisch
  • klugscheißend

7. Ihr seid ziemlich unintelligent und könnt wie viele Politiker nicht einmal zwischen der Halbwertszeit von Co2 und der Halbwertszeit von Methan unterscheiden und redet Bullshit.

Wenn die Kanzlerin trotz ihres Physik-Jodeldiploms nicht zwischen Brutto und Netto unterscheiden kann, warum sollten dann die Parteimitglieder intelligenter sein. Manche erscheinen aufgrund ihrer letzen Aktionen und Ergebnisse sogar nachweisbar dumm: die Lobby-Politiker Scheuer, Dobrindt, Klöckner. Was Brown-Nosing betrifft: Sie stecken dem Anschein nach rektal ganz tief drin. Hauptsache an der Macht bleiben, dazu reicht anscheinend die rudimentäre Intelligenz und der Minus-Anstand dieser Herrschaften und der Klimaleugner insbesondere. Leider.

8. Klimaleugnen ist männlich: Ihr würdet gerne – zusammen mit euren noch dooferen Weibern – alle noch in der Steinzeit leben, Fleisch fressen, Krieg führen und euch am Sack bzw. an der Muschi kratzen. Weil ihr sowieso alle Pussys seid.

9. Aber das Fliegen wollt ihr natürlich auch und ihr bucht zur Zeit Flüge wie nie vorher. Weil ihr trotz eurer bockigen Haltung komischerweise sehr genau wisst, dass es bald vorbei ist mit dem Spaß, stimmts?

10. Ihr glaubt, dass die Erde sich nur wieder mal in ihren “Normal”-Zustand bewegt. Dass es darum früher auch schon so war –  und daher kein Problem sei. Wie die SPD. Die gibt es ja auch schon seit der Steinzeit. Und sie glaubt genau deswegen, dass es sie weiterhin ganz doll geben wird. (Wird sie nicht, das weiß sie nur noch nicht. Wie gesagt, es könnte einfach nur ein Problem von simpler fortgesetzter Doofheit sein …)

11. Ihr wollt einfach nicht auf eure Bequemlichkeit verzichten. Wie die SPD nicht auf ihre Pöstchen. Doof halt.

~ ~ ~

So ein Pech, dass nicht nur Ihr damit aussterben werdet. Weg, perdu, gone, dead.

Sondern mit euch diejenigen, die positiv und intelligent das Ruder rumreißen wollten und auch könnten.

Der Planet ist verloren. Wegen euch.

Kauft euch doch bitte noch gaaanz viel Eiskaffee oder euren Dumm-Macchiato, wählt aus schlechtem Gewissen inzwischen Grün, fresst bitte gegen eure Zipperlein diese nutzlosen Homöopathie-Kügelchen (die sind auch so ein Quark), komischerweise geht ihr wegen eines blutenden Fingers sofort in die Notaufnahme und beklagt euch dreist, nicht sofort dranzukommen; züchtet ihr weiter noch viele Millionen armer KZ-Tiere in viel zu engen Ställen bei unzumutbaren Schlachtbedingungen, grillt totes Tier ohne Ende; fahrt noch dickere XXL-SUVs, die einzigen stinkenden Autos in die euer feist gewordener XXL-Arsch noch reinpasst, und lasst euch am Strand möglichst rasch euer Restgehirn von der Grüße einer Amöbe restlich eindörren. Steht im Urlaubsstau am Wochenende, fliegt mit euren stinkenden Flugzeugen nutzlos umeinander wie vergiftete Affen und kauft euch noch mehr energiefressende Klimaanlagen. Findet die Chinesen toll, findet die Inder toll, findet diesen gestörten Bolsonaro toll. Findet Trump toll.

Letzterer ist wie ihr: hohl, 100 % verstrahlt, pseudo-sonnengebäunt, dumm und bauernschlau gleichzeitig, gierig, egomanisch und schlecht angezogener Trash.

 

Seid so nett und tut es.

 

Damit gehts wenigstens noch schneller.

 

Adios, es war nur manchmal, ach fast nie schön mit euch …

Gott oder das Universum wird euch und damit alle einfach nur als misslungenen Versuch abbuchen. Es wird Gott – oder das Universum – nicht die Bohne kratzen, wenn ihr fort seid. Mich auch nicht. Ich bin nur der Kater Moritz. Ich sitze im Kühlen, bekomme täglich mein kühles Schüsselchen Wasser und poliere mir die Krallen.

 

 

Sie hat sich schon wieder umentschieden

Unsere ambivalente Rose ‘Matthias Claudius’ hat sich entschieden: Sie blüht jetzt nicht mehr Vanillegelb-Rosa. Sondern sie blüht ab und zwar nur noch komplett in Grün  ; – (  .

Kein Photoshop-Trick!

So blühte sie noch vor wenigen Wochen ab: in Vanille und Rosa, 2 Farben an einer einzigen Dolde.

Und so haben wir sie eigentlich gekauft und so erblühte sie auch frisch zu Beginn: alle Blüten in Apricot!

Wir finden nirgendwo eine kluge Erklärung. Hat irgendjemand eine Idee, warum sie das macht?

 

Raum für Notizen:  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

 

 

Aus unserem Garten. Die eigenwillige Rose des Dichters.

Der Säemann säet den Samen,

Die Erd empfängt ihn,

Und über ein kleines

Keimet die Blume herauf.

(Matthias Claudius)

Wunderschön in Aprikot

Rose Matthias Claudius am Abend – offiziell ausschließlich Aprikot-farben

 

Eine knappe Woche später plötzlich in Bicolor

Matthias Claudius Rose, fast verblüht, in Gelb und Rosa.

Wer sagt denn, dass Gärtnern langweilig ist.

 

Ambiguity is a way of life *
Trifft wohl auf manche verrückten  Rosen und fast auf alle Dichter zu. Nicht nur auf die, nach denen Rosen benannt sind.

Gruß

Der Kater

*Zitat ist James Joyce zugeschrieben.

In der Dubliner Straßenbahn den Spruch als Poster gesehen. Dublin verfügt tückischerweise über zwei Haupt-Bahnhöfe und zwei Airports. Weswegen meine Besitzerin fast die Maschine nach Hause verpasste. Dublin tickt ähnlich wie sein berühmter ambivalenter Dichter, der ambivalenterweise später lieber woanders lebte.

 

 

Merlins Bruder – Murr, die Taffkatz

Murr, unsere Taff-Katz:

Merlins Bruder

Nie wirklich kopflos. Der geborene Jäger.

 

Wenn er entspannt ist, dann ist er auch entspannt. 100 pro.

 

 

Voraussehbares Nirvana

NIRVANA Cover-Spoof von Pål Nordseth  CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)

 

Es gibt fast nichts Sichereres, wenn man von jemandem nichts mehr hören möchte:

Man muss in Zeiten von WhatsApp und Twitter nur darum bitten, zwei, drei Fragen per E-Mail zu beantworten.

 

E-Mail heißt nachdenken und längere schlüssige Sätze tippen.

Auf diese Mail wird man ewig warten.

 

Fort sind sie. Ins Nirvana abgetaucht.

Funktioniert erstaunlich oft. Läuft.

 

Merlin – unsere Schwarzkatz

Unser Kater Merlin war früher ein zartes, furchtsames Kätzchen.

Jetzt nimmer

Ganz im Gegenteil:

Merlin stibitzt. (Anwesend: Ritter der Tafelrunde)

 

 

Naturverständnis

Eine junge Dame fragte mich gestern erstaunt, ob wir Mauergeckos haben. Sie gruselte sich sehr.

 

 

Nun, wir haben als eingeschleppten Ausländer eine sehr hohe Kiwi-Pflanze im Garten und eine angeblich rosablühende Pflanze aus Neumexiko. Die aber strutzfaul ist und überhaupt nicht blüht.

Der Gecko stellte sich als eine der Eidechsen heraus, die seit Jahren unter dem Sandkasten-Sitz im Hinterhof leben. Sie wanderte die Hauswand hoch und kam über die offene Balkontür in ihr Zimmer. Ich hoffe, sie hat sie behutsam wieder rausgesetzt.

 

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